Bitcoin-Erholung auf 70.000 Dollar: Institutionelle Mittelzuflüsse stoppen Ausverkauf – aber die Unsicherheit bleibt

Bitcoin-Erholung auf 70.000 Dollar: Institutionelle Mittelzuflüsse stoppen Ausverkauf – aber die Unsicherheit bleibt

Nach wochenlangen Abflüssen zeigen Bitcoin-ETFs mit 145 Millionen Dollar an Zuflüssen erste Stabilisierungstendenzen. Doch während Institutionen zurückkehren, warnen Analysten vor einer möglichen Fortsetzung der Korrektur – und Bitcoin-Kritiker Peter Schiff sieht bereits das endgültige Allzeithoch erreicht.

Institutionelle Rückkehr signalisiert mögliche Trendwende – doch die Bären sind noch nicht besiegt

Nach einer der schwersten Korrekturen seit dem FTX-Kollaps im November 2022 zeigt der Bitcoin-Markt erste Lebenszeichen. Mit Zuflüssen von 145 Millionen Dollar in US-amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs am Montag setzt sich eine zaghafte Erholung fort, die bereits am Freitag mit 371 Millionen Dollar an Neuinvestitionen begann [2]. Bitcoin konsolidiert aktuell um die Marke von 70.000 US-Dollar, während das Stimmungsbarometer mit 10 Punkten weiterhin auf "extremer Angst" steht [3]. Die zentrale Frage: Handelt es sich um den Beginn einer nachhaltigen Erholung oder nur um eine kurze Verschnaufpause vor der nächsten Abwärtswelle?

Die Antwort darauf könnte weitreichende Folgen für die weitere Marktentwicklung haben. Denn parallel zur institutionellen Rückkehr mehren sich kritische Stimmen, die von einer fundamentalen Veränderung der Bitcoin-Marktdynamik sprechen – und sogar das Ende der Hausse ausrufen.

Die Fakten

Die jüngsten ETF-Zuflüsse markieren einen potenziellen Wendepunkt nach wochenlangen Abflüssen. Insgesamt verzeichneten Bitcoin-ETFs in diesem Jahr noch immer Netto-Abflüsse von 1,9 Milliarden Dollar [2]. Doch die Dynamik scheint sich zu ändern: "Die Abflüsse verlangsamten sich trotz starken Preisdrucks deutlich auf 187 Millionen Dollar, wobei die Verlangsamung historisch gesehen einen möglichen Wendepunkt signalisiert", erklärt James Butterfill, Research-Leiter bei CoinShares [2].

Die Erholung betrifft nicht nur Bitcoin. Auch Altcoin-ETFs verzeichneten am Montag Zugewinne, mit Ether-Zuflüssen von 57 Millionen Dollar und XRP-Zuflüssen von 6,3 Millionen Dollar [2]. Ethereum erholte sich auf ein Niveau von rund 2.000 US-Dollar [3].

Doch während die institutionellen Mittelflüsse Hoffnung wecken, mahnen Trader zur Vorsicht. Der jüngste Crash wurde durch einen "Cocktail aus Ereignissen" ausgelöst: Kapitalflüsse in KI-Investments, Korrekturen bei Tech-Aktien, Ängste vor Quantencomputern, Liquiditätsentzug durch den Yen-Carry-Trade, geopolitische Spannungen im Nahen Osten und überhebelte Treasury-Modelle [3]. Zusätzlich kursiert die Theorie, dass ein großer Hedgefonds aus Hongkong mit komplexen Derivatestrategien in Schieflage geraten sein könnte, was Zwangsliquidationen über verschiedene Märkte hinweg ausgelöst hätte [3].

Die makroökonomischen Rahmenbedingungen bleiben herausfordernd. Die Nominierung von Kevin Warsh als möglicher neuer Chef der US-Notenbank wird an den Märkten als Signal für eine länger anhaltend straffe Geldpolitik interpretiert. Zinssenkungen gelten vorerst als unwahrscheinlich, was das Umfeld für Risikoanlagen angespannt hält [3]. Kurzfristig könnte die aktuelle Erholung lediglich dazu dienen, verbliebene Short-Positionen oberhalb von 72.000 US-Dollar aus dem Markt zu drücken, bevor ein erneuter Rücksetzer in Richtung 50.000 US-Dollar erfolgt [3].

Inmitten dieser Unsicherheit meldet sich Bitcoin-Kritiker Peter Schiff mit einer düsteren Prognose zu Wort. Der US-Ökonom und Gold-Verfechter behauptet, Bitcoin könne bei 126.000 US-Dollar sein letztes Allzeithoch gesehen haben [1]. Seine Begründung: Bitcoin habe im Zuge des Krypto-Crashs das Allzeithoch von 2021 unterschritten – etwas, das es "noch nie in seiner 16-jährigen Geschichte" gegeben habe [1]. Dass dies trotz "nie dagewesener Unterstützung der Medien, Wall Street und der Regierung" geschehen sei, interpretiert Schiff als Indiz für das endgültige Ende der Hausse [1].

