Binance unter Druck: 1,7 Mrd. Dollar Iran-Geschäfte und US-Sanktionen

US-Senator Blumenthal leitet formelle Untersuchung gegen Binance wegen mutmaßlicher Sanktionsverstöße ein. Parallel zeigen Treasury-Sanktionen gegen russische Cyberkriminelle die verschärfte Regulierung von Krypto-Transaktionen.
Binance unter Druck: Wie Sanktionsverstöße die Krypto-Industrie ins Visier nehmen
Die weltgrößte Krypto-Exchange steht erneut im Zentrum regulatorischer Ermittlungen, während zeitgleich das US-Treasury seine Sanktionsinstrumente im Krypto-Bereich weiter schärft. Was auf den ersten Blick wie zwei separate Meldungen erscheint, offenbart bei genauerer Betrachtung ein systematisches Vorgehen amerikanischer Behörden gegen die Umgehung von Sanktionen mittels Kryptowährungen. Die jüngsten Entwicklungen markieren einen Wendepunkt in der regulatorischen Durchsetzung – mit weitreichenden Konsequenzen für die gesamte Branche.
Die Fakten
Der demokratische US-Senator Richard Blumenthal, ranghoher Vertreter im Senate Permanent Subcommittee on Investigations, hat eine formelle Untersuchung gegen Binance eingeleitet. In einem Schreiben an CEO Richard Teng fordert er umfassende Unterlagen zu mutmaßlichen Sanktionsverstößen, die Iran und Russland betreffen. Im Zentrum stehen Medienberichte über Transaktionen in Höhe von 1,7 Milliarden US-Dollar [1].
Die Vorwürfe wiegen schwer: Binance habe "Warnsignale offenbar ignoriert, wissentlich unzulässige Konten weiter betrieben und sogar direkte Unterstützung für an Geldwäsche beteiligte Akteure geleistet", schreibt Blumenthal [1]. Interne Compliance-Mitarbeiter hätten Ende 2025 festgestellt, dass die Binance-Partner Hexa Whale und Blessed Trust als Vermittler für Geldwäsche und Handelsgeschäfte mit iranischen Regierungseinrichtungen fungierten. Etwa 2.000 Konten mit Bezug zu iranischen Akteuren seien identifiziert worden – trotz bestehender US-Sanktionen und offizieller Nutzungsbeschränkungen [1].
Besonders brisant: Internes Personal warnte vor Transfers an Wallets, die mit den iranischen Revolutionsgarden in Verbindung stehen sollen, sowie vor Zahlungen an Besatzungsmitglieder der russischen Schattenflotte. Mitarbeitende, die entsprechende Bedenken äußerten, seien später suspendiert oder entlassen worden [1]. Das Unterkomitee verlangt bis 6. März 2026 umfassende Dokumente zu Iran- und Russland-bezogenen Konten, internen Untersuchungen sowie zur Suspendierung von Compliance-Mitarbeitern.
Parallel dazu demonstrierte das US-Treasury diese Woche seine verschärfte Gangart gegen sanktionsumgehende Krypto-Transaktionen. Die Behörde verhängte Sanktionen gegen ein russisches Exploit-Broker-Netzwerk, das gestohlene US-Regierungs-Cybertools mit Kryptowährungen erwarb und weiterverkaufte. Betroffen sind der russische Staatsbürger Sergey Sergeyevich Zelenyuk und sein Unternehmen Operation Zero sowie mehrere assoziierte Personen und Firmen [2].
Laut Treasury baute Zelenyuk von St. Petersburg aus ein Geschäft auf, das "Exploits" – Werkzeuge zur Ausnutzung von Software-Schwachstellen – kaufte und verkaufte. Darunter befanden sich mindestens acht proprietäre Cybertools, die von einem US-Verteidigungsunternehmen exklusiv für die US-Regierung und ausgewählte Verbündete entwickelt wurden. Diese Tools wurden von Peter Williams, einem australischen Staatsbürger und ehemaligen Mitarbeiter des Auftragnehmers, gestohlen und zwischen 2022 und 2025 gegen Millionen Dollar in Kryptowährungen an Operation Zero verkauft [2]. Williams bekannte sich im Oktober 2025 in zwei Anklagepunkten des Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen schuldig.
Treasury-Minister Scott Bessent stellte klar: "Wenn Sie US-Geschäftsgeheimnisse stehlen, werden wir Sie zur Rechenschaft ziehen" [2]. Die Sanktionen erfolgten gemäß Executive Order 13694 und markieren die erste Anwendung neuer Befugnisse unter dem Protecting American Intellectual Property Act. Operation Zero hatte laut Treasury Prämien in Millionenhöhe in Kryptowährungen für Exploits ausgelobt, die weit verbreitete US-Betriebssysteme und verschlüsselte Messaging-Plattformen angreifen. Die Firma meldete entdeckte Schwachstellen nicht an betroffene Software-Unternehmen, sondern versuchte sie an Kunden in Nicht-NATO-Ländern, einschließlich ausländischer Nachrichtendienste, zu verkaufen [2].
