Bitcoin-Treasury-Unternehmen unter Druck: Nasdaq-Delisting-Gefahr und MSCI-Kontroverse

Während börsennotierte Bitcoin-Halter mit massiven Kursverlusten kämpfen und einigen das Nasdaq-Delisting droht, zeigen Analysen die positiven Renditeeffekte einer Bitcoin-Beimischung in traditionellen Aktienportfolios. MSCI ruderte nach heftigem Widerstand beim geplanten Ausschluss von Treasury-Unternehmen zurück.
MSCI-Rückzieher nach Kontroverse um Treasury-Unternehmen
Der Indexanbieter MSCI Inc. hat nach erheblichem Widerstand seine Pläne aufgegeben, Bitcoin-Treasury-Unternehmen wie MicroStrategy aus seinem Indexuniversum auszuschließen [1]. Die ursprüngliche Überlegung seit Oktober 2025 beruhte auf der Annahme, dass diese Unternehmen Investmentfonds ähneln könnten [2]. Die Entscheidung, Strategy, Metaplanet und ähnliche Firmen vorerst nicht aus Aktienindizes wie dem MSCI World oder MSCI ACWI zu exkludieren, verdeutlicht nach Einschätzung von Analysten den Wandel der Machtverhältnisse im Jahr 2026 [1][2].
Durch die Beibehaltung dieser Unternehmen in den Indizes profitieren sowohl die MSTR-Aktie als auch zahlreiche weitere Treasury-Wertpapiere weiterhin von ETF-Zuflüssen [1]. Millionen ETF-Sparer investieren über Indizes wie den MSCI World oder MSCI USA bereits indirekt einen Teil ihres Kapitals in Bitcoin [1].
Renditeanalyse: 10 Prozent Bitcoin steigern Portfolio-Performance deutlich
Eine aktuelle Analyse zeigt die konkreten Auswirkungen einer Bitcoin-Beimischung auf klassische Aktienportfolios. Ein reines MSCI-World-Investment hätte in den vergangenen fünf Jahren eine Rendite von rund 86,2 Prozent erzielt – aus 100.000 Euro wären etwa 186.200 Euro geworden [1].
Mit einer Beimischung von lediglich 10 Prozent in Bitcoin verändert sich das Bild erheblich: Bei einer Aufteilung von 90.000 Euro in den iShares MSCI World ETF und 10.000 Euro in Bitcoin hätte das Portfolio heute einen Wert von rund 194.000 Euro erreicht – ein Mehrertrag von gut 7.800 Euro gegenüber der reinen Aktienstrategie [1].
Der Grund liegt in der überdurchschnittlichen Performance von Bitcoin trotz des enttäuschenden Krypto-Jahres 2025: Über fünf Jahre verzeichnete die Kryptowährung eine kumulierte Wertsteigerung von 164 Prozent in Euro, was einer annualisierten Rendite von etwa 21,6 Prozent entspricht [1]. Das 90/10-Portfolio erreichte damit eine Gesamtrendite von rund 94 Prozent bei einer annualisierten Rendite von 14,1 Prozent [1].
Risikoprofil: Moderate Volatilitätserhöhung bei niedrigerer Korrelation
Die Bitcoin-Beimischung erhöht zwar die Volatilität eines Portfolios, jedoch weniger stark als erwartet. Während ein reines MSCI-World-Investment eine Volatilität von etwa 14,3 Prozent aufweist, steigt diese durch die 10-Prozent-Bitcoin-Allokation nur auf etwa 15,1 Prozent [1].
Die Korrelation zwischen Bitcoin und dem MSCI World bewegte sich im untersuchten Zeitraum überwiegend im niedrigen Bereich zwischen nahe null und rund 0,35, im Durchschnitt bei etwa 0,18 [1]. Dies deutet darauf hin, dass sich beide Anlageklassen häufig unabhängig voneinander entwickelten, wobei diese Korrelation nicht stabil blieb [1].
Nasdaq-Delisting bedroht mehrere Bitcoin-Halter
Während die Portfolio-Analyse positive Effekte zeigt, kämpfen mehrere börsennotierte Bitcoin-Treasury-Unternehmen mit existenziellen Problemen. Nach dem Boom im Frühsommer 2025 erlebten viele Aktien dieser Firmen dramatische Kurseinbrüche – teilweise um mehr als 90 Prozent vom Höchststand [2].
Die Nasdaq verlangt, dass Aktien mindestens bei 1 US-Dollar notieren. Fällt der Kurs 30 aufeinanderfolgende Tage unter diese Marke, erhalten Unternehmen eine Warnung und haben 180 Tage Zeit zur Korrektur [2].
Nakamoto, die Bitcoin-Treasury-Firma des ehemaligen Trump-Beraters David Bailey, erhielt am 10. Dezember 2025 die Nasdaq-Warnung [2]. Die Frist endet am 8. Juni 2026 [2]. Aktuell handelt die Aktie bei 0,45 US-Dollar – 98,7 Prozent unter dem Allzeithoch [2]. Das Unternehmen hält 5.398 BTC im Wert von mehr als 500 Millionen US-Dollar bei einer Marktkapitalisierung von nur circa 230 Millionen US-Dollar und Schulden von 210 Millionen US-Dollar [2].
Auch Strive, die Bitcoin-Treasury-Firma des Vermögensverwalters Strive Asset Management, kämpft mit der 1-US-Dollar-Marke. Das Board hat bereits einen Reverse Split im Verhältnis von 1 zu 20 autorisiert [2]. Die Aktie ist seit dem Sommerhoch um 93 Prozent gefallen und handelt aktuell bei knapp 0,95 US-Dollar [2].
Weitere betroffene Unternehmen sind K Wave Media, das am 7. Januar 2026 eine Warnung erhielt und nur 88 Bitcoin hält [2], sowie der Mining-Hardware-Hersteller Canaan mit 1.750 BTC und 3.951 ETH, der am 14. Januar 2026 gewarnt wurde [2].
Saylor verteidigt Treasury-Strategie
Strategy-Chairman Michael Saylor verteidigte Bitcoin-Treasury-Unternehmen in einem Podcast-Auftritt vehement. Er argumentierte, dass Unternehmen mit überschüssigem Kapital besser beraten seien, dieses in Bitcoin statt in Staatsanleihen zu investieren oder an Aktionäre zurückzugeben [3].
"Wenn Sie 10 Millionen Dollar pro Jahr verlieren, aber 30 Millionen Dollar an Bitcoin-Gewinnen erzielen, habe ich dann nicht gerade das Unternehmen gerettet?", sagte Saylor [3]. Er kritisierte die unterschiedlichen Maßstäbe: "Die Bitcoin-Community neigt dazu, ihre eigenen Kinder zu fressen. Sie denken irgendwie, es ist in Ordnung, dass 400 Millionen Unternehmen kein Bitcoin kaufen, und irgendwie ist das okay, und Sie werden die 200 Unternehmen kritisieren, die Bitcoin gekauft haben" [3].
Strategy ist mit 687.410 BTC der größte börsennotierte Krypto-Halter [3]. Insgesamt halten börsennotierte Unternehmen etwa 1,1 Millionen BTC, was rund 5,5 Prozent der 19,97 Millionen im Umlauf befindlichen Coins entspricht [3].
Quellen
KI-gestützter Inhalt
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