Bitcoin zwischen Bärenmarkt und Trendwende: Warum Makrodaten und institutionelle Zuflüsse neue Hoffnung wecken

Während Bitcoin nach deutlichen Kursverlusten bei 78.000 US-Dollar handelt, zeigen starke US-Wirtschaftsdaten und rekordhohe ETF-Zuflüsse erste Anzeichen einer möglichen Trendwende. Analysten warnen jedoch vor verfrühtem Optimismus und sehen weiteres Abwärtspotenzial.
Bitcoin zwischen Bärenmarkt und Trendwende: Warum Makrodaten und institutionelle Zuflüsse neue Hoffnung wecken
Der Bitcoin-Markt befindet sich an einem kritischen Wendepunkt. Nach einem Absturz auf ein 10-Monats-Tief von 75.442 US-Dollar am Montag [2] kämpft sich die führende Kryptowährung langsam zurück und notiert aktuell bei rund 78.000 US-Dollar. Während On-Chain-Analysten vor weiteren Kursrückgängen warnen, deuten überraschend starke US-Wirtschaftsdaten und massive institutionelle Zuflüsse auf eine mögliche Stabilisierung hin. Die entscheidende Frage: Ist der Boden bereits erreicht, oder steht Bitcoin vor einem weiteren Test tieferer Unterstützungszonen?
Für Bitcoin-Investoren ist die aktuelle Gemengelage besonders komplex. Einerseits zeigen traditionelle Risikoindikatoren positive Signale, andererseits fehlt es an breiter Akkumulation durch große Marktteilnehmer. Die kommenden Wochen dürften darüber entscheiden, ob die aktuellen Kursniveaus eine Kaufgelegenheit oder eine Zwischenstation auf dem Weg nach unten darstellen.
Die Fakten
Nach dem deutlichen Kursrutsch des vergangenen Wochenendes zeigt Bitcoin eine leichte Erholung und notiert mit einem Plus von rund 5 Prozent wieder oberhalb der Marke von 75.000 US-Dollar [1]. Trotz dieser kurzfristigen Gegenbewegung verzeichnet der breite Krypto-Markt auf Wochensicht weiterhin zweistellige Verluste. Von seinem Höchststand im Oktober ist Bitcoin mittlerweile fast 38 Prozent gefallen [2].
Die Skepsis vieler Analysten basiert auf klaren On-Chain-Signalen. Alex Thorn, Head of Research bei Galaxy Digital, identifiziert eine signifikante Angebotslücke in den Daten zwischen 82.000 und 70.000 US-Dollar [1]. Dies erhöhe das Risiko, dass Bitcoin tiefere Liquiditätszonen testen muss, bevor eine nachhaltige Bodenbildung erfolgt. Als potenzielle Zielzone nennt Thorn den Bereich zwischen 56.000 und 59.000 US-Dollar, was dem sogenannten Realised Price entspricht [1]. Jamie Coutts von Real Vision ergänzt diese Einschätzung mit der Beobachtung, dass die aktuelle Netto-Nachfrage fast ausschließlich von einer schrumpfenden Gruppe von Treasury-Käufern stamme [1]. Für einen echten Boden müssten diese Akteure ihre Positionierung grundlegend umkehren.
Die Daten von Alphractal bestätigen diese skeptische Haltung: Wallets mit einem Bestand zwischen 10 und 1.000 Bitcoin befinden sich weiterhin im Verkaufsmodus [1]. Zwar zeigt die Kohorte der Adressen mit 1.000 bis 10.000 BTC ein Wachstum, doch steht ein Großteil dieser Bestände in direkter Verbindung mit Krypto-Börsen, was nicht zwingend auf eine private Akkumulation hindeutet [1]. Die langfristigen Halter zeigen bisher kaum Anzeichen für signifikante Zukäufe [1].
Einen Hoffnungsschimmer bieten hingegen zwei unterschiedliche Datenpunkte. Erstens verzeichneten die Spot-Bitcoin-ETFs am Montag Nettozuflüsse in Höhe von 561,9 Millionen US-Dollar und beendeten damit eine viertägige Phase von Abflüssen [1]. Da kein einziger Fonds Abflüsse verzeichnete, deutet dies darauf hin, dass institutionelle Investoren die niedrigeren Kurse unterhalb des aggregierten Durchschnittskaufkurses von 84.000 US-Dollar für strategische Positionierungen nutzen [1].
Zweitens liefern makroökonomische Daten aus den USA überraschend positive Signale. Der ISM Manufacturing Purchasing Managers' Index (PMI) verzeichnete im Januar einen Wert von 52,6 – den höchsten Stand seit August 2022 [2]. Damit übertraf der Index deutlich die Markterwartung von 48,5 und beendete 26 aufeinanderfolgende Monate wirtschaftlicher Kontraktion [2]. Ein Wert über 50 signalisiert wirtschaftliche Expansion, während Werte darunter auf eine Schrumpfung hindeuten.
