CME startet durchgehenden Bitcoin-Futures-Handel: Neue Ära für Institutionelle

Ab Ende Mai können Bitcoin-Futures erstmals 24/7 an einer regulierten US-Börse gehandelt werden. Die CME Group reagiert damit auf Rekordnachfrage und schließt eine kritische Lücke für institutionelles Risikomanagement.
CME schließt die Wochenendlücke: Was der 24/7-Handel für Bitcoin wirklich bedeutet
Wenn eine der weltweit größten Derivatebörsen ihre Handelszeiten an den Bitcoin-Rhythmus anpasst und nicht umgekehrt, markiert das einen bemerkenswerten Wendepunkt. Die CME Group wird ab dem 29. Mai 2025 ihre regulierten Krypto-Futures und -Optionen rund um die Uhr handelbar machen – ein Schritt, der weit mehr bedeutet als nur verlängerte Öffnungszeiten. Er signalisiert die endgültige Anerkennung, dass Bitcoin-Märkte nach eigenen Regeln funktionieren und traditionelle Finanzinfrastruktur sich anpassen muss, nicht umgekehrt.
Für institutionelle Investoren schließt sich damit eine kritische Lücke: Bislang mussten sie hilflos zusehen, wenn Bitcoin-Märkte am Wochenende volatile Bewegungen zeigten, während ihre Absicherungsinstrumente pausieren. Diese Asymmetrie gehört nun der Vergangenheit an.
Die Fakten
Die CME Group kündigte an, ab Freitag, dem 29. Mai 2025 um 22:00 Uhr MEZ (16:00 Uhr Central Time) einen durchgehenden Handel für ihre Kryptowährungs-Futures und -Optionen auf der CME Globex-Plattform einzuführen [1]. Die Neuregelung steht unter dem Vorbehalt einer regulatorischen Prüfung und umfasst nicht nur Bitcoin, sondern auch Ether sowie CME-Kontrakte auf Solana und XRP [2].
Tim McCourt, Global Head of Equities, Foreign Exchange and Alternative Products bei der CME Group, begründete den Schritt mit außergewöhnlich gestiegener Nachfrage: "Die Kundennachfrage nach Risikomanagement im digitalen Asset-Markt ist auf einem Allzeithoch und hat 2025 zu einem Rekordvolumen von 3 Billionen US-Dollar (notional) bei unseren Kryptowährungs-Futures und -Optionen geführt" [1][2].
Die Zahlen untermauern diese Aussage eindrucksvoll: Das durchschnittliche Tagesvolumen erreichte 2026 bislang 407.200 Kontrakte – ein Anstieg von 46 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum [1][2]. Das durchschnittliche Open Interest kletterte auf 335.400 Kontrakte, was einem Plus von 7 Prozent entspricht [1]. Besonders Futures trieben das Wachstum voran, mit einem durchschnittlichen Tagesvolumen von 403.900 Kontrakten, was 47 Prozent über dem Vorjahresniveau liegt [1].
Technisch wird der Handel nahezu durchgehend laufen, mit lediglich einer mindestens zweistündigen Wartungspause pro Woche am Wochenende [1][2]. Geschäfte, die zwischen Freitagabend und Sonntagabend sowie an Feiertagen zustande kommen, werden dem darauffolgenden Geschäftstag als Handelsdatum zugeordnet [1][2]. Clearing, Settlement und regulatorische Meldungen werden ebenfalls am nächsten Geschäftstag verarbeitet [1][2].
Die CME betonte, dass im Gegensatz zu Offshore-Plattformen ihre Krypto-Kontrakte innerhalb des US-amerikanischen Regulierungsrahmens operieren und standardisiertes Settlement sowie Aufsichtsschutz bieten [1]. Die Börse rahmt die Änderung als Anpassung an die Handelsstrukturen digitaler Assets, die ohne traditionelle Handelsschlusszeiten funktionieren [1].
Analyse & Einordnung
Die Einführung des 24/7-Handels an der CME ist mehr als eine technische Neuerung – sie spiegelt einen fundamentalen Wandel in der Marktstruktur wider. Erstmals passt sich eine etablierte, regulierte Derivatebörse vollständig dem Rhythmus des Bitcoin-Marktes an, statt zu versuchen, diesen in traditionelle Handelszeiten zu pressen.
Das Wochenend-Problem war bislang eine der größten Schwachstellen für institutionelle Bitcoin-Investoren. Während der klassischen Handelspausen von Freitagabend bis Montagmorgen ereigneten sich historisch einige der volatilsten Bitcoin-Bewegungen – man denke an Preisrückgänge oder -anstiege von 10-20 Prozent während dieser Zeitfenster. Institutionelle Investoren mit regulierten Absicherungsinstrumenten waren in diesen Phasen faktisch handlungsunfähig, was zu erheblichen Basisrisiken führte. Diese Lücke ermöglichte zudem Preisverzerrungen zwischen Spot- und Derivatemärkten, die nun deutlich reduziert werden dürften.
Die Rekordvolumina, die CME meldet, sind ein klarer Indikator dafür, dass institutionelle Investoren zunehmend regulierte Zugänge für Bitcoin-Exposure bevorzugen. Mit einem notionalen Volumen von 3 Billionen US-Dollar 2025 und einem Anstieg des Tagesvolumens um 46 Prozent wird deutlich: Bitcoin hat sich im Portfolio-Management etablierter Finanzinstitute fest verankert. Der 24/7-Handel ist die logische Konsequenz dieser Entwicklung und dürfte die Attraktivität der CME-Produkte weiter steigern – insbesondere gegenüber unregulierten Offshore-Börsen, die zwar schon immer durchgehend handelten, aber nicht dieselben Clearing- und Aufsichtsstandards bieten.
Mittelfristig könnte diese Entwicklung den Charakter der Bitcoin-Preisbildung verändern. Je stärker regulierte Derivatemärkte mit hohen Volumina und professionellen Teilnehmern durchgehend aktiv sind, desto mehr Liquidität und Preiseffizienz fließt in den Gesamtmarkt. Gleichzeitig erhöht sich der Einfluss institutioneller Akteure auf die Preisdynamik – ein zweischneidiges Schwert, das einerseits für mehr Stabilität sorgen kann, andererseits aber auch die Frage aufwirft, ob Bitcoin-Märkte dadurch traditionelleren Finanzmarktmustern folgen werden.
Fazit
• Die CME schließt mit dem 24/7-Handel eine kritische Lücke für institutionelles Risikomanagement und beseitigt das lange bestehende Wochenend-Problem bei der Absicherung von Bitcoin-Positionen
• Rekordvolumina von 3 Billionen US-Dollar (notional) und 46 Prozent Wachstum beim Tagesvolumen zeigen: Regulierte Bitcoin-Derivate haben sich als fester Bestandteil institutioneller Portfolios etabliert
• Die Anpassung einer der größten Derivatebörsen an den Bitcoin-Rhythmus markiert einen symbolischen Wendepunkt – traditionelle Finanzinfrastruktur passt sich digitalen Assets an, nicht umgekehrt
• Erhöhte Liquidität und durchgehende Preisbildung an regulierten Märkten dürften mittelfristig zu effizienteren Preisen und reduzierten Arbitragemöglichkeiten führen
• Für Bitcoin-Investoren bedeutet dies mehr Marktstabilität durch professionellere Marktstruktur, gleichzeitig aber auch wachsenden Einfluss institutioneller Akteure auf die Preisdynamik
Quellen
KI-gestützter Inhalt
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Alle Fakten stammen aus verifizierten Nachrichtenquellen.