Bitdeer liquidiert gesamte Bitcoin-Treasury – Signal für Branchenkrise?

Das Mining-Unternehmen Bitdeer hat seine kompletten Bitcoin-Bestände verkauft und gleichzeitig 300 Millionen Dollar Fremdkapital aufgenommen. Die Liquidation der gesamten Treasury deutet auf zunehmenden finanziellen Druck in der Mining-Industrie hin.
Bitdeer liquidiert gesamte Bitcoin-Treasury – Signal für Branchenkrise?
Die vollständige Auflösung der Bitcoin-Bestände durch einen etablierten Mining-Konzern ist mehr als nur eine operative Entscheidung – sie könnte ein Warnsignal für die gesamte Mining-Industrie sein. Während andere Unternehmen ihre Treasuries aufbauen, geht Bitdeer den entgegengesetzten Weg und offenbart damit möglicherweise die prekäre Lage vieler Miner in Zeiten historisch niedriger Profitabilität.
Die zeitgleiche Aufnahme von 300 Millionen Dollar über Wandelanleihen unterstreicht die Dringlichkeit der Kapitalbeschaffung und wirft Fragen über die finanzielle Stabilität des von Bitmain-Mitgründer Jihan Wu gegründeten Unternehmens auf.
Die Fakten
Bitdeer hat seine gesamte Bitcoin-Treasury liquidiert und hält nun null BTC in den eigenen Beständen, wie aus dem jüngsten Wochenbericht des Unternehmens hervorgeht [1][2]. Konkret verkaufte das Mining-Unternehmen nicht nur die in der Berichtswoche produzierten 189,8 BTC, sondern liquidierte zusätzlich weitere 943,1 BTC aus der bestehenden Treasury-Reserve [1]. Noch eine Woche zuvor, am 13. Februar, verfügte Bitdeer über eine Treasury von 943,1 BTC [1].
Diese vollständige Liquidation stellt eine deutliche Abkehr von der üblichen Praxis in der Mining-Industrie dar. Üblicherweise verkaufen Mining-Unternehmen lediglich einen Teil ihrer geschürften Bitcoin, um operative Kosten wie Strom, Hosting und Hardware zu decken, während sie gleichzeitig strategische Bitcoin-Reserven aufbauen, um von möglichen Kurssteigerungen zu profitieren [1][2]. Eine komplette Auflösung der Treasury-Bestände ist hingegen ungewöhnlich und deutet auf erheblichen Kapitalbedarf hin [2].
Parallel zur Treasury-Liquidation kündigte Bitdeer am Donnerstag die Aufnahme von 300 Millionen US-Dollar über eine wandelbare vorrangige Anleihe (Convertible Senior Note) an, mit einer Option zur Aufstockung um weitere 45 Millionen Dollar [1][2]. Die bis 2032 laufenden Anleihen können später in Aktien, Bargeld oder eine Kombination aus beidem umgewandelt werden [1]. Nach Unternehmensangaben sollen die Mittel für den Ausbau von Rechenzentren, das Wachstum im KI-Cloud-Bereich, die Entwicklung von Mining-Hardware sowie allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden [1][2].
Die Ankündigung führte zu einem deutlichen Kursrückgang der Bitdeer-Aktie [1]. Das von Jihan Wu, dem ehemaligen Bitmain-Mitgründer, gegründete Unternehmen hat seine Strategie in jüngster Zeit verändert und expandiert verstärkt in den Bereich des Eigenmining, da die Nachfrage nach seiner Mining-Hardware nachlässt [1]. Statt die eigenen Mining-Rigs an Kunden zu verkaufen, setzt Bitdeer diese zunehmend selbst ein, um Bitcoin zu schürfen [1].
Der Hintergrund dieser Entwicklung ist die angespannte wirtschaftliche Lage der gesamten Mining-Industrie. Der Hashprice – ein Indikator für die Profitabilität des Minings – ist auf ein historisch niedriges Niveau gefallen [2]. Dies bedeutet für viele Betreiber sinkende Einnahmen bei gleichzeitig hohen Fixkosten [2]. Die Branche befindet sich damit in einer strukturellen Krise, die durch das Halving 2024 und die daraus resultierenden geringeren Blockbelohnungen weiter verschärft wurde.
