Bitcoin-Korrektur verschärft sich: Warum institutionelle Verkäufer den Markt unter Druck setzen

Der Bitcoin-Preis ist innerhalb einer Woche um über 22 Prozent gefallen und notiert bei 69.000 US-Dollar. Veteranen-Trader Peter Brandt warnt vor systematischen Verkäufen durch Institutionen, während Analysten weitere Rückgänge bis auf 54.600 US-Dollar für möglich halten.
Bitcoin unter Druck: Institutionelle Verkaufswelle trifft auf Makro-Unsicherheit
Der Bitcoin-Markt durchlebt eine Phase intensiver Korrektur, die weit über normale Gewinnmitnahmen hinausgeht. Was die aktuelle Situation besonders bemerkenswert macht, ist das Zusammenspiel systematischer institutioneller Verkäufe mit makroökonomischer Unsicherheit. Während viele Beobachter auf schnelle Erholungen hofften, deutet die Marktstruktur auf einen längeren Konsolidierungsprozess hin – mit möglicherweise noch tieferen Kursrückgängen.
Die Analyse verschiedener Onchain-Metriken und institutioneller Datenströme zeigt ein klares Bild: Dies ist keine Panikverkaufswelle von Privatanlegern, sondern eine koordinierte Reduktion von Positionen durch große Marktteilnehmer.
Die Fakten
Bitcoin verzeichnete innerhalb einer Woche einen Rückgang von über 22,5 Prozent auf 69.000 US-Dollar [1], womit die Kryptowährung sämtliche Gewinne der vergangenen 15 Monate zunichte machte. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung notierte BTC bei 69.556 US-Dollar und rutschte damit unter die psychologisch wichtige Marke von 70.000 US-Dollar [2].
Veteran-Trader Peter Brandt identifiziert in der aktuellen Marktbewegung Anzeichen von "Campaign Selling" – einer systematischen, koordinierten Verkaufsaktion großer Institutionen [1]. Diese Einschätzung wird durch Onchain-Daten gestützt: Die Metrik zur Netto-Positionsveränderung von Minern zeigt eine eindeutige Verschiebung hin zur Netto-Distribution im Januar, wobei Miner durchgehend mehr BTC auf den Markt brachten [1].
Auch die US-Spot-Bitcoin-ETFs reduzierten ihr Engagement deutlich. Die Netto-BTC-Bestände fielen bis Mittwoch auf 1,27 Millionen BTC, nachdem sie zu Jahresbeginn noch bei 1,29 Millionen lagen [1]. Die Coinbase-Prämie, ein wichtiger Indikator für institutionelles Interesse, fiel auf Jahrestiefststände [1].
Die Marktbewegung erfolgt nicht im Vakuum: Der S&P 500 Software- und Dienstleistungsindex verlor seit dem 28. Januar rund 830 Milliarden US-Dollar an Marktwert und verzeichnete sechs Verlusttage in Folge [2]. Ryan Kirkley, Co-Founder und CEO von Global Settlement, kommentierte gegenüber BTC-ECHO, dass auch die Wahl von Kevin Warsh als Nachfolger von Fed-Chef Jerome Powell von den Märkten negativ aufgenommen wurde [2].
Gadi Chait, Head of Investments bei der Xapo Bank, rät zu erhöhter Vorsicht: "Die Kursbewegung zeigt eine Phase erhöhter Volatilität. Bitcoin hat sich schnell über 70.000 US-Dollar bewegt und scheint dort eine Unterstützung zu finden. Angesichts der globalen Unsicherheiten ist derzeit Abwarten sinnvoll" [2].
Brandt prognostiziert basierend auf seiner technischen Analyse ein potenzielles Kursziel von rund 63.800 US-Dollar, was einem weiteren Rückgang von 10 Prozent entspräche [1]. Onchain-Analyst GugaOnChain sieht sogar Risiken für einen tieferen Absturz in Richtung 54.600 US-Dollar. Dieser Wert entspricht der unteren Zone des BTC DCA Signal Cycle-Indikators, der Bitcoin als strukturell unterbewertet identifizieren würde [1]. GugaOnChain erklärte: "Die derzeitige Preiskonvergenz in Richtung des Bandes, das den Beginn der Akkumulationsphase signalisiert und bei etwa 54.600 US-Dollar liegt, deutet darauf hin, dass wir uns im kritischen Übergang zwischen Kapitulation und Akkumulation befinden" [1].
