Bitcoin-Angst auf FTX-Niveau: Wenn Retail in Panik gerät, kauft Smart Money

Google-Suchen nach "Bitcoin Going to Zero" erreichen Höchststände, während institutionelle Investoren akkumulieren. Die Diskrepanz zwischen Retail-Panik und professionellem Sentiment offenbart eine bekannte Marktdynamik.

Wenn die Masse am meisten fürchtet, stabilisiert sich das professionelle Narrativ bereits

Bitcoin befindet sich in einer Phase extremer Negativstimmung – doch ein genauerer Blick auf die Datenlage offenbart eine faszinierende Diskrepanz: Während Retail-Investoren in Panik verfallen und Google-Suchen nach "Bitcoin Going to Zero" auf dem höchsten Stand seit dem FTX-Kollaps im November 2022 liegen [1], bewegen sich institutionelle Akteure in die entgegengesetzte Richtung. Diese Schere zwischen öffentlicher Angst und professionellem Verhalten könnte ein entscheidender Indikator für die weitere Marktentwicklung sein.

Der Bitcoin Fear and Greed Index ist auf einen Wert von etwa 9 eingebrochen – ein Niveau extremer Angst, das zuletzt während des Terra-Kollaps und der FTX-Pleite 2022 zu beobachten war [1]. Gleichzeitig hat Bitcoin seit seinem Allzeithoch von rund 126.000 US-Dollar Anfang Oktober 2025 nahezu 50 Prozent an Wert verloren und notiert aktuell bei etwa 66.500 US-Dollar [1].

Die Fakten

Die aktuelle Negativstimmung manifestiert sich auf mehreren Ebenen. Google Trends zeigt, dass weltweite Suchanfragen nach "Bitcoin going to zero" vergleichbare Niveaus wie Anfang November 2022 erreicht haben, als FTX Auszahlungen einfror und Bitcoin auf rund 15.000 US-Dollar abstürzte [1]. Doch laut Fernando Nikolic, Gründer der Crypto-Intelligence-Plattform Perception, unterscheidet sich die Natur dieser Angst grundlegend von 2022.

"Die Angst im Jahr 2022 wurde durch interne Ereignisse angetrieben, wie kaskadierende Ausfälle zentralisierter Kreditgeber und einer der größten Börsen der Branche. Die heutige Angst wird durch makroökonomische Befürchtungen angetrieben und durch eine einzige bärische Stimme verstärkt", erklärt Nikolic [1]. Als diese dominante bärische Stimme identifiziert er Bloomberg-Stratege Mike McGlone, der zu einer "Ein-Mann-Content-Maschine" in diesem Zyklus geworden sei.

McGlone hat am 3. Februar ein Bitcoin-Kursziel von 10.000 US-Dollar ausgerufen und warnt kontinuierlich vor einem Crash im Stil von 2008 [1]. Seine statistische Analyse rückt dabei den Modus – also das am häufigsten gehandelte Kursniveau seit 2023 – in den Fokus: Dieser liegt bei etwa 28.000 US-Dollar, deutlich unter dem aktuellen Durchschnitt von 66.000 US-Dollar [2]. Zudem betont McGlone die anhaltend starke Korrelation zwischen Bitcoin und dem Nasdaq-100, der seit Jahresbeginn um 0,73 Prozent gefallen ist [2].

Die Kapitalflüsse bei den Bitcoin-ETFs spiegeln die angespannte Stimmung wider: US-gelistete Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am Mittwoch Nettoabflüsse von 133,3 Millionen US-Dollar, womit die wöchentlichen Verluste auf 238 Millionen US-Dollar anstiegen [3]. BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT) führte die Abflüsse mit über 84 Millionen US-Dollar an. Jahr-zu-Datum haben Bitcoin-ETFs etwa 2,5 Milliarden US-Dollar an Abflüssen verzeichnet [3]. Sollte sich der Trend fortsetzen, könnte dies die erste fünfwöchige Abflussserie seit März 2025 markieren.

Die makroökonomische Unsicherheit wird durch geopolitische Spannungen verschärft. Laut Wall Street Journal haben die USA im Nahen Osten ihre größte Konzentration an Luftstreitkräften seit der Irak-Invasion 2003 zusammengezogen [4]. Der US-Dollar-Index DXY ist auf 97,7 gestiegen – den höchsten Stand seit dem 6. Februar – während WTI-Rohöl von 62 auf 65 US-Dollar kletterte [4]. Bitcoin steht vor der fünften Verlustwoche in Folge – die erste solche Serie seit März bis Mai 2022 [4]. Auf Monatsbasis verzeichnet Bitcoin seit Oktober fünf Rückgänge in Folge, die zweitlängste Verlustserie in seiner Historie [4].

