Kampf um verzinste Stablecoins: Krypto-Industrie und Banken ringen um Clarity Act

Die geplante US-Krypto-Regulierung sorgt für heftige Auseinandersetzungen zwischen Banken und der Krypto-Branche. Im Zentrum steht die Frage, ob Stablecoins Zinsen ausschütten dürfen – ein Passus, der das traditionelle Bankgeschäft fundamental bedrohen könnte.
Coinbase zieht Unterstützung für Gesetzentwurf zurück
Die Verabschiedung des Clarity Act, der lang erwarteten Krypto-Regulierung in den USA, steht auf der Kippe. Coinbase hat seine Unterstützung für den aktuellen Gesetzentwurf zurückgezogen – Grund dafür sind umstrittene Passagen, die Krypto-Anbietern verbieten würden, sogenannte "Halte-Zinsen" auf Stablecoins auszuschütten [2]. Der Schritt hatte unmittelbare politische Konsequenzen: Eine geplante Anhörung im Bankenausschuss des Senats wurde vorerst verschoben [2].
Trotz der Spannungen will sich Coinbase-CEO Brian Armstrong weiterhin für eine klare Krypto-Regulierung einsetzen. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos plant er, die Gespräche über den Clarity Act fortzuführen und den politischen Prozess wieder voranzubringen [2]. Das Unternehmen betont, weiter mit Gesetzgebern an Anpassungen zu arbeiten, um endlich klare Regeln für digitale Vermögenswerte zu schaffen [2].
Bankenlobby alarmiert über verzinste Stablecoins
Im Kern geht es um eine fundamentale Frage: Sollen Stablecoins ihren Haltern Zinsen auszahlen dürfen, ohne dass diese dafür aktiv werden müssen? Für Armstrong ist dieser Passus von zentraler Bedeutung, da er Krypto-Unternehmen den Zugang zur gesamten Bankenbranche öffnen würde [1].
Die Banken reagieren entsprechend alarmiert. Sie sehen in verzinsten Stablecoins einen direkten Angriff auf ihr Einlagengeschäft [1]. Würde die Stablecoin-Infrastruktur weiter wachsen, könnten Verbraucher ihr Kapital zunehmend vom klassischen Girokonto abziehen und in Stablecoin Wallets transferieren [1]. Banken befürchten Szenarien wie ein Austrocknen der Kreditvergabe infolge sinkender Sichteinlagen [1].
Anscheinend haben die Banken sogar US-Präsident Donald Trump davon überzeugt, Druck auf Armstrong auszuüben, von dieser Forderung abzurücken [1]. Der Senat will mit dem Verbot Krypto-Anbieter daran hindern, reine "Halte-Zinsen" auf Stablecoins auszuschütten – ein Schritt, den Banken als Schutz vor der Abwanderung klassischer Spareinlagen betrachten [2].
Strukturelle Vorteile von Stablecoins
Dabei weisen Stablecoins strukturell – nicht regulatorisch – eine höhere Sicherheit auf als traditionelles Bankguthaben [1]. Giroguthaben sind letztlich ungedeckte Forderungen gegen eine Bank, während Stablecoins wie Tether oder Circle durch Vermögenswerte höchster Bonität, vor allem US-Staatsanleihen, gedeckt sind [1]. Dass Bankeinlagen dennoch als sicherer gelten, liegt vor allem an Einlagensicherungssystemen und der impliziten Erwartung staatlicher Rettung, die bei Krypto-Unternehmen bislang fehlt [1].
Für inländische Zahlungen bieten Stablecoins bislang kaum Mehrwert und tun sich entsprechend schwer in der Payment-Adoption [1]. Eine lukrative Verzinsung würde jedoch eine völlig andere Situation schaffen [1].
Gespräche in Davos als letzte Chance?
In einem Video erklärte Armstrong, dass Coinbase während des Weltwirtschaftsforums auch mit führenden Bankchefs sprechen werde [2]. Dabei gehe es darum, verbleibende Differenzen zwischen Krypto-Industrie und Finanzsektor zu überbrücken, um eine Lösung zu finden, von der beide Seiten profitieren [2]. Ein zentraler Punkt der Gespräche sind Stablecoins, die laut Armstrong sowohl für Banken als auch für Krypto-Unternehmen Chancen eröffnen können [2]. Coinbase setzt sich dafür ein, gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen [2].
Die Ergebnisse der Gespräche will Armstrong an den US-Senat und die Regierung weitergeben [2]. Auch Trump wird das Weltwirtschaftsforum besuchen, doch angesichts des die Schlagzeilen dominierenden Grönlandkonfliktes bleibt unklar, ob der Krypto-Sektor auf seiner persönlichen Agenda steht [2].
Banken in stärkerer Position
Dass sich die Krypto-Industrie kurzfristig gegen die Bankenlobby durchsetzt, erscheint unwahrscheinlich [1]. Die Machtverhältnisse sprechen für das traditionelle Finanzwesen [1]. Wahrscheinlicher ist ein Stablecoin-Zinsverbot im Clarity Act – nicht zuletzt, um Banken Zeit zu verschaffen, eigene Stablecoin-Angebote und Infrastruktur aufzubauen [1].
Aufgeschoben bedeutet jedoch nicht aufgehoben: Stablecoins mit Zinsausschüttung werden kommen, die Frage ist nur wann [1]. Dann wird man zu Recht von einer neuen Phase der Krypto-Mainstream-Adoption sprechen können [1].
Quellen
- [1]btc-echo.de
- [2]btc-echo.de
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