Coinbase-CEO und französischer Zentralbankchef streiten in Davos über Bitcoin-Unabhängigkeit

Coinbase-CEO und französischer Zentralbankchef streiten in Davos über Bitcoin-Unabhängigkeit

Ein hitziger Schlagabtausch beim Weltwirtschaftsforum verdeutlichte grundlegende Meinungsverschiedenheiten zwischen Kryptowährungs-Befürwortern und traditionellen Währungsbehörden über Vertrauen, Unabhängigkeit und die Zukunft des Geldes.

Zentralbank-Autorität beim Weltwirtschaftsforum herausgefordert

Eine scharfe öffentliche Konfrontation zwischen Coinbase-CEO Brian Armstrong und dem französischen Zentralbankgouverneur François Villeroy de Galhau beim Weltwirtschaftsforum in Davos hat langjährige Spannungen zwischen traditionellem Finanzwesen und Kryptowährungen ins Rampenlicht gerückt.

Die Debatte entfaltete sich während einer Podiumsdiskussion mit dem Titel "Ist Tokenisierung die Zukunft?" am Mittwoch, bei der die beiden Führungspersönlichkeiten deutlich unterschiedliche Ansichten darüber präsentierten, woher das Vertrauen in Geldsysteme stammen sollte [1].

Zentralbankgouverneur verteidigt institutionelles Vertrauen

Villeroy de Galhau argumentierte, dass Vertrauen in Geld von regulierten öffentlichen Institutionen und nicht von privaten Kryptowährungs-Emittenten kommen müsse. "Die Garantie für Vertrauen ist die Unabhängigkeit auf Seiten der Zentralbank", erklärte der Gouverneur der Banque de France und fügte hinzu, dass er "unabhängigen Zentralbanken mit einem demokratischen Mandat" mehr vertraue als dem, was er als "private Emittenten von Bitcoin" charakterisierte [1][2].

Der französische Zentralbanker betonte, dass Regulierung den Fortschritt unterstütze und nicht behindere. "Regulierung ist nicht der Feind von Innovation. Im Gegenteil, sie ist eine Garantie für Vertrauen", sagte er [1]. Er merkte auch an, dass "Geld seit Jahrhunderten als öffentlich-private Partnerschaft existiert" und deutete an, dass Tokenisierung innerhalb angemessener regulatorischer Grenzen eine Rolle spielen könnte [1].

Armstrong kontert mit Dezentralisierungs-Argument

Armstrong stellte Villeroy de Galhaus Charakterisierung von Bitcoin direkt in Frage und argumentierte, dass die Prämisse des Gouverneurs grundlegend fehlerhaft sei. "Bitcoin ist ein dezentrales Protokoll. Es gibt tatsächlich keinen Emittenten", antwortete Armstrong und betonte, dass es im Gegensatz zu Zentralbanken "kein Land, kein Unternehmen und keine Einzelperson gibt, die es weltweit kontrolliert" [2].

Der Coinbase-CEO behauptete weiter, dass Bitcoins dezentrale Natur es "sogar noch unabhängiger" mache als Zentralbanken [1][2]. Armstrong verwies auf Bitcoins festes Angebot und das Fehlen einer "Gelddruckmaschine" als Schlüsselmerkmale, die es von traditionellen Geldsystemen unterscheiden [2].

Wettbewerb statt Ersatz

Anstatt Bitcoin als Ersatz für Zentralbanken zu positionieren, plädierte Armstrong für einen "gesunden Wettbewerb" zwischen den beiden Systemen. Er argumentierte, dass es "den größten Rechenschaftsmechanismus für Defizitausgaben" schaffe, wenn Menschen wählen können, welchem Geldsystem sie mehr vertrauen [1]. Diese Bemerkung soll Villeroy de Galhau ein Schmunzeln entlockt haben [1].

Armstrong verglich Bitcoins Rolle in Zeiten der Unsicherheit mit der historischen Funktion von Gold und deutete an, dass es als monetäres Gegengewicht zu staatlich ausgegebenen Währungen diene [2].

Digitaler Euro und regulatorischer Rahmen

Villeroy de Galhau versuchte, den Bankensektor zu beruhigen, dass der geplante digitale Euro der Europäischen Union nicht darauf ausgelegt sei, private Finanzinstitute zu verdrängen. Er erklärte, das Ziel sei es, Zahlungssysteme zu modernisieren und gleichzeitig die monetäre Souveränität zu bewahren [1].

Der Gouverneur betonte, dass Vertrauen letztlich aus der Unabhängigkeit der Zentralbank in Kombination mit der Rechenschaftspflicht gegenüber den Bürgern resultiere [2].

Armstrongs kühne Preisprognose und gesetzgeberische Bedenken

Über die Podiumsdebatte hinaus bekräftigte Armstrong seine Vorhersage, dass Bitcoin bis 2030 eine Million Dollar erreichen könnte, obwohl die Preise bei etwa 89.000 Dollar verharren, während der breitere Kryptomarkt an einem einzigen Tag um 160 Milliarden Dollar einbrach [2]. In seiner Rede im Bloomberg House während des Forums betonte er, dass Bitcoins festes Angebot von 21 Millionen und die steigende globale Nachfrage bedeutsamer seien als kurzfristige Volatilität [2].

Armstrong enthüllte auch, dass Coinbase den aktuellen Gesetzentwurf des Senatsbankenausschusses zur Kryptomarktstruktur nicht mehr unterstützen könne und ihn als "schlechter als der Status quo und schädlich für Innovation und Wettbewerb" bezeichnete [2]. Der Senatsausschuss hatte die Debatte über den wegweisenden "Clarity Act" in der Vorwoche nach Armstrongs Widerspruch verschoben, was den Aussichten der Gesetzgebung einen erheblichen Dämpfer versetzte [2].

KI-gestützter Inhalt

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Alle Fakten stammen aus verifizierten Nachrichtenquellen.

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