Bitcoin-Bärenmarkt: Warum 55.000 Dollar noch nicht das Ende bedeuten

Bitcoin-Bärenmarkt: Warum 55.000 Dollar noch nicht das Ende bedeuten

Onchain-Analysten sehen Bitcoin-Tiefpunkt bei 55.000 Dollar, doch aktuelle Marktindikatoren deuten auf fehlende Kapitulation hin. Eine kritische Bestandsaufnahme zwischen Panik und Kaufgelegenheit.

Bitcoin-Bärenmarkt: Die schmerzhafte Wahrheit über fehlende Kapitulation

Während Kritiker erneut den Tod von Bitcoin verkünden und der Kurs unter 70.000 US-Dollar gefallen ist, zeichnen Onchain-Daten ein differenzierteres Bild: Der Markt befindet sich zwar in einer Bärenphase, hat aber seinen strukturellen Tiefpunkt möglicherweise noch nicht erreicht. Für langfristige Investoren bedeutet dies eine unbequeme Wahrheit – die oft beschworene "größte Kaufchance" könnte noch auf sich warten lassen, während gleichzeitig die fundamentalen Argumente für Bitcoin intakt bleiben.

Die Fakten

Der Onchain-Datenanbieter CryptoQuant hat in einer aktuellen Analyse den potenziellen Bärenmarkt-Tiefpunkt für Bitcoin bei rund 55.000 US-Dollar identifiziert [1]. Diese Einschätzung basiert auf dem sogenannten Realized Price, der in früheren Marktzyklen als zentrale Unterstützungszone fungierte. Historisch betrachtet fiel Bitcoin in Bärenmärkten typischerweise noch 24 bis 30 Prozent unter diesen Wert, bevor eine nachhaltige Bodenbildung einsetzte [1].

Da Bitcoin aktuell mehr als 25 Prozent über diesem Niveau notiert, deutet dies laut CryptoQuant darauf hin, dass der Markt sein strukturelles Tief noch nicht erreicht hat [1]. Auch weitere Marktindikatoren sprechen gegen eine finale Kapitulation: Am 5. Februar realisierten Anleger Tagesverluste in Höhe von 5,4 Milliarden US-Dollar – ein Wert, der weiterhin unter den typischen Extremen früherer Bärenmärkte liegt [1]. Die kumulierten Monatsverluste betragen derzeit rund 0,3 Millionen BTC, während sie am Ende des Bärenmarktes 2022 bei etwa 1,1 Millionen BTC lagen [1].

Bewertungsindikatoren wie das MVRV-Verhältnis oder die Kennzahl für nicht realisierte Gewinne und Verluste (NUPL) haben bislang nicht jene Extremwerte erreicht, die frühere Markt-Tiefs kennzeichneten [1]. Besonders aufschlussreich ist das Verhalten langfristiger Investoren: Viele verkaufen aktuell nahe ihres Einstandspreises, während sie in früheren Zyklen Verluste von 30 bis 40 Prozent hinnahmen [1]. Derzeit befinden sich noch rund 55 Prozent des Bitcoin-Angebots im Gewinn – bei früheren Zyklustiefs lag dieser Wert eher im Bereich von 45 bis 50 Prozent [1].

Derweil nutzen prominente Bitcoin-Kritiker die aktuelle Schwäche für erneute Abgesänge. Financial-Times-Redakteurin Jemima Kelly prognostiziert, Bitcoin werde "zerschmettert auf dem Boden liegen" und attestiert der Kryptowährung eine Überbewertung von etwa 69.000 US-Dollar [2]. Ökonom Maurice Höfgen spricht vom "größten Schneeballsystem der Geschichte der Menschheit", während Nouriel Roubini eine "Krypto-Apokalypse" in Aussicht stellt [2]. Besonders lautstark äußert sich Edelmetallanhänger Peter Schiff, der zum Verkauf von Bitcoin zugunsten von Gold und Silber rät, "bevor er die andere Hälfte seines Marktwerts verliert" [2].

Interessanterweise warnte Schiff bereits im November 2013 bei einem Bitcoin-Kurs von unter 400 US-Dollar vor einem baldigen Platzen der Blase [2]. Laut der Website "Bitcoin Is Dead" wurde die Erfindung von Satoshi Nakamoto seit 2009 bereits 467-mal öffentlich für tot erklärt [2]. Wer jedes Mal auch nur 100 US-Dollar investiert hätte, wenn der finale Untergang verkündet wurde, säße heute auf mehr als 1.000 BTC im Gesamtwert von 73 Millionen US-Dollar [2].

