Bitcoin-Crash auf 75.000 Dollar: Wenn selbst MicroStrategy ins Minus rutscht

Der Bitcoin-Kurs ist am Wochenende unter 76.000 Dollar gefallen und durchbrach damit erstmals seit April 2025 kritische Unterstützungszonen. Besonders brisant: Selbst MicroStrategys massive Bitcoin-Position rutschte zeitweise in die Verlustzone – ein psychologisch bedeutsamer Moment für den gesamten Markt.
Bitcoin-Crash auf 75.000 Dollar: Wenn selbst MicroStrategy ins Minus rutscht
Der Wochenend-Absturz des Bitcoin-Kurses auf zeitweise 75.644 Dollar markiert nicht nur einen technischen Einbruch, sondern auch einen psychologischen Wendepunkt: Erstmals seit Beginn ihrer massiven Akkumulationsstrategie rutschte MicroStrategys Bitcoin-Position ins Minus. Mit einem durchschnittlichen Einstandspreis von 76.037 Dollar pro Bitcoin und mehr als 700.000 BTC im Treasury wurde das Unternehmen zum unfreiwilligen Gradmesser für die Marktstimmung. Was auf den ersten Blick wie eine kurzfristige Marktkorrektur aussieht, offenbart bei genauerer Betrachtung tiefgreifende Verschiebungen in der Marktstruktur – und wirft Fragen nach den weiteren Entwicklungen auf.
Die Fakten
Bitcoin verlor am Wochenende innerhalb weniger Stunden über 7 Prozent an Wert und fiel von einem 24-Stunden-Hoch bei 84.356 Dollar auf ein Tief von 75.644 Dollar [3]. Der Kurs durchbrach damit die psychologisch wichtige 80.000-Dollar-Marke erstmals seit April 2025 – ein Niveau, das zuletzt während der ersten Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump erreicht wurde [1]. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung stabilisierte sich der Kurs bei rund 77.825 Dollar, wobei das tägliche Handelsvolumen auf 75 Milliarden Dollar anschwoll [3].
Die Derivatemärkte erlebten eine regelrechte Liquidationswelle: Innerhalb von nur vier Stunden wurden Positionen im Wert von 1,87 Milliarden US-Dollar zwangsliquidiert, wobei Long-Positionen mit rund 1,79 Milliarden Dollar den Löwenanteil trugen [1]. Besonders dramatisch war die Situation bei Ethereum, wo allein 850 Millionen Dollar liquidiert wurden. Knapp die Hälfte dieser Liquidationen ereignete sich auf der Perpetual-Plattform Hyperliquid, wo Berichte auf X von Tradern mit teils achtstelligen Positionsgrößen kursierten, die entweder liquidiert wurden oder ihre Positionen schließen mussten [1].
Das Open Interest – ein Indikator für das Marktinteresse an einem Asset – sank bei Bitcoin innerhalb von 24 Stunden um 8,3 Prozent, was auf eine allgemeine Zurückhaltung der Anleger hindeutet [1]. Besonders bedeutsam: Der Bitcoin-Kurs fiel unter die sogenannte "True Market Mean" bei 80.700 Dollar, also die aggregierte Kostenbasis für das aktuell aktive Bitcoin-Angebot [2]. Analyst On-Chain College kommentierte: "Bitcoin liegt jetzt UNTER der True Market Mean (80.700 Dollar) zum ersten Mal seit Oktober 2023, als der Preis bei 29.000 Dollar lag. Einfach gesagt: Das ist nicht gut für Bitcoins kurz- bis mittelfristige Preisentwicklung" [2].
MicroStrategy, das Unternehmen mit dem größten Bitcoin-Treasury überhaupt, sah seine Position erstmals seit Beginn der Akkumulationsstrategie ins Minus rutschen. Mit über 700.000 BTC und einem Durchschnittspreis von 76.037 Dollar pro Bitcoin war das Unternehmen vom Kursrückgang direkt betroffen [2]. Der Aktienkurs von MicroStrategy notierte bei 143 Dollar – ein Rückgang von fast 70 Prozent gegenüber dem lokalen Höchststand von 455 Dollar im Juli des Vorjahres [2]. Michael Saylor, CEO von MicroStrategy, kommentierte die Situation auf X lakonisch mit: "₿uilt for the Long Run" [1].
Die konkreten Auslöser für den Abverkauf bleiben weitgehend unklar. Es gibt vereinzelte Spekulationen auf X über koordinierte Verkäufe, jedoch ohne belastbare Beweise [1]. Als mögliche externe Faktoren werden die zunehmenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten genannt, insbesondere in der Straße von Hormus, wo Teheran seine Streitkräfte kürzlich in "volle Verteidigungs- und Kampfbereitschaft" versetzt hatte, während die USA Kriegsschiffe vor der Küste zusammenzogen [1]. Zusätzlich trat die US-Regierung in einen partiellen Shutdown, nachdem der Kongress keine Einigung über ein vollständiges Haushaltspaket erzielen konnte [3].
