Bitcoins Drawdown-Ära könnte vorbei sein — doch Miner bluten aus

Bitcoins Drawdown-Ära könnte vorbei sein — doch Miner bluten aus

Cathie Wood argumentiert, dass Bitcoins katastrophale Abstürze von über 85 % der Vergangenheit angehören, während der Verkaufsdruck der Miner und makroökonomische Gegenwindsignale ein weitaus komplexeres Bild für den weiteren Weg zeichnen.

Bitcoins schlimmste Abstürze könnten hinter uns liegen — doch der Markt ist noch nicht aus dem Schneider

Jahrelang war Bitcoins definierende Eigenschaft für Mainstream-Investoren seine erschreckende Fähigkeit zur Selbstzerstörung — mit Wertverlusten von 80 %, 85 %, ja sogar 93 %, bevor er sich zu neuen Höchstständen zurückkämpfte. Doch einigen der erfahrensten Stimmen des Marktes zufolge neigt sich diese Ära existenzieller Drawdowns ihrem Ende zu. Das Problem: „weniger katastrophal" bedeutet nicht „schmerzlos" — und eine wachsende Welle der Miner-Kapitulation deutet darauf hin, dass die aktuelle Bärphase noch echten Biss hat.

Zwei Entwicklungen dieser Woche verdeutlichen die Spannung im Kern des Bitcoin-Marktes: auf der einen Seite das institutionelle Vertrauen in Bitcoins langfristige Reifung als Anlageklasse, auf der anderen Seite die harte operative Realität der Miner, die das Netzwerk sichern und deren Verkaufsverhalten Preisrückgänge beschleunigen kann.

Die Fakten

ARK Invest-CEO Cathie Wood machte am 1. April bei einem Auftritt in CNBCs Squawk Box eine mutige Aussage: Sie argumentierte, dass Bitcoin niemals wieder die 85–95-prozentigen Einbrüche erleben werde, die seine früheren Zyklen geprägt haben. „Dies ist eine bewährte Technologie, ein bewährtes Währungssystem und eine neue Anlageklasse", erklärte Wood und legte damit nahe, dass derartige extremen Korrekturen ein Merkmal von Bitcoins unreifer, spekulativer Phase waren — nicht seiner Zukunft [1].

Der Kontext von Woods Kommentaren ist bemerkenswert. Bitcoin erreichte im Oktober 2025 ein Allzeithoch von 126.200 US-Dollar und ist seitdem um etwa 52 % von diesem Höchststand zurückgegangen, wie Onchain-Daten von Glassnode zeigen [1]. Nach historischen Maßstäben ist dieser Drawdown vergleichsweise moderat. Frühere Bärenmärkte verzeichneten Verluste von annähernd 80 %, wobei der Zyklus von 2022 bei 15.600 US-Dollar seinen Tiefpunkt fand — ein Rückgang von 77 % gegenüber dem vorherigen Höchststand [1].

Nicht alle teilen Woods Optimismus bezüglich des Bodens. Analyst Tony Severino, der direkt auf ihre Aussagen reagierte, prognostizierte für 2026 einen maximalen Drawdown von 72 %, was einem BTC-Preisboden von rund 34.000 US-Dollar entspräche [1]. Diese Zahl liegt unterhalb der 40.000-bis-50.000-US-Dollar-Spanne, die unter Tradern derzeit als Konsens für Bitcoins generationellen Support gilt [1]. Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch Bloomberg-Intelligence-Analyst Mike McGlone, der diese Woche eine eher bärische Warnung ausgab und andeutete, dass Bitcoins Preisentwicklung auf Sieben-Jahres-Tiefs zusteuern könnte [1].

Auf saisonaler Seite bieten Daten des Netzwerkökonomen Timothy Peterson einen möglichen Lichtblick: Der April hat sich in Bitcoin-Bärenmärkten historisch gesehen als Erholungsmonat erwiesen [1]. Auch der monatliche Schlusskurs im März beendete eine fünfmonatige Verlustserie mit einem moderaten Zuwachs von 1,8 % — ein kleiner, aber psychologisch bedeutsamer Impulswechsel [1].

Unterdessen nimmt der operative Druck auf Bitcoin-Miner in einer Weise zu, die für die kurzfristige Preisentwicklung von Bedeutung ist. Riot Platforms verkaufte im ersten Quartal 2025 insgesamt 3.778 BTC zu einem Durchschnittspreis von 76.626 US-Dollar und erzielte damit Einnahmen von rund 289,5 Millionen US-Dollar — obwohl das Unternehmen im selben Zeitraum lediglich 1.473 BTC produzierte [2]. Das bedeutet, Riot war ein erheblicher Nettoverkäufer und zog Reserven ab, um Kosten zu decken. Das Unternehmen hält noch immer 15.680 BTC in seiner Bilanz [2]. Riot ist dabei nicht allein: MARA Holdings, Genius Group und Nakamoto Holdings veräußerten Unternehmensangaben zufolge gemeinsam 15.501 BTC innerhalb einer einzigen Woche [2]. Die sich verschlechternde wirtschaftliche Lage wird durch steigende Energiekosten verschärft, die durch geopolitische Spannungen zwischen den USA, Israel und dem Iran angetrieben werden — Kosten, die Miner besonders hart treffen [2].