Analyse & Einordnung
Die zeitgleichen Entwicklungen bei Binance und den Treasury-Sanktionen sind kein Zufall. Sie signalisieren eine fundamentale Verschärfung der US-Regulierungsstrategie gegenüber Kryptowährungen im Kontext nationaler Sicherheit. Während die Trump-Administration öffentlich krypto-freundliche Töne anschlägt – Trump begnadigte Binance-Gründer Changpeng Zhao im Oktober 2025 [1] –, zeigen Ermittler und Senatoren parteiübergreifend wenig Nachsicht bei Sanktionsverstößen.
Für Binance kommen die neuen Vorwürfe zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Das Unternehmen hatte 2023 bereits 4,3 Milliarden Dollar Strafe gezahlt und sich schuldig bekannt, gegen US-Geldwäsche- und Sanktionsvorgaben verstoßen zu haben [1]. Die damalige Vereinbarung sollte einen Schlussstrich ziehen – stattdessen deuten die aktuellen Vorwürfe auf systematische Compliance-Versäumnisse hin, die bis in die jüngste Vergangenheit reichen. Besonders problematisch: Die angebliche Suspendierung und Entlassung von Compliance-Mitarbeitern, die Alarm schlugen, lässt auf institutionelle Defizite schließen, die weit über einzelne Fehltritte hinausgehen.
Die Verbindung zu World Liberty Financial, dem Krypto-Unternehmen der Trump-Familie, bei dem 85 Prozent des Stablecoins USD1 auf Binance gehalten werden [1], verleiht der Untersuchung zusätzliche politische Brisanz. Senator Blumenthal, ein Demokrat, könnte hier auch innenpolitische Ziele verfolgen. Unabhängig von den Motiven jedoch bleiben die fundamentalen Fragen bestehen: Wie kann eine Exchange mit globaler Reichweite wirksam Sanktionen durchsetzen? Und welche Verantwortung tragen Plattformen für die Transaktionen ihrer Nutzer?
Die Treasury-Sanktionen gegen das russische Exploit-Netzwerk demonstrieren die wachsende Fähigkeit der Behörden, komplexe Krypto-Transaktionsketten nachzuvollziehen und zu sanktionieren. Auch wenn Treasury keine spezifischen Wallet-Adressen veröffentlichte [2], sendet die Aktion eine klare Botschaft: Die Pseudonymität von Kryptowährungen schützt nicht vor Strafverfolgung, wenn nationale Sicherheitsinteressen tangiert sind. Für die Branche bedeutet dies verschärften Compliance-Druck und potenziell restriktivere Know-Your-Customer-Anforderungen.
Fazit
• Binance steht trotz 4,3-Milliarden-Dollar-Vergleich von 2023 erneut unter massivem regulatorischem Druck – die Vorwürfe systematischer Sanktionsverstöße und unterdrückter Compliance-Warnungen deuten auf institutionelle Defizite hin, die das Vertrauen in die weltgrößte Exchange nachhaltig beschädigen könnten
• US-Behörden verschärfen parteiübergreifend die Durchsetzung von Sanktionen im Krypto-Bereich, wobei nationale Sicherheitsinteressen Vorrang vor krypto-freundlicher Rhetorik erhalten – die erste Anwendung des Protecting American Intellectual Property Act markiert eine neue Eskalationsstufe
• Die Fälle demonstrieren die wachsende Fähigkeit von Strafverfolgungsbehörden, komplexe Krypto-Transaktionsketten nachzuvollziehen – Pseudonymität bietet keinen ausreichenden Schutz mehr vor behördlicher Verfolgung bei Verstößen gegen Sanktionen
• Für Exchanges und Krypto-Unternehmen bedeuten die Entwicklungen erheblich verschärften Compliance-Druck und potenziell restriktivere regulatorische Anforderungen – unzureichende Sanktionsprüfungen werden zunehmend als existenzielle Risiken erkennbar
• Investoren sollten die regulatorischen Risiken ihrer gewählten Plattformen neu bewerten – die politische Verbindung zwischen Binance und World Liberty Financial zeigt, wie schnell Krypto-Unternehmen in geopolitische Auseinandersetzungen geraten können
Quellen
KI-gestützter Inhalt
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Alle Fakten stammen aus verifizierten Nachrichtenquellen.