Banken, ETFs und Zahlungsriesen: Wie Bitcoin endgültig im Finanzsystem ankommt

Großbanken wie Citi und Morgan Stanley bauen Custody-Infrastruktur auf, während Bitcoin-ETFs trotz Kursrückgang eine Milliarde Dollar anziehen. Gleichzeitig könnte eine mögliche Stripe-PayPal-Fusion die Stablecoin-Infrastruktur in den Mainstream bringen.
Banken, ETFs und Zahlungsriesen: Wie Bitcoin endgültig im Finanzsystem ankommt
Der Bitcoin-Markt durchläuft eine fundamentale Transformation: Während der Preis einen Rückgang von rund 50 Prozent seit seinem Allzeithoch verzeichnet, vollzieht sich im Hintergrund eine institutionelle Infrastruktur-Offensive, die das langfristige Potenzial der digitalen Währung unterstreicht. Von Custody-Angeboten der Großbanken über milliardenschwere ETF-Zuflüsse bis hin zu strategischen Überlegungen im Zahlungsverkehr – die etablierte Finanzwelt integriert Bitcoin-Infrastruktur in einem beispiellosen Tempo. Diese Entwicklungen markieren einen Wendepunkt: Bitcoin wird nicht mehr nur als spekulatives Asset gehandelt, sondern systematisch in die Kernsysteme des traditionellen Finanzwesens eingebettet.
Die Fakten
Auf der Konferenz Strategy World haben zwei US-Großbanken konkrete Pläne für den Einstieg in die Bitcoin-Infrastruktur präsentiert. Citi kündigte durch Nisha Surendran, Leiterin des Aufbaus der Digital-Asset-Custody, den Start einer Plattform für später in diesem Jahr an, die Bitcoin in klassische Bankprozesse integrieren soll. Der Fokus liegt zunächst auf Verwahrung, institutionellem Key-Management und Wallet-Infrastruktur, damit Kunden Bitcoin-Positionen ähnlich wie traditionelle Assets verwalten können [1].
Morgan Stanley skizzierte eine parallele Roadmap für erweiterte Krypto-Angebote. Amy Oldenburg, Head of Digital Asset Strategy, erklärte, die Bank wolle zunächst E*Trade-Kunden den Handel mit Spot-Kryptowährungen über einen Partner ermöglichen. Reuters hatte bereits berichtet, dass Morgan Stanley dafür mit Zerohash zusammenarbeitet und der Start für die erste Hälfte 2026 geplant ist. In einem nächsten Schritt soll eine stärker integrierte Custody- und Trading-Lösung folgen. Zusätzlich prüft Morgan Stanley laut Oldenburg auch Krypto-basierte Ertrags- und Lending-Produkte, ohne einen konkreten Zeitplan zu nennen [1].
Parallel zu diesen Infrastruktur-Entwicklungen zeigt sich die Nachfrage institutioneller Investoren robust. US-gelistete Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten von Dienstag bis Donnerstag kombinierte Zuflüsse von 1,02 Milliarden US-Dollar, nachdem sie zuvor fünf Wochen in Folge Abflüsse erlitten hatten. Allein am Mittwoch flossen 506,51 Millionen US-Dollar zu – der größte Einzeltag dieser dreitägigen Periode [2]. ETF-Analyst Nate Geraci kommentierte, Investoren schienen "den Dip zu kaufen" und bezeichnete die etwa 6,5 Milliarden US-Dollar Abflüsse seit Bitcoins Rekordhoch im frühen Oktober als moderat im Verhältnis zu den 55 Milliarden US-Dollar, die die Kategorie seit Januar 2024 absorbiert habe. "50-prozentige Rückgänge sind ein Spaziergang im Park für langjährige BTC-Investoren", schrieb Geraci. "Aber es scheint, dass auch neuere ETF-Investoren nicht besorgt sind" [2].
Im Zahlungsverkehrssektor deutet sich eine weitere strukturelle Verschiebung an. Der Zahlungsdienstleister Stripe, eines der wertvollsten privaten Fintech-Unternehmen der Welt mit einer Bewertung von zuletzt 159 Milliarden US-Dollar, erwägt laut Bloomberg eine Übernahme von PayPal oder Teilen davon. Die Überlegungen seien in einem frühen Stadium, ein Deal nicht sicher. Im Zuge der Übernahmegerüchte stieg PayPal zeitweise um rund 15 Prozent auf 48,5 US-Dollar und kam auf rund 43,5 Milliarden US-Dollar Börsenwert [3].
