Bitcoins Erholung auf 71.000 $ verschleiert tiefe Marktunsicherheit, während Institutionen trotz Bärenmarkt-Signalen akkumulieren

Obwohl sich Bitcoin nach seinem Absturz in Richtung 60.000 $ auf über 71.000 $ erholt hat, warnen technische Analysten, dass das für Markttiefs typische Kapitulationsereignis noch nicht eingetreten ist – auch wenn institutionelle Investoren den Rückgang als erneute Kaufgelegenheit betrachten.
Bitcoins zaghafte Erholung: Ein falscher Hoffnungsschimmer oder Fundament für Wachstum?
Bitcoins 20-prozentige Erholung von den 15-Monats-Tiefs am Freitag hat den Preis wieder über 71.000 $ gebracht und bietet vorübergehende Erleichterung für einen Markt, der einen der schärfsten Ausverkäufe des aktuellen Zyklus erlebte. Doch unter dieser oberflächlichen Erholung liegt eine grundlegende Kluft: Institutionelle Investoren akkumulieren auf diesen Niveaus aggressiv, während technische Analysten auf bedrohliche historische Parallelen hinweisen, die darauf hindeuten, dass der Boden möglicherweise noch deutlich tiefer liegen könnte. Diese Divergenz zwischen institutionellem Verhalten und technischen Signalen schafft einen kritischen Wendepunkt, der wahrscheinlich Bitcoins Trajektorie in den kommenden Monaten definieren wird.
Die Geschwindigkeit und Heftigkeit des anfänglichen Crashs, kombiniert mit anhaltend extremen Angst-Messwerten und Vergleichen zur Bärenmarkt-Struktur von 2022, deuten darauf hin, dass der Markt trotz der Preiserholung noch nicht das vollständige Kapitulationsereignis erlebt hat, das typischerweise dauerhafte Tiefs markiert.
Die Fakten
Bitcoin stieg am Wochenende um etwa 3 % und eroberte das 71.000-$-Niveau zurück, was eine 20-prozentige Erholung von den Freitags-Tiefs nahe 60.000 $ darstellt [2][3]. Der breitere Kryptowährungsmarkt spiegelte diese Erholung wider, wobei die gesamte Marktkapitalisierung ebenfalls 3 % zulegte [1]. Ethereum überschritt wieder die psychologisch wichtige Schwelle von 2.000 $, während andere große Altcoins einschließlich XRP, BNB und Solana moderate Gewinne verzeichneten, obwohl Solana mit 88 $ deutlich unter der 100-$-Marke bleibt [1].
Trotz der Wochenend-Rally bleibt Bitcoin auf Wochenbasis um 10 % im Minus, was die Schwere des jüngsten Ausverkaufs unterstreicht [1]. Die Erholung wurde von erneutem institutionellem Interesse begleitet, wobei US-Spot-Bitcoin-ETFs an einem einzigen Handelstag Netto-Zuflüsse von etwa 330 Millionen $ verzeichneten, nachdem sie historische Abflüsse von über 1,25 Milliarden $ erlebt hatten [1]. BlackRocks IBIT-ETF allein machte rund 230 Millionen $ dieser Zuflüsse aus [1].
Hunter Horsley, CEO von Bitwise, bemerkte in einem CNBC-Interview, dass der Rückgang verschiedene Investorengruppen unterschiedlich betrifft: "Ich denke, langjährige Inhaber fühlen sich unsicher. Und ich denke, die neue Investorengruppe, die Institutionen, bekommen sozusagen eine neue Chance" [3]. Er erklärte, dass institutionelle Käufer nun Preisniveaus sehen, von denen sie glaubten, sie dauerhaft verpasst zu haben, da Bitcoin in einem breiteren makrogetriebenen Ausverkauf liquider Risikoanlagen "mitgerissen" wird [3].