Doch Nikolic identifiziert einen entscheidenden Gegentrend, den "niemand synthetisiert": Während "Bitcoin to Zero"-Suchen explodieren, akkumulieren institutionelle Käufer mehr BTC. Staatsfonds wie Abu Dhabi erhöhen ihre Bitcoin-ETF-Bestände, und Treasury-Unternehmen wie Strategy setzen ihre Akkumulation fort [1]. Laut Perception-Daten erreichte die Medienstimmung am 5. Februar ihren Tiefpunkt, erholt sich aber seit zwei Wochen, während die Google-Suchen nach "Bitcoin going to zero" erst jetzt Mitte Februar ihren Höhepunkt erreichen [1].

Analyse & Einordnung

Die zeitliche Verzögerung zwischen professionellem Sentiment und Retail-Reaktion ist bemerkenswert. Nikolic beziffert diese Verzögerung auf 10 bis 14 Tage: "Wenn die Öffentlichkeit am meisten Angst hat, hat sich das professionelle Narrativ bereits zu stabilisieren begonnen. Das Retail-Narrativ und institutionelles Verhalten bewegen sich in entgegengesetzte Richtungen" [1]. Diese Divergenz entspricht einem historischen Muster kapitulatorischer Tiefpunkte, bei denen maximale öffentliche Angst häufig mit attraktiven Einstiegspunkten zusammenfällt.

Die CryptoQuant-Analyse untermauert diese These: Bitcoins kurzfristige Sharpe-Ratio hat Niveaus erreicht, die historisch mit "generationellen Kaufzonen" assoziiert werden. "Die Pfeile im Chart zeigen dies deutlich: Jeder vorherige extreme negative Wert wurde von heftigen Erholungen zu neuen Höchstständen gefolgt", erklärt CryptoQuant-Analyst Ignacio Moreno De Vicente [3].

Die Rolle der Medienberichterstattung ist nicht zu unterschätzen. McGlones wiederholte Verstärkung durch Krypto-Medien als "Standard-Zitat für bärische Prognosen" der letzten drei Wochen trägt laut Nikolic direkt zum Google-Such-Spike bei [1]. Diese "Mediensättigung" erzeugt einen selbstverstärkenden Effekt, bei dem negative Schlagzeilen weitere Angst schüren, die wiederum mehr negative Berichterstattung generiert.

Dennoch unterscheiden sich die fundamentalen Rahmenbedingungen deutlich von 2022. Damals kollabierten zentrale Infrastrukturanbieter des Ökosystems – heute sind die Sorgen makroökonomischer Natur. Der World Uncertainty Index sitzt auf seinem höchsten Stand in der Zeitreihe der Federal Reserve Bank of St. Louis und übertrifft die Spitzen um die globale Finanzkrise 2008 und den COVID-19-Schock 2020 [1]. In solchen Phasen tendieren Unternehmen dazu, Investitionen und Einstellungen zu verzögern, was schwächeres Wachstum zur Folge hat.

Interessant ist auch die relative Stärke von Solana-ETFs, die eine sechstägige Zufluss-Serie verzeichnen und Jahr-zu-Datum rund 113 Millionen US-Dollar gewonnen haben [3]. Dies deutet darauf hin, dass differenziertere Investoren möglicherweise Rotationen innerhalb des Krypto-Marktes vornehmen, anstatt kapitulativ auszusteigen.

Fazit

• Die extreme Diskrepanz zwischen Retail-Panik (Google-Suchen auf FTX-Niveau) und institutioneller Akkumulation (Staatsfonds, Treasury-Unternehmen) folgt einem historischen Muster kapitulatorischer Tiefpunkte – professionelles Sentiment stabilisiert sich typischerweise 10-14 Tage vor dem Retail-Sentiment.

• Die aktuelle Angst wird primär durch makroökonomische Unsicherheit und geopolitische Spannungen getrieben, nicht durch systemische Krypto-spezifische Ausfälle wie 2022 – dies macht die Situation sowohl komplexer als auch potenziell weniger existenziell für Bitcoin selbst.

• Mediensättigung durch wiederholte bärische Narrative einzelner prominenter Stimmen (McGlone) verstärkt die öffentliche Angst künstlich und trägt direkt zum Sentiment-Kollaps bei, während fundamentale Daten eine differenziertere Betrachtung nahelegen.

• Bitcoin steht vor historischen Verlustserien (fünfte Woche in Folge, fünfter Monat in Folge, sieben Monate Underperformance zu Gold) – solche extremen statistischen Ausschläge haben historisch oft Trendwenden eingeleitet.

• Die Sharpe-Ratio-Analyse von CryptoQuant und das Verhalten institutioneller Akteure deuten darauf hin, dass aus risikoadjustierter Sicht attraktive Bewertungsniveaus erreicht sein könnten – dies ist jedoch keine Garantie für kurzfristige Bodenbildung angesichts anhaltender makroökonomischer Unsicherheit.

KI-gestützter Inhalt

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Alle Fakten stammen aus verifizierten Nachrichtenquellen.

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