Bitcoin vs. Gold: Historische Kaufchance oder verlängerte Schwächephase?

Bitcoin hat gegenüber Gold den tiefsten Stand aller Zeiten erreicht – ein Signal, das in der Vergangenheit massive Kursanstiege ankündigte. Doch während Langzeithalter akkumulieren, warnen Analysten vor voreiligen Erwartungen einer raschen Rotation aus Edelmetallen.
Bitcoin vs. Gold: Historische Kaufchance oder verlängerte Schwächephase?
Während die Finanzmärkte durch dramatische Bewegungen bei Edelmetallen erschüttert wurden und Bitcoin sich mühsam über der 83.000-Dollar-Marke stabilisiert, zeichnet sich eine bemerkenswerte Entwicklung ab: Das Wertverhältnis zwischen Bitcoin und Gold hat einen historischen Tiefpunkt erreicht – ein Niveau, das in der Vergangenheit bedeutende Marktbodems markierte. Die entscheidende Frage für Investoren lautet nun: Stehen wir vor einer Wiederholung des gewaltigen Bullenmarkts von 2015 bis 2017, oder täuscht die historische Analogie über eine längere Schwächephase hinweg?
Die Marktverwerfungen der vergangenen Tage zeigen zudem, wie eng Bitcoin mittlerweile mit traditionellen Finanzmärkten verwoben ist – und wie sehr makroökonomische Unsicherheiten auch den Kryptomarkt belasten.
Die Fakten
Nach massiven Abverkäufen konnte sich Bitcoin zuletzt bei knapp über 83.000 US-Dollar stabilisieren und verzeichnete leichte Zugewinne von fast einem Prozent [1]. Der breitere Kryptomarkt zeigt sich jedoch weiterhin unter Druck: Unter den zehn größten Kryptowährungen konnten lediglich Solana und TRON minimale Kursgewinne verzeichnen, während Ethereum, XRP und Cardano in 24 Stunden um rund drei Prozent nachgaben [1].
Die eigentliche Dramatik spielte sich jedoch bei den Edelmetallen ab. Silber erlebte den größten Abverkauf seiner Geschichte und stürzte von 118 US-Dollar auf zwischenzeitlich 74 US-Dollar – ein Kursverlust von 35 Prozent an einem einzigen Handelstag [1]. Auch Gold geriet massiv unter Druck und verlor 15 Prozent, wodurch der Kurs unter 4.700 US-Dollar fiel [1]. Die Liquidationen bei tokenisierten Silber-Futures erreichten mit 142 Millionen US-Dollar das höchste Volumen am gesamten Kryptomarkt, gefolgt von Ethereum mit 139 Millionen und Bitcoin mit rund 82 Millionen US-Dollar [1].
Diese Edelmetall-Bewegungen erfolgen zu einem bemerkenswerten Zeitpunkt: Bitcoins Wert gegenüber Gold erreichte im Januar – adjustiert um die globale Geldmenge – den tiefsten Stand aller Zeiten [2]. Dieser Indikator, der zeigt, wann Bitcoin ungewöhnlich stark oder schwach gegenüber Gold ist, bewegte sich in eine Extremzone, die in der Vergangenheit mit bedeutenden Marktbodems zusammenfiel [2]. Das letzte Mal erreichte dieser Indikator 2015 ähnliche Niveaus, was danach innerhalb von nur zwei Jahren zu Kursgewinnen von 11.800 Prozent führte – Bitcoin stieg von etwa 165 auf 20.000 US-Dollar [2].
Analyst Michaël van de Poppe kommentierte die Situation mit den Worten: "Heute stellt sich eine bessere Kaufgelegenheit für Bitcoin dar als 2017" [2]. Analysten wie André Dragosch von Bitwise Europe und Pav Hundal von Swyftx erwarten eine Kapitalrotation von Gold zu Bitcoin, die bereits im Februar oder März beginnen könnte [2]. Über das vergangene Jahr betrachtet hat sich Gold im Wert verdoppelt, während Bitcoin um 18 Prozent gefallen ist [2].