Analyse & Einordnung

Die Diskrepanz zwischen technischen Indikatoren und öffentlicher Stimmung offenbart eine zentrale Herausforderung für Bitcoin-Investoren: Echte Kaufgelegenheiten fühlen sich selten wie solche an. Die CryptoQuant-Analyse liefert dabei eine nüchterne Perspektive, die beide Extreme – euphorische Bullen und triumphierende Kritiker – in Frage stellt. Wenn historische Muster Bestand haben, könnte der Markt tatsächlich noch weiter fallen, bevor eine nachhaltige Erholung einsetzt.

Diese Einschätzung wird durch das Verhalten langfristiger Holder untermauert, die bislang keine echte Kapitulation zeigen. In früheren Bärenmarkt-Tiefs – etwa 2015, 2018 und 2022 – verkauften überzeugte Bitcoin-Investoren mit erheblichen Verlusten, was massive Verkaufsspitzen in den Onchain-Daten erzeugte. Diese schmerzhafte Kapitulationsphase, in der selbst langfristige Überzeugungstäter aufgeben, markierte historisch den Wendepunkt. Dass derzeit viele lediglich nahe ihres Einstandspreises verkaufen, deutet auf noch vorhandene Hoffnung hin – und damit möglicherweise auf weiteres Abwärtspotenzial.

Gleichzeitig bleiben die fundamentalen Eigenschaften von Bitcoin unverändert: Die Hashrate von rund 120 TH/s zeigt, dass das Netzwerk so sicher ist wie nie zuvor [2]. Spot-ETFs verloren trotz massiven Abverkaufs lediglich 4 Prozent ihrer BTC-Bestände, was auf institutionelle Standhaftigkeit hindeutet [2]. Unternehmen wie Strategy unter Michael Saylor akkumulieren weiterhin kontinuierlich Bitcoin [2]. Diese Faktoren sprechen für eine intakte Infrastruktur und langfristiges Commitment bedeutender Akteure – selbst in turbulenten Zeiten.

Die wiederkehrenden Bitcoin-Todesanzeigen verdeutlichen zudem ein Muster, das sich durch die gesamte Geschichte der Kryptowährung zieht. Jeder bedeutende Kursrückgang wird von den gleichen Stimmen zum endgültigen Beweis für das Scheitern erklärt. Wer jedoch antizyklisch agierte und in Phasen maximaler Skepsis investierte, wurde historisch belohnt. Die Herausforderung besteht darin, Geduld aufzubringen und möglicherweise monatelang fallende Kurse zu ertragen, ohne den Boden exakt zu treffen.

Fazit

• Onchain-Daten deuten auf einen potenziellen Bitcoin-Tiefpunkt bei 55.000 Dollar hin, doch klassische Kapitulationssignale fehlen bislang – weitere Kursrückgänge sind nach historischen Mustern nicht ausgeschlossen

• Langfristige Investoren zeigen noch keine extreme Schmerzgrenze: Sie verkaufen nahe ihres Einstandspreises statt mit massiven Verlusten, was auf noch vorhandene Hoffnung und damit unvollständige Marktbereinigung hindeutet

• Fundamentale Netzwerkmetriken wie die Rekord-Hashrate, stabile ETF-Bestände und fortgesetzte institutionelle Akkumulation zeigen, dass die Bitcoin-Infrastruktur trotz Preisschwäche intakt bleibt

• Historisch erwiesen sich Phasen maximaler Skepsis und medialer Todesanzeigen als antizyklische Kaufgelegenheiten – die 467. Bitcoin-Todesmeldung könnte sich als ebenso voreilig erweisen wie die vorherigen 466

• Für geduldige Investoren mit langfristigem Horizont bieten aktuelle Bewertungen attraktives Risiko-Rendite-Verhältnis, vorausgesetzt sie können psychologisch mit weiteren Rückgängen und monatelanger Unsicherheit umgehen

KI-gestützter Inhalt

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Alle Fakten stammen aus verifizierten Nachrichtenquellen.

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