Analyse & Einordnung
Der aktuelle Kurseinbruch unterscheidet sich in mehreren Aspekten von typischen Korrekturen. Die Geschwindigkeit des Absturzes und die massiven Liquidationen deuten auf ein klassisches Deleveraging-Event hin – einen erzwungenen Positionsabbau durch Margin Calls, nicht auf organische Gewinnmitnahmen. Besonders aufschlussreich ist der Rückgang des Open Interest um 8,3 Prozent: Dies signalisiert, dass spekulatives Kapital den Markt verlässt und Trader ihre Hebelpositionen reduzieren. Historisch betrachtet führen solche Phasen oft zu gesünderen Marktstrukturen, da übermäßige Leverage ausgewaschen wird.
Der Durchbruch unter die True Market Mean bei 80.700 Dollar ist aus on-chain-analytischer Sicht besonders relevant. Dieses Niveau repräsentiert den durchschnittlichen Einstandspreis aller aktiven Bitcoin-Holder und fungiert historisch als starker Magnetpunkt. Fällt der Preis darunter, befinden sich mehr Halter im Verlust, was psychologischen Verkaufsdruck erzeugen kann. Interessanterweise zeigen die Daten gleichzeitig einen Anstieg neuer Bitcoin-Adressen auf den höchsten Stand seit zwei Monaten [3] – ein Hinweis darauf, dass neue Käufer die niedrigeren Preise als Einstiegsgelegenheit betrachten. Diese Divergenz zwischen Verkaufsdruck bei gehebelten Positionen und akkumulierendem Spot-Interesse ist typisch für Markttiefs.
Die Situation bei MicroStrategy verdient besondere Aufmerksamkeit. Das Unternehmen hat sich als institutioneller Vorreiter positioniert und seinen Einstandspreis durch kontinuierliche Käufe auf 76.037 Dollar gebracht. Dass diese Position nun im Minus liegt, ist zwar technisch unbedeutend für ein langfristig orientiertes Treasury-Unternehmen, sendet aber ein Signal an andere Corporates, die ähnliche Strategien erwägen. Saylors Reaktion "Built for the Long Run" unterstreicht die langfristige Ausrichtung, doch für potenzielle Nachahmer könnten solche Drawdowns abschreckend wirken. Die 70-prozentige Korrektur der MSTR-Aktie vom Höchststand zeigt zudem, wie stark der Markt die Leverage-Komponente von MicroStrategys Strategie bewertet – und bestraft.
Mittelfristig dürften die 74.500-Dollar-Marke vom April 2025 sowie die psychologische 70.000-Dollar-Zone als nächste Unterstützungsbereiche fungieren. Die technische Struktur hat sich durch den Bruch der seit Dezember gültigen Aufwärtstrendlinie und des 50-Tage-EMA bei 90.000 Dollar deutlich verschlechtert [3]. Eine Rückeroberung der 82.000- bis 84.000-Dollar-Zone wäre notwendig, um die bärische Struktur zu neutralisieren. Bemerkenswert ist, dass Bitcoin trotz des starken Rückgangs besser als Gold performte, das während derselben Periode stärker korrigierte [3] – ein Indiz für relative Stärke trotz Volatilität.
Fazit
• Der Bitcoin-Crash auf unter 76.000 Dollar markiert einen strukturellen Bruch wichtiger technischer und psychologischer Unterstützungen, insbesondere der True Market Mean bei 80.700 Dollar – historisch ein kritisches Niveau für mittelfristige Trendentwicklungen.
• Die Liquidationswelle von 1,87 Milliarden Dollar in vier Stunden und der Rückgang des Open Interest um 8,3 Prozent zeigen ein klassisches Deleveraging-Event, das übermäßige Hebelpositionen aus dem Markt spült und potenziell eine gesündere Basis für künftige Aufwärtsbewegungen schafft.
• MicroStrategys Position im Minus ist psychologisch bedeutsam und könnte andere Unternehmen von ähnlichen Treasury-Strategien abhalten, auch wenn Saylors "Long Run"-Strategie buchhalterisch kurzfristige Verluste toleriert.
• Der gleichzeitige Anstieg neuer Bitcoin-Adressen auf Zwei-Monats-Höchststände deutet auf akkumulierendes Spot-Interesse hin – eine typische Divergenz bei Markttiefs zwischen gehebeltem Verkaufsdruck und langfristigem Kaufinteresse.
• Geopolitische Spannungen und der US-Regierungs-Shutdown liefern zwar narrative Erklärungen, doch die technische Marktstruktur mit dünner Liquidität und hoher Leverage war der primäre Beschleuniger des Absturzes – externe Faktoren dienten eher als Katalysator.
Quellen
KI-gestützter Inhalt
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Alle Fakten stammen aus verifizierten Nachrichtenquellen.