Analyse & Kontext

Cathie Woods These verdient ernsthafte Beachtung, erfordert aber auch kritische Prüfung. Ihr Argument basiert auf einer strukturellen Prämisse: Bitcoin habe sich von einer spekulativen Neuheit zu einer anerkannten Anlageklasse entwickelt, was die Wahrscheinlichkeit der panikgetriebenen, nahezu vollständigen Einbrüche wie 2011, 2015 und 2018 verringere. Daran ist durchaus etwas dran. Institutionelle Infrastruktur — ETFs, die Aufnahme in Corporate Treasuries, regulierte Custody — schafft eine andere Nachfragebasis als die retaildominierten Zyklen der Vergangenheit. Institutionelle Anleger tendieren zu längeren Zeithorizonten und vordefinierten Allokationsgrenzen, die als Puffer gegen unkontrolliertes Verkaufen wirken können. Die Tatsache, dass ein 52-prozentiger Drawdown von einem Rekordhoch als vergleichsweise moderate Korrektur eingestuft wird, spricht dafür, wie sehr sich der Charakter des Marktes verändert hat.

Die Daten zur Miner-Kapitulation erzählen jedoch eine komplexere Geschichte. Historisch gesehen war starker Miner-Verkauf eines der zuverlässigsten Onchain-Signale für späte Bärenmarktphasen — aber auch einer der schädlichsten Beschleuniger von Preisrückgängen in der Zwischenzeit. Wenn Miner Reserven statt neu geschürfter Coins verkaufen, signalisiert das, dass die Betriebseinnahmen nicht ausreichen, um die Kosten zu decken. Das kollektive Abstoßen von über 19.000 BTC durch große Mining-Unternehmen innerhalb weniger Wochen stellt einen erheblichen Verkaufsdruck dar, den der Markt absorbieren muss. In vergangenen Zyklen ging anhaltende Miner-Kapitulation dem endgültigen Preisboden häufig voraus, anstatt mit ihm zusammenzufallen. Die Abwanderung von Mining-Unternehmen in Richtung KI-Computing — die Aufgabe des Bitcoin-Minings zugunsten profitablerer Workloads — fügt diesem Druck eine strukturelle Dimension hinzu und könnte die Netzwerk-Hashrate reduzieren und die Mining-Power bei wenigen, besser kapitalisierten Akteuren konzentrieren.

Die saisonalen Daten, die den April als historisch konstruktiven Monat ausweisen, sind interessant, sollten aber nicht überbewertet werden. Saisonalität ist bestenfalls ein schwaches Signal in einem so stimmungsgetriebenen Markt wie Bitcoin. Entscheidender ist, ob die makroökonomischen Gegenwindsignale — ein erstarkender US-Dollar, anhaltende geopolitische Risiken, hohe Energiekosten — ausreichend nachlassen, um organischer Nachfrage die Rückkehr zu ermöglichen. Der durch den 1,8-prozentigen Märzgewinn beendete fünfmonatige Verluststreifen ist ein vorsichtiges Signal, aber ein einzelner Monatsschlusskurs macht noch keinen Trend.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Die These der 85%+-Abstürze hat strukturell an Kraft verloren, da die institutionelle Adoption einen Nachfrageboden schafft, der in Bitcoins früheren Zyklen schlichtweg nicht existierte — doch ein 72-prozentiger Drawdown auf rund 34.000 US-Dollar bleibt laut mindestens einem glaubwürdigen Analysten ein reales Risiko [1].
  • Miner-Verkäufe sind ein kritischer kurzfristiger Druckpunkt: Über 19.000 BTC, die von großen Minern in den vergangenen Wochen verkauft wurden, stellen einen erheblichen Angebotsüberhang dar, und historisch gesehen gehen Miner-Kapitulationsphasen dem Bärenmarktboden voraus — anstatt mit ihm zusammenzufallen [2].
  • Die Zone zwischen 40.000 und 50.000 US-Dollar gilt als Konsens-Boden, doch Trader sollten sich bewusst sein, dass Ausreißer-Szenarien mit Zielen von 34.000 US-Dollar oder darunter nicht ausgeschlossen werden können, insbesondere wenn sich die Makrobedingungen weiter verschlechtern [1].
  • Die April-Saisonalität bietet vorsichtigen Optimismus: Historische Muster deuten darauf hin, dass der April in Bärenmärkten ein Erholungsmonat war, und der Bruch der fünfmonatigen Verlustserie im März liefert ein erstes Stabilisierungssignal — wenngleich keines davon eine nachhaltige Trendwende garantiert [1].
  • Der Exodus von Minern in Richtung KI ist ein langfristiger Unsicherheitsfaktor: Da Mining-Unternehmen auf KI-Infrastruktur umschwenken, könnten sich die Netzwerksicherheitsdynamiken von Bitcoin verschieben — eine unterschätzte Variable in der langfristigen Preis- und operativen Risikobewertung [2].

KI-gestützter Inhalt

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Alle Fakten stammen aus verifizierten Nachrichtenquellen.

Marktanalyse

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