Bitcoin-Korrektur auf 73.000 Dollar: Warum die historische Volatilität noch im Normalbereich liegt

Bitcoin-Korrektur auf 73.000 Dollar: Warum die historische Volatilität noch im Normalbereich liegt

Bitcoin ist auf den tiefsten Stand seit einem Jahr gefallen und notiert knapp 45 Prozent unter dem Allzeithoch. Doch Experten sehen in der aktuellen Korrektur noch keine Anomalie – sie entspricht den historischen Mustern eines sich monetarisierenden Assets.

Bitcoin-Korrektur auf 73.000 Dollar: Warum die historische Volatilität noch im Normalbereich liegt

Der Bitcoin-Kurs hat am Dienstag mit 72.945 Dollar den niedrigsten Stand seit einem Jahr markiert und liegt damit fast 45 Prozent unter seinem Allzeithoch von 126.267 Dollar [1]. Während viele Anleger bereits das Ende des Bullenzyklus befürchten, zeichnen Marktanalysten ein differenzierteres Bild: Die aktuelle Volatilität bewegt sich weiterhin innerhalb historischer Normwerte und könnte symptomatisch für einen sich rasch monetarisierenden Vermögenswert sein. Gleichzeitig setzt die Korrektur Treasury-Unternehmen wie Strategy massiv unter Druck – das Unternehmen verzeichnet nun unrealisierte Verluste bei seinen 713.000 Bitcoin.

Die Kopplung zwischen traditionellen Risiko-Assets und Bitcoin zeigt sich in dieser Marktphase besonders deutlich, während die makroökonomischen Rahmenbedingungen mit politischen Unsicherheiten und Zweifeln an der KI-Infrastruktur-Rallye für zusätzliche Belastung sorgen.

Die Fakten

Bitcoin durchbrach am Dienstag die psychologisch wichtige Marke von 75.000 Dollar nach unten und erreichte ein neues Jahrestief bei 72.945 Dollar [1]. Der Kurs liegt damit aktuell rund 7 Prozent im Minus und verzeichnet seit Jahresbeginn einen Verlust von 15 Prozent [1][3]. Andere große Kryptowährungen verzeichneten noch stärkere Einbußen von über 10 Prozent, während der Fear & Greed-Index mit 17 Punkten kurz vor dem Bereich extremer Angst notiert [3].

Die Turbulenzen am Kryptomarkt spiegeln sich auch in massiven Liquidationen wider: Long-Positionen bei Bitcoin wurden im Umfang von 127,25 Millionen Dollar zwangsliquidiert, bei Ethereum belief sich das Volumen sogar auf 159,1 Millionen Dollar [1]. Diese Zwangsliquidierungen verstärkten den Verkaufsdruck zusätzlich.

Besonders hart traf es das Treasury-Unternehmen Strategy: Die Aktie stürzte um über 8 Prozent ab und fiel auf Niveaus, die zuletzt Ende 2024 gesehen wurden [2]. Mit 713.502 Bitcoin auf der Bilanz zu einem durchschnittlichen Kaufpreis von 76.052 Dollar pro Coin steht das Unternehmen nun vor unrealisierten Verlusten von annähernd einer Milliarde Dollar [2]. Strategy hatte erst in der vergangenen Woche weitere 855 Bitcoin für durchschnittlich 87.974 Dollar erworben [2]. Chairman Michael Saylor bekräftigte jedoch unmissverständlich, dass das Unternehmen nicht verkaufen werde und stattdessen die Akkumulationsstrategie auch in schwachen Marktphasen fortsetze [2].

Die traditionellen Aktienmärkte zeigen ebenfalls erhebliche Schwäche: Der S&P 500 verlor rund 1,2 Prozentpunkte, während Tech-Giganten wie Nvidia 5 Prozent, Microsoft 2,7 Prozent und Amazon 2,67 Prozent einbüßten [1][3]. PayPal verzeichnete sogar einen Kurssturz von 20 Prozent [3]. Diese Entwicklung deutet auf einen breiten Abverkauf von Risiko-Assets hin, während Safe-Haven-Anlagen wie Gold und Silber um jeweils 5 Prozent zulegten [3].

Als Hauptgründe für die Marktturbulenzen identifizieren Beobachter mehrere Faktoren: Investoren hinterfragen zunehmend die Nachhaltigkeit der Bewertungen im KI-Sektor und befürchten, dass Produktnachfrage und Umsätze hinter den Branchenprognosen zurückbleiben könnten [1]. Hinzu kommen politische Unsicherheiten durch den teilweisen Shutdown der US-Regierung, dessen Ende erst für den 13. Februar erwartet wird, sowie zunehmende geopolitische Spannungen [3].

