Krypto-Regulierung im Wandel: Gemini erhält US-Lizenz, während Polen und die EU um Aufsicht ringen

Die Krypto-Branche erlebt weltweit regulatorische Umbrüche: Während die US-Börse Gemini als erster Anbieter eine Lizenz für regulierte Prediction-Markets erhält, streitet Polen über lokale Krypto-Gesetze und die SEC kündigt weitere Erleichterungen an.
Gemini erhält Meilenstein-Lizenz in den USA
Nach fünf Jahren Wartezeit hat die US-Derivateaufsicht CFTC der Kryptobörse Gemini eine bedeutende Lizenz erteilt. Die Designated-Contract-Market-Lizenz (DCM) erlaubt es der Gemini-Tochter Gemini Titan, erstmals vollständig regulierte Prediction-Markets in den USA anzubieten [1]. Dies markiert einen Wendepunkt für einen Sektor, der bislang von rechtlicher Unsicherheit geprägt war.
Die neue Lizenz ermöglicht es Gemini, binäre Event-Kontrakte anzubieten, mit denen Nutzer auf reale Ereignisse wetten können – von Makro-Themen wie "Wird Bitcoin dieses Jahr über 200.000 US-Dollar schließen?" bis hin zu politischen und wirtschaftlichen Fragestellungen [1]. Gemini plant zudem eine spätere Expansion in regulierte Krypto-Derivate wie Futures, Optionen und insbesondere Perpetual-Kontrakte, die in Asien seit Jahren zu den meistgenutzten Produkten gehören, in den USA aber bislang schwer zugänglich waren [1].
SEC kündigt weitere Regulierungserleichterungen an
Die regulatorische Öffnung in den USA geht weiter. SEC-Chef Paul Atkins kündigte auf dem Blockchain Association Policy Summit in Washington an, dass 2026 weitere Erleichterungen folgen werden. "You ain't seen nothing yet", sagte Atkins und fügte hinzu: "All die Samen, die wir gepflanzt haben, werden anfangen zu keimen. Dann werden wir die Früchte ernten können" [4].
Für 2026 hat Atkins als oberste Priorität eine "Innovation-Ausnahme" für Krypto- und Fintech-Projekte angekündigt – ein zeitlich begrenzter regulatorischer Rahmen, der Compliance-Kosten senken und Experimente fördern soll. "Ich hoffe, dass wir das Ende Januar veröffentlichen können", erklärte er [4].
Die SEC hat bereits in diesem Jahr mehrere wichtige Schritte unternommen, darunter "Project Crypto", eine kommissionsweite Initiative zur Modernisierung der US-Wertpapiervorschriften, und die Genehmigung generischer Listing-Standards für Krypto-ETFs [4].
Polen reicht umstrittenes Krypto-Gesetz erneut ein
Während die USA ihre Regulierung lockern, sorgt in Polen ein Krypto-Gesetzentwurf für Kontroversen. Die Regierung hat den zuvor vom Präsidenten mit einem Veto belegten Gesetzentwurf 1424 als neuen Entwurf 2050 erneut eingereicht – praktisch ohne Änderungen. "Die Regierung hat wieder exakt dasselbe Gesetz zu Krypto-Assets verabschiedet", kritisierte der polnische Politiker Tomasz Mentzen auf X [2].
Der 84-seitige Entwurf sieht vor, die polnische Finanzaufsichtsbehörde als primären Regulierer für Krypto-Asset-Märkte zu bestimmen. Kritiker wie Mentzen bezeichneten den ursprünglichen Entwurf als "118 Seiten Überregulierung", insbesondere im Vergleich zu kürzeren Versionen in anderen EU-Mitgliedstaaten wie Ungarn oder Rumänien [2].
EU ringt um zentrale oder lokale Aufsicht
Die polnische Debatte wirft grundsätzliche Fragen zur Umsetzung der EU-weiten MiCA-Verordnung auf. Während einige Mitgliedstaaten wie Frankreich im Oktober eine zentralisierte Aufsicht unter der Pariser Wertpapieraufsicht ESMA forderten, warnen Regulierer in Malta, dass zusätzliche Aufsichtsebenen die Marktinnovation ersticken könnten [2].
Der polnische Ökonom Krzysztof Piech, ein prominenter Kritiker des Gesetzentwurfs, hinterfragt die Notwendigkeit der lokalen Gesetzgebung grundsätzlich und verweist darauf, dass die MiCA-Schutzbestimmungen 2026 in Kraft treten werden [2].
Widerstand gegen US-Marktstruktur-Gesetz
Nicht alle begrüßen die Regulierungsbemühungen. Die amerikanische Lehrergewerkschaft AFT warnte in einem Brief an den Bankenausschuss des Senats, dass der Responsible Financial Innovation Act "tiefgreifende Risiken für die Renten von arbeitenden Familien und die allgemeine Stabilität der Wirtschaft" darstelle [5]. AFT-Präsidentin Randi Weingarten erklärte: "Wir glauben, dass dieses Gesetz, wenn es verabschiedet wird, das Potenzial hat, die Grundlage für die nächste Finanzkrise zu legen" [5].
Senatorin Cynthia Lummis kündigte dennoch an, dass sie mit einer Markup-Anhörung für das Gesetz noch vor der Weihnachtspause rechnet [5].
Quellen
KI-gestützter Inhalt
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