Analyse & Einordnung
Die aktuelle Korrektur unterscheidet sich in wichtigen Aspekten von typischen Bullmarkt-Rücksetzern. Das Fehlen selbst moderater Erholungsrallyes und die Abwesenheit von "Dip-Käufern" deutet auf eine fundamentale Verschiebung in der Marktstimmung hin. Die Kombination aus systematischen Verkäufen durch Miner, ETF-Abflüssen und schwachem institutionellen Interesse bildet einen perfekten Sturm.
Besonders bemerkenswert ist die Parallelität zur Schwäche im Tech-Sektor. Der Krypto-Markt zeigt einmal mehr seine hohe Korrelation mit Risiko-Assets, reagiert jedoch schneller und heftiger. Wie Krypto-Forensiker Albert Quehenberger von AQ Forensics treffend analysiert: Der 24/7-Handel, die Transparenz der Blockchain und die geringere Markttiefe führen zu stärkeren Ausschlägen, ermöglichen aber auch eine schnellere Preisfindung [3].
Die Warnung von Malte Häusler von Timeless Investments vor einer möglichen KI-Blase und weiteren Korrekturen bei Tech-Unternehmen [3] deutet darauf hin, dass die makroökonomischen Belastungen noch nicht vollständig eingepreist sind. Sollte es zu einer breiteren Tech-Korrektur kommen, dürfte Bitcoin als hochvolatiles Asset überproportional betroffen sein.
Historisch betrachtet haben ähnliche Phasen institutioneller Distribution jedoch auch attraktive Einstiegsmöglichkeiten geschaffen. Die Referenz auf 2022, als Bitcoin unter die 20.000-US-Dollar-Marke fiel, bevor ein Jahr später eine Rally auf über 30.000 US-Dollar folgte [1], zeigt das langfristige Erholungspotenzial. Dr. André Dragosch von Bitwise rechnet zwar mit weiterer Konsolidierung im ersten Quartal, geht aber davon aus, dass "der Boden höchstwahrscheinlich bereits hinter uns liegt" [3].
Die strukturelle These bleibt intakt: Bitcoin wird zunehmend als Treasury-Asset von Unternehmen betrachtet und gewinnt als Sicherheitsinstrument für Kredite an Bedeutung [3]. Diese fundamentalen Entwicklungen werden durch kurzfristige Marktbewegungen nicht infrage gestellt, sondern lediglich zeitlich verzögert.
Fazit
• Die aktuelle Bitcoin-Korrektur ist primär durch systematische institutionelle Verkäufe getrieben, nicht durch Retail-Panik – dies zeigen die sinkenden ETF-Bestände und die erhöhte Miner-Distribution deutlich
• Weitere Kursrückgänge bis auf 63.800 US-Dollar (technische Analyse) oder sogar 54.600 US-Dollar (Onchain-Metriken) sind realistisch und würden historische Akkumulationszonen aktivieren
• Die Abhängigkeit von makroökonomischen Faktoren und der Tech-Sektor-Performance bleibt hoch – eine mögliche KI-Blasenkorrektur könnte zusätzlichen Druck erzeugen
• Trotz kurzfristiger Schwäche bleiben die strukturellen Fundamentaldaten intakt: Die zunehmende Nutzung als Treasury-Asset und Kreditsicherheit stützt die langfristige These
• Geduld ist die Devise: Experten erwarten Konsolidierung im ersten Quartal 2026 und sehen den eigentlichen Katalysator für eine nachhaltige Erholung noch nicht gegeben – eine mögliche Rotation aus Edelmetallen könnte jedoch neue Dynamik bringen
Quellen
KI-gestützter Inhalt
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Alle Fakten stammen aus verifizierten Nachrichtenquellen.