Bitcoin-Analysten sehen in diesem starken ISM-Wert ein potenzielles Signal für eine Trendwende. Joe Burnett, Vice President of Bitcoin Strategy bei Strive, erklärt: "Historisch markieren diese PMI-Umkehrungen den Übergang zu Risk-on-Bedingungen" [2]. Er verweist darauf, dass Bitcoin nach Anstiegen des Manufacturing-Index in den Jahren 2013, 2016 und 2020 jeweils deutlich zulegte. Der pseudonyme Analyst Plan C warnt: "Wenn Sie Ihr Verständnis des Bitcoin-Zyklus nicht schnell von der 4-Jahres-Halving-Illusion zu einem Business-Cycle- und Makro-Mindset weiterentwickeln, werden Sie die zweite massive Phase dieses Bitcoin-Bullenmarktes komplett verpassen" [2].
Analyse & Einordnung
Die aktuelle Situation offenbart einen fundamentalen Konflikt zwischen mikro- und makroökonomischen Indikatoren. Während die Bitcoin-spezifischen On-Chain-Daten ein klares Bild mangelnder Akkumulation zeichnen, deuten die breiteren Wirtschaftsdaten auf ein verbessertes Umfeld für Risikoassets hin. Diese Diskrepanz ist nicht untypisch für Wendepunkte im Bitcoin-Zyklus.
Historisch betrachtet zeigt die Korrelation zwischen dem ISM Manufacturing PMI und Bitcoin-Kursbewegungen ein interessantes Muster. In den Jahren 2013, 2016 und 2020 folgte auf eine Umkehr des PMI-Index tatsächlich eine deutliche Bitcoin-Rallye. Allerdings ist Vorsicht geboten: Benjamin Cowen von Into The Cryptoverse weist zu Recht darauf hin, dass Bitcoin nicht immer im Gleichschritt mit dem Manufacturing-Index läuft [2]. Im vergangenen Jahr stieg Bitcoin auf sein Allzeithoch von über 126.000 US-Dollar, während der PMI teilweise fiel oder stagnierte.
Die massive ETF-Zuflussrunde von 561,9 Millionen US-Dollar ist ein besonders bedeutsamer Datenpunkt. Sie zeigt, dass institutionelle Investoren den Kursrückgang unter den durchschnittlichen ETF-Kaufkurs von 84.000 US-Dollar als Kaufgelegenheit betrachten. Dies steht im Kontrast zum Verhalten der Whale-Wallets und deutet auf eine Divergenz zwischen traditionellen Finanzakteuren und Krypto-Native-Investoren hin. Historisch waren solche Phasen oft Vorboten einer mittelfristigen Bodenbildung, sofern die ETF-Zuflüsse sich als nachhaltig erweisen.
Die von Alex Thorn identifizierte Angebotslücke zwischen 82.000 und 70.000 US-Dollar ist jedoch ein ernstzunehmendes Warnsignal. Solche Liquiditätslücken entstehen, wenn in einem bestimmten Preisbereich wenig Bitcoin den Besitzer wechselt. Fällt der Kurs in diese Zone zurück, fehlen Unterstützungsniveaus, was zu beschleunigten Abwärtsbewegungen führen kann. Der von Thorn genannte Zielbereich zwischen 56.000 und 59.000 US-Dollar entspricht dem Realised Price – jenem Preis, zu dem alle Bitcoin im Durchschnitt zuletzt bewegt wurden. Dieser hat in früheren Zyklen oft als starke Unterstützung gedient, insbesondere in den Jahren 2019 und 2022.
Fazit
• Die aktuelle Bitcoin-Erholung steht auf wackeligen Beinen: Während institutionelle ETF-Investoren akkumulieren, befinden sich Whale-Wallets weiterhin im Verkaufsmodus, was auf eine fragile Marktverfassung hindeutet
• Der überraschend starke ISM Manufacturing PMI-Anstieg auf 52,6 könnte einen makroökonomischen Wendepunkt markieren – historisch folgten auf solche PMI-Umkehrungen oft deutliche Bitcoin-Rallyes, wobei die Korrelation nicht perfekt ist
• Das Abwärtsrisiko bleibt erheblich: Die identifizierte Angebotslücke zwischen 82.000 und 70.000 US-Dollar erhöht die Wahrscheinlichkeit weiterer Tests tieferer Unterstützungszonen im Bereich von 56.000 bis 59.000 US-Dollar
• Investoren sollten die ETF-Flows in den kommenden Tagen genau beobachten – nur anhaltende Zuflüsse trotz volatiler Märkte würden auf eine nachhaltige Bodenbildung hindeuten
• Die Divergenz zwischen traditionellen Wirtschaftsindikatoren und Krypto-spezifischen On-Chain-Daten unterstreicht die zunehmende Integration von Bitcoin in den makroökonomischen Kontext – das klassische 4-Jahres-Halving-Narrativ verliert an Erklärungskraft
Quellen
KI-gestützter Inhalt
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