Trotz der negativen Stimmung sieht Joe Burnett, Vice President of Bitcoin Strategy bei Strive, die aktuelle Situation gelassen: "Die Price Action bewegt sich bei 74.000 Dollar noch immer innerhalb historischer Normwerte", erklärte er [1]. Burnett führt aus, dass der Drawdown von 45 Prozent eng mit der historischen Volatilität übereinstimme und ergänzt: "Volatilität dieser Größenordnung bleibt ein Symptom eines sich rasch monetarisierenden Assets" [1].

Alex Thorn, Head of Research bei Galaxy Digital, identifizierte in On-Chain-Daten eine signifikante Angebotslücke zwischen 82.000 und 70.000 Dollar und nennt als potenzielle Zielzone den Bereich zwischen 56.000 und 59.000 Dollar, was dem Realised Price entspricht [3]. Orderbook-Daten von TRDR.io zeigen, dass sich Kaufgebote im Bereich zwischen 71.800 und 63.000 Dollar verdichten [1].

Analyse & Einordnung

Die aktuelle Korrektur mag für viele Anleger schmerzhaft sein, sie bewegt sich jedoch klar innerhalb der Parameter früherer Bitcoin-Zyklen. Drawdowns von 40 bis 50 Prozent während eines Bullmarktes sind historisch keine Seltenheit – selbst im Zyklus 2020/2021 erlebte Bitcoin mehrere Korrekturen von über 50 Prozent, bevor neue Allzeithochs erreicht wurden. Die Aussage von Joe Burnett, dass diese Volatilität ein Merkmal eines sich monetarisierenden Assets sei, trifft den Kern: Bitcoin durchläuft weiterhin den Transformationsprozess von einem spekulativen Asset zu einer global anerkannten Wertaufbewahrung.

Besonders aufschlussreich ist die Re-Korrelation zwischen Bitcoin und traditionellen Risiko-Assets. Nach einer Phase relativer Entkopplung folgt Bitcoin wieder eng den Tech-Aktien und reagiert sensibel auf makroökonomische Unsicherheiten. Dies zeigt, dass Bitcoin trotz seiner zunehmenden Reife als Asset noch nicht die Rolle eines Safe Haven einnimmt, die manche Maximalisten ihm zuschreiben. Die Flucht in Gold und Silber während dieser Korrektur unterstreicht dies deutlich. Langfristig könnte dies jedoch positiv sein: Sobald die makroökonomischen Unsicherheiten nachlassen und Risiko-Assets wieder gefragt sind, dürfte Bitcoin überproportional profitieren.

Die Situation von Strategy verdient besondere Beachtung, da sie exemplarisch für die Herausforderungen der Treasury-Strategie steht. Mit einem durchschnittlichen Kaufpreis von 76.052 Dollar liegt das Unternehmen nun im unrealisierten Verlustbereich. Dass Michael Saylor dennoch weiter akkumuliert und kategorisch ausschließt zu verkaufen, sendet ein starkes Signal an den Markt. Dieses Verhalten könnte mittelfristig stabilisierend wirken, kurzfristig steht jedoch die Frage im Raum, wie der Aktienmarkt auf anhaltend niedrige Bitcoin-Preise reagiert und ob dies die Finanzierungsmöglichkeiten für weitere Käufe einschränkt. Die On-Chain-Analyse von Alex Thorn, die auf eine potenzielle weitere Korrektur in den Bereich 56.000 bis 59.000 Dollar hinweist, sollte ernst genommen werden – dieser Realised Price stellt historisch eine wichtige Unterstützungszone dar, bei der langfristige Holder typischerweise akkumulieren.

Fazit

• Die Bitcoin-Korrektur von 45 Prozent mag dramatisch erscheinen, bewegt sich aber innerhalb historischer Volatilitätsmuster vergangener Bullenzyklen und stellt noch keine strukturelle Anomalie dar

• Die starke Korrelation mit traditionellen Risiko-Assets zeigt, dass Bitcoin noch nicht die Safe-Haven-Rolle einnimmt, die langfristig angestrebt wird – kurzfristig bleibt das makroökonomische Umfeld der dominierende Preistreiber

• Strategy steht mit unrealisierten Verlusten exemplarisch für die Herausforderungen der Treasury-Strategie, doch Saylors konsequente Akkumulation könnte mittelfristig als starkes Vertrauenssignal wirken

• Die identifizierte Angebotslücke und potenzielle Unterstützungszone zwischen 56.000 und 63.000 Dollar sollten als relevante Bereiche für mögliche Stabilisierung beobachtet werden

• Anleger sollten die Earnings-Saison der kommenden Woche und die politische Entwicklung bis zum 13. Februar genau verfolgen, da diese wahrscheinlich mehr Einfluss auf den Bitcoin-Kurs haben werden als kryptospezifische Faktoren

KI-gestützter Inhalt

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Alle Fakten stammen aus verifizierten Nachrichtenquellen.

Marktanalyse

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