Doch nicht alle teilen Schiffs Pessimismus. Matt Hougan, Chief Investment Officer bei Bitwise, betont, dass die wachsende institutionelle Präsenz frühe Bitcoin-Investoren nicht aus dem Markt getrieben habe [2]. Viele frühe Anleger würden nach erheblichen Gewinnen lediglich Teilgewinne realisieren, anstatt vollständig auszusteigen. "Sie investierten ein paar tausend Dollar und endeten mit Millionen", erklärt Hougan. "Die überwiegende Mehrheit ist immer noch dabei, und sie werden durch neue institutionelle Investoren ergänzt" [2].

Analysten der Forschungsfirma Bernstein beschrieben den jüngsten Abschwung als das "schwächste Bären-Szenario" in der Bitcoin-Geschichte, da die typischen Industrie-Zusammenbrüche fehlten, die normalerweise mit tieferen Krypto-Marktkrisen verbunden sind [2]. Einige Marktbeobachter erwarten dennoch einen Absturz auf zwischen 40.000 und 50.000 US-Dollar, was 80 Prozent vom Allzeithoch entspräche – typisch für Bärenmärkte [3].

Analyse & Einordnung

Die aktuellen Entwicklungen offenbaren eine fundamentale Spannung im Bitcoin-Markt: Einerseits deuten die ETF-Zuflüsse auf eine Stabilisierung der institutionellen Nachfrage hin, andererseits bleiben die makroökonomischen und technischen Rahmenbedingungen fragil. Die Geschichte lehrt uns, dass solche Erholungen nach massiven Korrekturen oft mehrstufig verlaufen – mit falschen Hoffnungsschimmern, die in weiteren Abverkäufen münden.

Besonders bemerkenswert ist die Diskrepanz zwischen Peter Schiffs pessimistischer Prognose und der tatsächlichen langfristigen Performance. Während Schiff seit Jahren den Untergang Bitcoins prophezeit und Gold empfiehlt, zeigt ein Zehnjahresvergleich ein deutliches Bild: Gold erzielte eine Rendite von 380 Prozent, Bitcoin fast 4.000 Prozent [1]. Schiffs Argument, Bitcoin habe erstmals ein vorheriges Allzeithoch unterschritten, ignoriert zudem die veränderten Marktbedingungen – institutionelle Adoption, ETFs und makroökonomische Faktoren spielen heute eine völlig andere Rolle als in früheren Zyklen.

Die Beobachtung von Bitwise, dass frühe Bitcoin-Holder trotz institutioneller Konkurrenz im Markt bleiben, ist ein bullisches Signal. Sie deutet darauf hin, dass die fundamentale Überzeugung in das Bitcoin-Narrativ intakt bleibt, auch wenn kurzfristige Volatilität für Verunsicherung sorgt. Die partielle Gewinnmitnahme ist dabei ein natürlicher Prozess in einem reifenden Markt und sollte nicht als Kapitulation fehlinterpretiert werden.

Für Investoren bedeutet die aktuelle Phase erhöhte Wachsamkeit. Die technische Situation bleibt angeschlagen, solange Bitcoin nicht nachhaltig über 80.000 Dollar zurückerobert. Die Marke von 70.000 Dollar fungiert aktuell als kritische Unterstützung – ein Bruch könnte tatsächlich den Weg in Richtung 50.000 Dollar oder tiefer ebnen. Gleichzeitig bieten solche Korrekturen historisch betrachtet oft attraktive Einstiegsmöglichkeiten für langfristig orientierte Anleger, sofern das fundamentale Bitcoin-Narrativ – begrenztes Angebot, dezentrale Natur, Wertaufbewahrung – intakt bleibt.

Fazit

• Die Rückkehr institutioneller Mittelzuflüsse in Bitcoin-ETFs nach wochenlangen Abflüssen könnte einen Wendepunkt markieren, doch die Gesamtjahresbilanz bleibt mit 1,9 Milliarden Dollar Netto-Abflüssen negativ – eine nachhaltige Trendwende muss sich erst noch bestätigen

• Peter Schiffs Prognose eines endgültigen Allzeithochs bei 126.000 Dollar ignoriert die langfristige Outperformance von Bitcoin gegenüber Gold und die fundamental veränderten Marktbedingungen durch institutionelle Adoption – seine historische Trefferquote spricht ebenfalls gegen ihn

• Die technische Situation bleibt fragil: Solange Bitcoin nicht nachhaltig über 80.000 Dollar zurückkehrt, besteht das Risiko weiterer Rücksetzer in Richtung 50.000 Dollar, insbesondere im Kontext straffer Geldpolitik und angespannter makroökonomischer Rahmenbedingungen

• Die Tatsache, dass frühe Bitcoin-Holder trotz institutioneller Konkurrenz investiert bleiben und lediglich Teilgewinne realisieren, deutet auf intakte fundamentale Überzeugung hin – ein bullisches Langfristsignal trotz kurzfristiger Volatilität

• Historisch betrachten bieten Korrekturen dieser Größenordnung langfristig orientierten Investoren oft attraktive Einstiegschancen, sofern das Bitcoin-Grundnarrativ intakt bleibt – die Abwesenheit typischer Industrie-Zusammenbrüche wie bei FTX unterstützt diese These

KI-gestützter Inhalt

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Alle Fakten stammen aus verifizierten Nachrichtenquellen.

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