Chinas verschärftes Krypto-Verbot: Peking weitet Kontrolle auf Auslandsaktivitäten aus

Chinas verschärftes Krypto-Verbot: Peking weitet Kontrolle auf Auslandsaktivitäten aus

China bekräftigt nicht nur sein Bitcoin-Verbot von 2021, sondern erweitert die Restriktionen erstmals explizit auf im Ausland tätige chinesische Unternehmen. Besonders Yuan-basierte Stablecoins und tokenisierte Vermögenswerte stehen im Fokus der neuen Maßnahmen.

Totale Kontrolle: China zeigt, wie weit ein staatliches Krypto-Verbot reichen kann

Während westliche Nationen um regulatorische Rahmenwerke ringen, demonstriert China mit seiner jüngsten Verschärfung der Anti-Krypto-Politik eine fundamentale Alternative: die vollständige Ablehnung dezentraler digitaler Währungen außerhalb staatlicher Kontrolle. Die am 6. Februar 2026 veröffentlichte Stellungnahme von acht chinesischen Behörden markiert dabei eine neue Dimension – erstmals werden explizit auch im Ausland tätige, von chinesischen Akteuren kontrollierte Unternehmen in die Verbotspolitik einbezogen. Diese extraterritoriale Ausweitung zeigt, dass Peking entschlossen ist, jegliche Umgehungsversuche zu unterbinden.

Die Verschärfung erfolgt in einer Phase extremer Marktvolatilität, in der Bitcoin seit seinem Oktober-Hoch über 40 Prozent verloren hat und der gesamte Krypto-Markt laut Bloomberg rund 2 Billionen US-Dollar an Marktkapitalisierung einbüßte [1]. Das Timing wirft Fragen auf: Nutzt China die Marktschwäche für eine politische Offensive, oder reagiert es auf tatsächlich gestiegene Aktivitäten chinesischer Investoren im Krypto-Sektor?

Die Fakten

Die chinesische Zentralbank hat gemeinsam mit sieben weiteren staatlichen Behörden – darunter die Ministerien für öffentliche Sicherheit sowie für Industrie und Informationstechnologie, die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission sowie vier Aufsichtsbehörden – eine "Bekanntmachung zur weiteren Prävention und zum Umgang mit Risiken im Zusammenhang mit virtuellen Währungen" veröffentlicht [2]. Diese Stellungnahme bekräftigt nicht nur das seit 2021 bestehende Bitcoin-Verbot, sondern erweitert dessen Reichweite erheblich.

Im Zentrum der neuen Maßnahmen stehen zwei Bereiche: Yuan-basierte Stablecoins und die Tokenisierung realer Vermögenswerte (Real World Assets, RWAs). Die Emission von an den Yuan gekoppelten Stablecoins im Ausland wird ohne ausdrückliche Zustimmung der zuständigen Behörden strikt untersagt [1]. Die Begründung der chinesischen Regierung ist eindeutig: Solche Aktivitäten gefährden die monetäre Souveränität und die finanzielle Stabilität des Landes [2]. Als einzige zugelassene digitale Währung bleibt damit der e-CNY, Chinas staatliche Digitalwährung (CBDC) [2].

Die Reichweite der Verbote ist umfassend. Als illegale Finanzaktivitäten gelten unter anderem: die Ausgabe virtueller Währungen, der Umtausch gesetzlicher Zahlungsmittel in Kryptowährungen, der Handel mit entsprechenden Finanzprodukten, Informations- und Abwicklungsdienste für Krypto-Transaktionen, Token-Finanzierung sowie die Tokenisierung realer Vermögenswerte einschließlich zugehöriger IT-Dienstleistungen [2]. Die Behörden betonen explizit, dass Kryptowährungen wie Bitcoin, Ether und Stablecoins in China keinen rechtlichen Status als Zahlungsmittel besitzen [1].

Besonders bemerkenswert ist die extraterritoriale Dimension der neuen Regelungen. Während ausländischen Unternehmen weiterhin untersagt bleibt, chinesischen Kunden auf dem Festland Krypto-Dienstleistungen anzubieten, gelten die Verbote nun ausdrücklich auch für von chinesischen Akteuren kontrollierte Unternehmen im Ausland, einschließlich Tochtergesellschaften und Joint Ventures [2]. Inländische Unternehmen sowie deren kontrollierte Auslandsfirmen dürfen ohne Genehmigung keine Kryptowährungen im Ausland ausgeben [1].

