Krypto-Regulierung im Spannungsfeld: EZB warnt vor Stablecoins, US-Banken setzen Debanking fort
Während die Europäische Zentralbank vor systemischen Risiken durch Stablecoins warnt, sorgt die Kontokündigung des Strike-CEOs durch JPMorgan in den USA für neue Debanking-Vorwürfe gegen traditionelle Banken.
JPMorgan kündigt Konto von Bitcoin-Unternehmer
Die Debatte um die Regulierung von Kryptowährungen eskaliert auf beiden Seiten des Atlantiks. In den USA hat die Großbank JPMorgan Chase die Konten von Jack Mallers, CEO des Bitcoin-Zahlungsdienstleisters Strike, ohne Angabe von Gründen gekündigt. "Letzten Monat hat J.P. Morgan Chase mich aus der Bank geworfen", schrieb Mallers am Sonntag auf X. "Jedes Mal, wenn ich nach dem Grund fragte, sagten sie dasselbe: Wir dürfen es Ihnen nicht sagen."[1]
Der Vorfall hat Befürchtungen über eine erneute Welle des sogenannten "Debanking" geweckt – ein Begriff, der die systematische Kontokündigung von Krypto-Unternehmen durch traditionelle Banken beschreibt.
Vorwürfe der "Operation Chokepoint 2.0"
US-Senatorin Cynthia Lummis sieht in dem Vorfall einen weiteren Beleg für die "Operation Chokepoint 2.0", einen Begriff, den Kritiker nutzen, um angeblichen Druck der Regierung auf Banken zu beschreiben, Geschäftsbeziehungen mit Krypto-Unternehmen zu beenden. "Operation Chokepoint 2.0 existiert bedauerlicherweise weiter", erklärte Lummis am Montag auf X[1]. Solche Maßnahmen würden das Vertrauen in traditionelle Banken untergraben und die digitale Asset-Industrie ins Ausland treiben.
Die Befürchtungen werden durch Hinweise eines anonymen Whistleblowers verschärft, der im Januar das Büro von Lummis kontaktierte und behauptete, die Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) würde "Material" im Zusammenhang mit der Operation Chokepoint 2.0 vernichten[1].
Caitlin Long, CEO der Custodia Bank, warnte, dass die Debanking-Bemühungen gegen Krypto-Unternehmen möglicherweise bis Januar 2026 andauern könnten, abhängig von der Ernennung eines neuen Gouverneurs der Federal Reserve[1].
EZB warnt vor Stablecoin-Risiken
Zeitgleich schlägt die Europäische Zentralbank (EZB) Alarm vor den Risiken von Stablecoins für die Finanzmarktstabilität. Laut EZB können Stablecoins zu Volatilität führen, wenn ihre Werte stark von den Kursen der zugrunde liegenden Vermögenswerte abweichen oder wenn Anleger schnell Geld abziehen[2].
Die kombinierte Marktkapitalisierung aller Stablecoins ist auf über 280 Milliarden US-Dollar gestiegen – etwa 8 Prozent des gesamten Krypto-Marktes[2]. Dominiert wird der Markt von den Dollar-Stablecoins Tether (USDT) mit 184 Milliarden US-Dollar und Circle (USDC) mit 75 Milliarden US-Dollar[2].
Wachstumsprognose verstärkt Sorgen
Besonders besorgniserregend ist aus Sicht der EZB, dass der heutige Stablecoin-Markt überwiegend von Trading-Aktivitäten bestimmt wird. Rund 80 Prozent der Trading-Aktivitäten an zentralisierten Krypto-Börsen beträfen Stablecoins[2]. Große Gefahren lägen insbesondere in einer Abkopplung vom Referenzwert und einer massiven Einlösungswelle durch die Nutzer.
Da führende Stablecoins durch große Reserven traditioneller Finanzanlagen, vor allem kurzlaufende US-Staatsanleihen, gedeckt sind, sei ihr Wachstum direkt an die globalen Finanzmärkte gekoppelt[2]. Bis 2028 könnte die Marktkapitalisierung auf 2 Billionen US-Dollar ansteigen, was die "Spillover-Risiken" verstärken würde[2].
Forderung nach globaler Regulierung
Die EZB-Autoren fordern eine globale Angleichung der Regulierung im Einklang mit dem Fahrplan der G20 und den Empfehlungen des Finanzstabilitätsrats[2]. Diese Forderung steht im Kontrast zu den US-amerikanischen Debanking-Praktiken, die nach Ansicht von Kritikern die Innovation im Krypto-Sektor behindern.
Bemerkenswert ist dabei, dass US-Banken selbst in den letzten zwei Jahrzehnten mehr als 200 Milliarden Dollar an Bußgeldern wegen Compliance-Verstößen gezahlt haben, während sie gleichzeitig Krypto-Firmen wegen angeblicher Risiken im Bereich illegaler Finanzierung kritisieren[1].
Quellen
KI-gestützter Inhalt
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Alle Fakten stammen aus verifizierten Nachrichtenquellen.