Die Marktstimmung bleibt jedoch zutiefst pessimistisch. Der Fear and Greed Index liegt bei nur sieben Punkten, fest im "extremen Angst"-Territorium [1]. Retail-Trader scheinen laut Santiment eine "Meta-Analyse" des Marktes durchzuführen und nach Anzeichen zu suchen, dass andere kapitulieren, bevor sie ihren eigenen Wiedereinstieg timen [3]. Google Trends-Daten zeigen, dass weltweite Suchanfragen nach "Bitcoin" für die Woche ab dem 1. Februar einen Wert von 100 erreichten – das höchste Niveau der letzten 12 Monate – während Suchanfragen nach "crypto capitulation" in der Woche bis zum 8. Februar von 11 auf 58 stiegen [3].
Technische Analysten mahnen trotz des Preis-Aufschwungs zur Vorsicht. Der unabhängige Analyst Filbfilb teilte ein Chart, das die aktuelle Preisbewegung mit dem Bärenmarkt von 2022 vergleicht, und bemerkte, dass Bitcoins Spot-Preis unter dem exponentiellen 50-Wochen-Durchschnitt von 95.300 $ bleibt [2]. Trader BitBull erklärte unverblümt: "$BTC finale Kapitulation ist noch nicht passiert. Ein echter Boden wird sich unter dem 50.000-$-Niveau bilden, wo die meisten ETF-Käufer unter Wasser sein werden" [2]. Die US-Spot-Bitcoin-ETFs haben derzeit durchschnittliche Einstiegskosten von 82.000 $, was bedeutet, dass die aktuellen Preise deutlich über den Einstandspreisen dieser institutionellen Halter liegen [2].
Caleb Franzen von Cubic Analytics wies auf eine weitere besorgniserregende Parallele zu 2022 hin, als Bitcoin zunächst bei einem erneuten Test seiner 200-Wochen-Moving-Average-Cloud (derzeit zwischen 58.000 $ und 68.000 $) aufprallte, nur um Wochen später zu scheitern und durch diese Unterstützung zu fallen [2]. Die aktuelle Preisbewegung zeigt einen ähnlichen anfänglichen Aufschwung mit einem langen Docht, obwohl Franzen einräumte, dass "die Realität ist, dass niemand weiß, was als Nächstes passiert" und der Markt den vorherigen Bärenmarkt möglicherweise nicht "perfekt" repliziert [2].
Analyse und Kontext
Die aktuelle Marktstruktur offenbart eine faszinierende Spannung zwischen institutioneller Überzeugung und technischen Warnsignalen, die tiefgreifende Auswirkungen auf Bitcoins kurzfristige Entwicklung hat. Die Divergenz zwischen diesen beiden Kräften deutet darauf hin, dass wir uns in einer Übergangsphase befinden, in der sich der Charakter des Marktes grundlegend verschiebt, auch wenn die Preisrichtung ungewiss bleibt.
Die institutionelle Akkumulation auf den aktuellen Niveaus stellt eine bemerkenswerte Abweichung vom Retail-Verhalten dar. Während Spot-ETF-Halter derzeit bei durchschnittlichen Kosten von 82.000 $ liegen – immer noch komfortabel über den aktuellen Preisen – deuten die erneuten Zuflüsse darauf hin, dass erfahrene Investoren die 60.000-$-70.000-$-Spanne als signifikanten Wert betrachten. Dieses institutionelle Verhalten unterscheidet sich deutlich von früheren Bärenmärkten, als Bitcoin diese regulierten Anlagevehikel und die institutionelle Beteiligung, die sie ermöglichen, nicht hatte. Die Tatsache, dass BlackRocks IBIT den Löwenanteil der jüngsten Zuflüsse aufnahm, zeigt, dass die größten, konservativsten institutionellen Akteure trotz der Volatilität an Bitcoin-Engagement festhalten.