Allerdings warnt Analyst Benjamin Cowen vor überzogenen Erwartungen. Er argumentiert, dass Bitcoins Abwärtstrend länger andauern könnte als viele Halter erwarten, und dass BTC "wahrscheinlich weiterhin gegenüber dem Aktienmarkt bluten wird" [2]. Die Hoffnung auf eine "massive Rotation" aus Gold und Silber könnte kurzfristig fehl am Platz sein [2]. Finanzinstitute wie Citi prognostizieren weitere Gewinne für Silber in den kommenden Monaten aufgrund der Nachfrage aus China und eines schwächeren US-Dollars, während RBC Capital Markets einen Goldpreis von 7.000 US-Dollar bis Ende 2026 vorhersagt [2].
Trotz des scharfen Rückgangs zeigen On-Chain-Daten, dass Langzeithalter ihre Positionen aufbauen. Das von Long-Term Holders (Einheiten, die BTC über 155 Tage halten) gehaltene Angebot begann sich während des Januar-Ausverkaufs zu erholen [2]. Auch die LTH Spent Binary, eine Metrik die zeigt, ob Langzeithalter verkaufen oder ihre Positionen halten, sank weiter [2]. In vergangenen Zyklen gingen eine Erholung des LTH-Angebots und sinkende LTH Spent Binary-Werte der Bildung dauerhafter Bitcoin-Bodems voraus [2].
Analyse & Einordnung
Die aktuelle Konstellation bietet sowohl ermutigende als auch warnende Signale für Bitcoin-Investoren. Das historisch niedrige Wertverhältnis zu Gold ist tatsächlich bemerkenswert, doch die Geschichte wiederholt sich selten exakt. Die Marktbedingungen von 2025 unterscheiden sich fundamental von 2015: Bitcoin ist heute deutlich reifer, institutionell verankert und regulatorisch stärker eingebunden. Das macht den Markt stabiler, aber auch weniger explosiv.
Die Bewegungen der Langzeithalter sind ein besonders aussagekräftiges Signal. Diese erfahrenen Marktteilnehmer haben mehrere Zyklen durchlebt und akkumulieren typischerweise nicht aus Euphorie, sondern aus strategischer Überzeugung. Dass sie während der Schwäche kaufen, während kurzfristige Spekulanten aussteigen, folgt dem klassischen Muster erfolgreicher Marktbodems. Allerdings ist das Timing entscheidend: Zwischen Akkumulation und deutlicher Erholung können Wochen bis Monate vergehen – eine Zeit, die Geduld erfordert.
Die makroökonomischen Rahmenbedingungen bleiben komplex. Der dramatische Edelmetall-Crash zeigt, wie schnell vermeintlich sichere Häfen unter Druck geraten können, wenn Positionen überhitzt sind und Liquidationen Kettenreaktionen auslösen. Die Spannungen zwischen den USA und Iran, ein drohender Government-Shutdown und die Unsicherheit um die geldpolitische Ausrichtung unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh belasten das allgemeine Risikosentiment. In einem solchen Umfeld könnte Bitcoin als risikobehaftetes Asset zunächst weiter unter Druck bleiben, bevor eine nachhaltige Erholung einsetzt. Die Vorstellung einer unmittelbaren, massiven Rotation von Gold zu Bitcoin erscheint angesichts dieser Gemengelage optimistisch – wahrscheinlicher ist ein gradueller Prozess über mehrere Monate.
Fazit
• Bitcoin hat gegenüber Gold ein historisches Bewertungstief erreicht, das vergangene Marktbodems markierte – jedoch garantieren historische Muster keine Wiederholung, besonders in einem veränderten Marktumfeld
• Die Akkumulation durch Langzeithalter während der Schwächephase ist ein konstruktives Signal, doch zwischen Bodembildung und deutlicher Erholung können mehrere Wochen bis Monate vergehen
• Eine Kapitalrotation von Edelmetallen zu Bitcoin ist mittelfristig plausibel, dürfte aber angesichts makroökonomischer Unsicherheiten und weiterhin bullisher Edelmetall-Prognosen graduell statt explosiv verlaufen
• Der dramatische Silber-Crash demonstriert die Risiken überhitzter Märkte und zeigt, dass auch vermeintlich sichere Assets anfällig für massive Korrekturen sind
• Investoren sollten die aktuelle Phase als potenzielle Akkumulationsphase betrachten, aber realistische Erwartungen hinsichtlich des Timings einer nachhaltigen Erholung haben
Quellen
KI-gestützter Inhalt
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Alle Fakten stammen aus verifizierten Nachrichtenquellen.