Analyse & Einordnung
Die vollständige Liquidation der Bitcoin-Treasury durch Bitdeer ist ein bemerkenswerter Gegensatz zum aktuellen Trend bei anderen börsennotierten Unternehmen. Während MicroStrategy, Marathon Digital (MARA) und andere Firmen ihre Bitcoin-Bestände kontinuierlich ausbauen und Bitcoin als strategische Treasury-Reserve betrachten, geht Bitdeer den entgegengesetzten Weg. Diese Diskrepanz deutet auf erhebliche operative Herausforderungen hin.
Die Kombination aus vollständiger Treasury-Liquidation und gleichzeitiger Fremdkapitalaufnahme in Höhe von 300 Millionen Dollar lässt mehrere Interpretationen zu: Entweder benötigt Bitdeer dringend Liquidität, um laufende Verpflichtungen zu erfüllen, oder das Unternehmen setzt auf eine strategische Neuausrichtung in Richtung KI und Rechenzentren – ein Trend, dem bereits mehrere Mining-Unternehmen folgen. MARA Holdings erwarb kürzlich eine Mehrheitsbeteiligung am französischen Computing-Infrastruktur-Unternehmen Exaion und positioniert sich damit ebenfalls im KI- und Cloud-Bereich [1]. Auch Unternehmen wie HIVE, Hut 8, TeraWulf und IREN nutzen ihre Infrastruktur zunehmend für KI-Anwendungen statt ausschließlich für Bitcoin-Mining [1].
Historisch betrachtet waren Phasen niedriger Mining-Profitabilität stets Konsolidierungsphasen, in denen ineffiziente Betreiber aus dem Markt gedrängt wurden. Dies führte mittelfristig zu einer Reduktion der Hashrate, geringerer Mining-Difficulty und verbesserten Bedingungen für die verbleibenden Miner. Die aktuelle Situation unterscheidet sich jedoch insofern, als dass die Hashrate trotz niedriger Profitabilität auf hohem Niveau verbleibt – ein Zeichen für intensiven Wettbewerb und möglicherweise für Unternehmen, die trotz Verlusten weiter operieren.
Für Bitcoin-Investoren bedeutet der zunehmende Verkaufsdruck durch Miner kurzfristig potenziell zusätzliches Angebot am Markt. Allerdings ist das Verkaufsvolumen selbst größerer Mining-Unternehmen im Verhältnis zum täglichen Handelsvolumen von Bitcoin überschaubar. Wichtiger ist die Signalwirkung: Wenn etablierte Miner ihre Bestände liquidieren müssen, könnte dies auf eine bevorstehende Konsolidierungswelle hindeuten, die mittel- bis langfristig die Gesundheit des Netzwerks stärken könnte.
Fazit
• Die vollständige Treasury-Liquidation durch Bitdeer ist ein deutliches Warnsignal für die finanzielle Anspannung in der Mining-Industrie und steht im starken Kontrast zur Treasury-Strategie anderer börsennotierter Unternehmen
• Die Kombination aus Bitcoin-Verkauf und 300-Millionen-Dollar-Fremdkapitalaufnahme deutet entweder auf akuten Liquiditätsbedarf oder eine strategische Neuausrichtung in Richtung KI und Rechenzentren hin – ein Trend, dem bereits mehrere Miner folgen
• Der historisch niedrige Hashprice zwingt Mining-Unternehmen zur Entscheidung: Entweder Kapitalbeschaffung und Diversifikation, oder Risiko der Insolvenz bei anhaltend niedriger Profitabilität
• Für den Bitcoin-Kurs dürfte der zusätzliche Verkaufsdruck durch Miner kurzfristig marginal sein, wichtiger ist die mittelfristige Konsolidierung der Industrie, die zu einer gesünderen Marktstruktur führen könnte
• Die Entwicklung zeigt einmal mehr, dass Bitcoin-Mining zunehmend ein Geschäft mit hohen Kapitalanforderungen wird, in dem nur gut kapitalisierte und effiziente Betreiber langfristig überleben können
Quellen
KI-gestützter Inhalt
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Alle Fakten stammen aus verifizierten Nachrichtenquellen.