Die technischen Parallelen zu 2022 können jedoch nicht ignoriert werden. Bärenmärkte enden selten mit einem einzigen Kapitulationsereignis, gefolgt von sofortiger nachhaltiger Erholung. Häufiger beinhalten sie mehrfache Wiederholungstests von Unterstützungsniveaus, ausgedehnte Perioden der Preiskompression und eine allmähliche Erschöpfung des Verkaufsdrucks. Der aktuelle Aufschwung von der 200-Wochen-Moving-Average-Cloud spiegelt die Erholung vom Mai 2022 wider, die letztendlich scheiterte und zu einem weiteren 40-prozentigen Rückgang führte, bevor der Zyklus wirklich seinen Tiefpunkt erreichte. Wenn sich die Geschichte mit ähnlicher Größenordnung wiederholt, wird das von Analysten erwähnte 50.000-$-Niveau zu einem realistischen Ziel statt zu einem extremen Ausreißer.
Der extreme Angst-Messwert von sieben auf dem Fear and Greed Index bietet paradoxerweise ein contrarian Signal. Historisch gesehen hat Bitcoin einige seiner bedeutendsten Renditen erzielt, wenn die Stimmung diese Tiefen erreicht, da maximaler Pessimismus oft mit erschöpften Verkäufen und Kapitulation zusammenfällt. Doch das Fortbestehen dieser extremen Angst trotz einer 20-prozentigen Preiserholung deutet darauf hin, dass Marktteilnehmer von der Erholung nicht überzeugt sind, was potenziell die Bühne für weitere Volatilität bereitet.
Das breitere makroökonomische Umfeld fügt eine weitere Komplexitätsebene hinzu. Bitcoins jüngster Ausverkauf erfolgte parallel zur breiteren Liquidation von Risikoanlagen, was seine Korrelation mit Aktienmärkten in Stressphasen verstärkt. Diese Korrelation stellt das Narrativ von Bitcoin als Makro-Absicherung in Frage, bedeutet aber auch, dass jede Stabilisierung traditioneller Märkte erheblichen Rückenwind für eine nachhaltige Bitcoin-Erholung bieten könnte. Die von ProCap Financials Jeff Park vorgeschlagene Vorstellung – dass Bitcoins "heiliger Gral" darin bestünde, parallel zu höheren Zinssätzen zu steigen – würde einen fundamentalen Bruch von dieser Korrelation erfordern, der sich noch nicht materialisiert hat.
Wichtigste Erkenntnisse
• Bitcoins Erholung auf 71.000 $ stellt eine 20-prozentige Erholung von den jüngsten Tiefs dar, aber technische Analysten warnen, dass historische Parallelen zum Bärenmarkt von 2022 darauf hindeuten, dass weiteres Abwärtspotenzial auf 50.000 $ oder darunter möglich bleibt, bevor sich ein dauerhafter Boden bildet
• Institutionelle Investoren behandeln den Rückgang als Kaufgelegenheit, wobei Spot-Bitcoin-ETFs nach historischen Abflüssen Netto-Zuflüsse von 330 Millionen $ verzeichneten, was auf eine grundlegende Kluft zwischen der Überzeugung erfahrener Investoren und der Angst im Retail-Markt hinweist
• Der Fear and Greed Index bleibt trotz der Preiserholung auf extremen Angst-Niveaus (7 von 100), was darauf hindeutet, dass Marktteilnehmer von der Erholung nicht überzeugt sind und sich für potenzielle weitere Volatilität positionieren
• Die durchschnittliche Kostenbasis für US-Spot-Bitcoin-ETF-Halter liegt bei 82.000 $, was bedeutet, dass die meisten institutionellen Investoren profitabel bleiben und ein Rückgang unter 50.000 $ signifikantes ETF-Kapital unter Wasser bringen würde – ein Niveau, das entweder Kapitulation oder aggressive Akkumulation auslösen könnte
• Bitcoins Verhalten an der 200-Wochen-Moving-Average-Cloud (58.000-68.000 $) in den kommenden Wochen wird kritisch sein, da ein Scheitern, diese Niveaus zu halten – ähnlich wie im Juni 2022 – eine tiefere Bärenmarkt-Struktur bestätigen könnte
Quellen
KI-gestützter Inhalt
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Alle Fakten stammen aus verifizierten Nachrichtenquellen.