Für den Krypto-Markt ist diese Deal-Spekulation besonders relevant, weil Stripe zuletzt die Übernahme der Stablecoin-Plattform Bridge abgeschlossen hat und darüber Infrastruktur anbietet, mit der Unternehmen Stablecoins wie USDC oder USDT annehmen und auszahlen sowie zwischen Fiat und Stablecoins konvertieren können. PayPal wiederum verfügt mit PYUSD auf der Solana-Blockchain über einen eigenen Dollar-Stablecoin mit einer Marktkapitalisierung von rund 4,1 Milliarden US-Dollar. Ein Deal würde nicht nur Reichweite im Checkout-Geschäft bündeln, sondern könnte auch die Rolle von Stablecoins als Zahlungsinfrastruktur weiter in den Mainstream schieben [3].
Analyse & Einordnung
Diese drei Entwicklungsstränge – Banken-Custody, ETF-Nachfrage und Zahlungsinfrastruktur – bilden zusammen ein Mosaik der institutionellen Bitcoin-Adoption, das weit über kurzfristige Preisbewegungen hinausweist. Die Custody-Offensive von Citi und Morgan Stanley adressiert den entscheidenden Engpass für institutionelle Investoren: die Integration von Bitcoin in bestehende Reporting-, Steuer- und Compliance-Prozesse. Solange Bitcoin außerhalb der Bankplattform in Wallets oder an Exchanges verwahrt wird, bleibt er für viele institutionelle Portfolios praktisch unerreichbar – unabhängig vom Investment-Case. Mit bankbasierten Custody-Lösungen schließt sich diese Lücke, und Banken positionieren sich als vertrauenswürdige Schnittstelle, um nicht die Kundenbeziehung an Krypto-Börsen zu verlieren.
Die robusten ETF-Zuflüsse trotz eines 50-prozentigen Kursrückgangs signalisieren eine bemerkenswerte Reife des Marktes. Historisch betrachtet waren solche Drawdowns typischerweise von kapitulationsartigen Verkäufen begleitet. Die Tatsache, dass institutionelle Investoren über regulierte ETF-Vehikel nachkaufen, während der Preis fällt, deutet auf eine fundamental veränderte Investorenstruktur hin. Der Bitcoin-Markt besteht zunehmend aus langfristig orientierten Allokationen, nicht nur aus spekulativen Positionen. Die von CoinEx-Chefanalyst Jeff Ko angesprochene Abschwächung des aggressiven Verkaufsdrucks könnte darauf hindeuten, dass ein Großteil der schwachen Hände bereits ausgeschüttelt wurde.
Die potenzielle Stripe-PayPal-Konstellation würde eine weitere Dimension hinzufügen: die Integration von Krypto-Infrastruktur in alltägliche Zahlungsprozesse. Während Bitcoin primär als Wertaufbewahrungsmittel fungiert, könnten Stablecoins als Zahlungsrail zwischen den Welten vermitteln. Eine kombinierte Stripe-PayPal-Plattform mit Stablecoin-Infrastruktur hätte die Reichweite und technische Kapazität, um Krypto-basierte Zahlungen zu einem Massenphänomen zu machen. Dies würde wiederum die gesamte Blockchain-Infrastruktur legitimieren und indirekt Bitcoin als digitales Gold dieser neuen Finanzarchitektur stärken.
Fazit
• Die parallelen Custody-Initiativen von Citi und Morgan Stanley markieren den Beginn einer breiten Integration von Bitcoin in traditionelle Bankinfrastruktur – ein struktureller Wandel, der institutionellen Investoren den Zugang erheblich vereinfacht und die Legitimität von Bitcoin als Anlageklasse weiter festigt
• ETF-Zuflüsse von über einer Milliarde Dollar während eines signifikanten Kursrückgangs demonstrieren eine fundamental veränderte Investorenstruktur mit höherer Preisunempfindlichkeit und längerfristigem Anlagehorizont – ein Zeichen zunehmender Marktreife
• Die mögliche Fusion von Stripe und PayPal könnte Stablecoin-Infrastruktur in den Mainstream des Zahlungsverkehrs bringen und damit die gesamte Blockchain-Ökonomie legitimieren, von der Bitcoin als digitales Reserveasset langfristig profitieren würde
• Für langfristig orientierte Investoren sind diese Infrastruktur-Entwicklungen relevanter als kurzfristige Preisschwankungen – sie schaffen die institutionellen Voraussetzungen für eine dauerhafte Integration von Bitcoin ins globale Finanzsystem
• Der Wettlauf um Krypto-Infrastruktur zwischen etablierten Finanzinstitutionen unterstreicht, dass Bitcoin nicht mehr als Randasset behandelt wird, sondern als strategische Notwendigkeit für moderne Finanzdienstleister gilt
Quellen
KI-gestützter Inhalt
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Alle Fakten stammen aus verifizierten Nachrichtenquellen.