Bitcoin als Anleihe-Kollateral: Ledn bringt 188 Mio. USD auf Markt

Bitcoin als Anleihe-Kollateral: Ledn bringt 188 Mio. USD auf Markt

Mit dem ersten Bitcoin-besicherten Anleihe-Deal wird BTC als Kollateral im traditionellen Finanzmarkt etabliert. Der 188-Millionen-Dollar-Deal von Ledn markiert einen Wendepunkt für institutionelle Akzeptanz.

Bitcoin erobert den traditionellen Anleihenmarkt

Der Bitcoin-Kreditanbieter Ledn hat erstmals Bitcoin-besicherte Kredite in traditionelle Anleihen verpackt und erfolgreich am US-amerikanischen Markt für Asset-Backed Securities (ABS) platziert. Mit einem Volumen von 188 Millionen US-Dollar und der Beteiligung etablierter Wall-Street-Akteure wie Jefferies signalisiert dieser Deal einen bedeutenden Wandel: Bitcoin wird zunehmend als legitimes Kollateral im institutionellen Finanzwesen anerkannt. Die Tatsache, dass Standard & Poor's erstmals eine Bitcoin-besicherte Anleihe mit Investment-Grade bewertet hat, unterstreicht die wachsende Akzeptanz der digitalen Währung als Sicherheit für traditionelle Finanzprodukte.

Die Fakten

Ledn hat über die Struktur "Ledn Issuer Trust 2026-1" insgesamt 5.441 kurzfristige Balloon-Kredite von 2.914 US-Kreditnehmern gebündelt, die mit 4.078,87 BTC besichert sind [1]. Die Transaktion wurde in zwei Tranchen aufgeteilt: Eine Senior Class A Note mit einem Volumen von 160 Millionen US-Dollar erhielt von S&P Global Ratings das vorläufige Rating BBB- (sf), während die subordinierte Class B Note über 28 Millionen US-Dollar mit B- (sf) bewertet wurde [1]. Das BBB--Rating markiert die unterste Stufe des Investment-Grade-Bereichs, während B- im Bereich der sogenannten Junk-Bonds angesiedelt ist.

Die Investment-Grade-Tranche wurde mit einem Spread von etwa 335 Basispunkten über dem Benchmark-Zinssatz gepreist, was bedeutet, dass Investoren 3,35 Prozentpunkte zusätzliche Rendite für das Bitcoin-verbundene Kreditrisiko verlangen [1]. Der gewichtete Zinssatz der zugrunde liegenden Kredite liegt bei 11,8 Prozent [2]. Jefferies Financial Group übernahm die Rolle des Strukturierungsagenten und Bookrunners und fungierte als Vermittler zwischen institutionellen Fixed-Income-Investoren und dieser neuen Form der Krypto-Exposition [1].

Die Transaktion verlief nicht ohne Komplikationen. Als der Bitcoin-Kurs in den vergangenen Monaten deutlich einbrach, wurde etwa ein Viertel der für die Anleiheemission vorgesehenen Kredite liquidiert, wie das Wall Street Journal berichtete [2]. Dies führte zu einer Änderung der Zusammensetzung: Statt ursprünglich geplanter 199 Millionen US-Dollar in Bitcoin-Krediten und 1 Million US-Dollar Cash waren es zeitweise nur 150 Millionen US-Dollar in Bitcoin-Krediten und 50 Millionen US-Dollar Cash. Ledn vergab jedoch seither wieder neue Kredite [2].

Branchenexperten bewerten die Entwicklung positiv. Andre Dragosch, Head of Research Europe bei Bitwise, erklärte gegenüber Cointelegraph, dass die Tatsache, dass Ledn diese Kredite in ein traditionelles ABS verpacken konnte, zeige, dass BTC "zunehmend als sichere und legitime Sicherheit von traditionellen Finanzinstitutionen gesehen wird" [1]. Er verwies auf Großbanken wie JPMorgan, die ihren Kunden bereits Bitcoin-besicherte Kredite anbieten, als weiteren Beleg für diese Entwicklung.

Jinsol Bok, Research Lead bei Four Pillars, betonte gegenüber Cointelegraph, dass diese Entwicklung bedeute, dass Liquidität nicht mehr gebunden bleiben müsse, sondern "in neue Kreditvergabe expandiert werden kann" [1]. Er hob hervor, dass Bitcoin-besicherte Kredite im Gegensatz zu Immobilienhypotheken transparent on-chain verfolgt und programmierbar liquidiert werden könnten, weshalb die damit verbundenen Risiken "nicht übermäßig übertrieben werden müssen" [1].