Zusätzlich werden operative Details geregelt: Unternehmensnamen und Geschäftsbereiche dürfen bestimmte Begriffe nicht mehr enthalten, darunter "virtuelle Währung", "Kryptowährung", "Stablecoins", "Tokenisierung realer Vermögenswerte" oder "RWA" [2]. Die Behörden kündigen zudem strenge rechtliche Maßnahmen gegen Betrug, Geldwäsche, Schneeballsysteme sowie die Fortsetzung des entschlossenen Vorgehens gegen Krypto-Mining an [2].

Analyse & Einordnung

Die aktuelle Verschärfung ist weniger überraschend als ihre spezifische Ausrichtung. China verfolgt seit Jahren eine kompromisslose Anti-Krypto-Politik – von der Mining-Verbannung 2021, die eine globale Hashrate-Migration auslöste, bis zu wiederholten Durchgriffen gegen Exchanges und Trader. Was diese Stellungnahme jedoch unterscheidet, ist die explizite Einbeziehung von Offshore-Strukturen und die klare Positionierung gegen Stablecoins und tokenisierte Vermögenswerte.

Die Fokussierung auf Yuan-basierte Stablecoins ist strategisch bedeutsam. Während Dollar-gebundene Stablecoins wie USDT und USDC das globale Krypto-Ökosystem dominieren und faktisch als digitale Dollar-Exporte fungieren, will China offensichtlich verhindern, dass ähnliche Strukturen die Kontrolle über den Yuan untergraben. Die Botschaft ist unmissverständlich: Digitalisierung der Währung ja – aber ausschließlich unter staatlicher Kontrolle durch den e-CNY. Dies steht im fundamentalen Gegensatz zur Bitcoin-Philosophie der dezentralen, zensurresistenten Wertspeicherung.

Die extraterritoriale Ausweitung könnte praktische Durchsetzungsprobleme mit sich bringen, sendet aber ein klares Signal an chinesische Unternehmer und Investoren: Geografische Arbitrage durch Verlagerung ins Ausland wird nicht toleriert. Dies unterscheidet Chinas Ansatz fundamental von anderen Jurisdiktionen, die zwar regulieren, aber Innovation nicht grundsätzlich unterbinden wollen. Für Bitcoin selbst ist die direkte Auswirkung begrenzt – Chinas Mining-Exodus 2021 hat bereits gezeigt, dass das Netzwerk resilient gegenüber staatlichen Eingriffen ist. Für chinesische Bürger bedeutet die Verschärfung jedoch, dass legale Partizipation am globalen Bitcoin-Ökosystem weiter erschwert wird, während der Untergrundhandel vermutlich persistieren wird.

Fazit

• China erweitert sein Krypto-Verbot erstmals explizit auf im Ausland tätige, von chinesischen Akteuren kontrollierte Unternehmen – eine extraterritoriale Dimension, die geografische Umgehungsstrategien unterbinden soll

• Yuan-basierte Stablecoins und tokenisierte Vermögenswerte stehen im Fokus der Verschärfung, was Chinas Absicht unterstreicht, jegliche Währungsdigitalisierung außerhalb des staatlichen e-CNY zu verhindern

• Das Timing während der Marktkorrektur könnte darauf hindeuten, dass chinesische Investoren trotz bestehender Verbote weiterhin aktiv im Krypto-Markt engagiert sind – andernfalls wäre die Verschärfung überflüssig

• Für das Bitcoin-Netzwerk selbst sind die Auswirkungen marginal, da China bereits 2021 aus dem Mining ausgeschieden ist – die Dezentralisierung und geografische Diversifizierung haben sich als effektiver Schutz erwiesen

• Die Entwicklung verdeutlicht die fundamentale regulatorische Dichotomie: Während westliche Nationen zunehmend Rahmenwerke für kontrollierte Integration schaffen, setzt China auf vollständige Exklusion dezentraler Währungen zugunsten totaler staatlicher Kontrolle

KI-gestützter Inhalt

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Alle Fakten stammen aus verifizierten Nachrichtenquellen.

Regulierung

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