Analyse & Einordnung

Dieser Deal markiert einen Wendepunkt in der Integration von Bitcoin in das traditionelle Finanzsystem. Während Bitcoin-Treasury-Unternehmen wie MicroStrategy oder Strategy bereits seit Jahren Anleihen und Vorzugsaktien ausgeben, um Bitcoin zu erwerben, sind diese Instrumente rechtlich nicht mit Bitcoin besichert – sie stellen lediglich eine Wette auf die Zahlungsfähigkeit des emittierenden Unternehmens dar [2]. Die Ledn-Transaktion hingegen schafft echte Bitcoin-besicherte Wertpapiere, bei denen Investoren im Worst-Case-Szenario Zugriff auf die hinterlegten BTC oder deren Verkaufserlöse haben.

Die strukturellen Vorteile von Bitcoin als Kollateral werden hier erstmals im institutionellen Maßstab genutzt: Die 24/7-Verfügbarkeit, hohe Liquidität und die Möglichkeit der programmierbaren Verwahrung in Smart Contracts oder durch Drittparteien reduzieren das Ausfallrisiko erheblich. Die niedrigen Loan-to-Value-Verhältnisse (LTV) – Ledn kollateralisiert seine Kredite mit dem doppelten Bitcoin-Wert [2] – sorgen für zusätzliche Sicherheitspuffer. Dass während des jüngsten Kurseinbruchs Liquidationen erfolgreich durchgeführt werden konnten, demonstriert die Funktionsfähigkeit dieser Mechanismen in der Praxis.

Die europaweite Expansion dieses Marktes zeigt sich an der Kooperation von Firefish mit der London Stock Exchange Group (LSEG). Firefish, die führende Plattform für Bitcoin-besicherte Kredite in der EU, stellt nun ihre Daten über die Analyseplattform "Workspace" der LSEG bereit und erreicht damit mehr als 400.000 Finanzexperten [2]. Mit Zinssätzen unter 10 Prozent für 12-Monats-Kredite und der Möglichkeit längerer Laufzeiten positioniert sich Firefish als attraktive Alternative [2]. Die sinkenden Zinssätze deuten darauf hin, dass mit wachsendem Wettbewerb und zunehmender institutioneller Akzeptanz die Kreditkonditionen für Bitcoin-Inhaber kontinuierlich besser werden. Dies könnte einen selbstverstärkenden Effekt auslösen: Bessere Konditionen ziehen mehr Kreditnehmer an, größere Volumina ermöglichen weitere ABS-Deals, und die erhöhte Liquidität senkt wiederum die Risikoprämien.

Fazit

• Der erfolgreiche 188-Millionen-Dollar-ABS-Deal von Ledn mit Investment-Grade-Rating etabliert Bitcoin erstmals als institutionell anerkanntes Kollateral im traditionellen Anleihenmarkt und durchbricht damit eine wichtige psychologische Barriere für konservative Fixed-Income-Investoren.

• Die strukturellen Vorteile von Bitcoin als Kollateral – 24/7-Liquidität, transparente On-chain-Verfolgbarkeit und programmierbare Liquidation – bieten erhebliche Effizienzgewinne gegenüber traditionellen Sicherheiten wie Immobilien und könnten langfristig zu einem bedeutenden Markt für Bitcoin-besicherte Finanzprodukte führen.

• Die Expansion in Europa durch Firefish und die Integration mit der London Stock Exchange Group zeigen, dass sich ein globaler Markt für Bitcoin-besicherte Kredite entwickelt, der mit zunehmendem Wettbewerb und institutioneller Beteiligung attraktivere Konditionen für Bitcoin-Inhaber ermöglicht.

• Die erfolgreiche Bewältigung der Kursvolatilität durch Liquidationsmechanismen während des jüngsten Bitcoin-Einbruchs demonstriert die Praxistauglichkeit dieser Strukturen und dürfte das Vertrauen institutioneller Investoren in diese Asset-Klasse stärken.

• Mit Großbanken wie JPMorgan, die ebenfalls in diesen Markt einsteigen, steht die Integration von Bitcoin als Standardkollateral im Finanzsystem möglicherweise erst am Anfang einer längerfristigen Entwicklung, die Bitcoin-Inhabern neue Möglichkeiten der Kapitalnutzung eröffnet, ohne ihre Position verkaufen zu müssen.

KI-gestützter Inhalt

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Alle Fakten stammen aus verifizierten Nachrichtenquellen.

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