Eskalation im Nahen Osten: Bitcoin gerät unter Verkaufsdruck

Eskalation im Nahen Osten: Bitcoin gerät unter Verkaufsdruck

Gemeinsame Militärschläge der USA und Israels gegen den Iran lösen einen Bitcoin-Rückgang von sechs Prozent aus. Die Krypto-Leitwährung zeigt erneut ihre enge Kopplung an traditionelle Risikoassets.

Wenn geopolitische Spannungen Bitcoin zum Risiko-Asset machen

Die jüngste militärische Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran offenbart eine unbequeme Wahrheit für Bitcoin-Investoren: In Krisenzeiten verhält sich die vermeintlich unkorrelierte Krypto-Leitwährung wie ein klassisches Risiko-Asset. Mit einem Rückgang von sechs Prozent und einem Rutsch unter 64.000 US-Dollar reagierte Bitcoin prompt auf die Nachricht gemeinsamer Luftschläge gegen iranische Ziele. Die Reaktion zeigt, dass Bitcoin in seiner aktuellen Marktphase keineswegs als sicherer Hafen fungiert – sondern im Gegenteil: Bei steigender Unsicherheit werden Positionen abgebaut, nicht aufgebaut.

Die Fakten

US-Präsident Donald Trump und die israelische Regierung bestätigten am Wochenende umfangreiche Militäroperationen gegen den Iran [2]. In einer Videoansprache erklärte Trump, es handele sich um einen massiven und andauernden Einsatz zum Schutz des amerikanischen Volkes. Die Angriffe zielten insbesondere auf die nukleare Infrastruktur des Iran ab [1]. Trump schloss seine Rede mit einem Aufruf an die iranische Bevölkerung: "Wenn wir fertig sind, übernehmt eure Regierung; sie wird euch gehören" [1].

Israels Verteidigungsminister Katz bezeichnete die Operation als Präventivschlag gegen Ziele in Teheran, um Bedrohungen für Israel zu beseitigen [2]. Nach Angaben eines US-Regierungsvertreters gegenüber Reuters erfolgten die Angriffe aus der Luft und von See [2]. Neben Teheran wurden auch Explosionen in Isfahan, Ghom, Karadsch und Kermanschah gemeldet [2]. Der Iran reagierte mit dem Abschuss von Raketen auf Israel und kündigte eine "vernichtende" Vergeltung an [2].

Die Reaktion an den Kryptomärkten ließ nicht auf sich warten. Bitcoin fiel innerhalb von 24 Stunden um sechs Prozent und notierte zum Zeitpunkt der Berichterstattung bei etwa 63.700 US-Dollar [2]. Da die US-Aktienmärkte am Wochenende geschlossen waren, reagierte Bitcoin als einer der wenigen durchgängig gehandelten Assets isoliert auf die geopolitische Eskalation [1]. Innerhalb von vier Stunden wurden Liquidationen im Umfang von über 250 Millionen US-Dollar verzeichnet [1].

Besonders aussagekräftig war die Korrelation mit traditionellen Märkten: Die 24-Stunden-Korrelation mit dem S&P 500 lag bei 0,75, obwohl die US-Börsen während eines Großteils des Zeitraums geschlossen waren [2]. Dies deutet auf eine enge Kopplung an klassische Risikoassets hin. Von den insgesamt 87,84 Millionen US-Dollar an Bitcoin-Liquidationen entfielen 75,67 Millionen US-Dollar auf Long-Positionen [2]. Negative Finanzierungsraten signalisierten anhaltenden Verkaufsdruck im Derivatemarkt [2].

Die Eskalation trifft Bitcoin zu einem ohnehin angespannten Zeitpunkt. Die Krypto-Leitwährung steht kurz davor, ihren fünften aufeinanderfolgenden Monat mit Verlusten abzuschließen – ein Szenario, das zuletzt vor sieben Jahren eingetreten ist [1]. Zusätzlich belasteten am Freitag heiße US-Inflationsdaten, nachdem Bitcoin-Bullen erfolglos versucht hatten, wichtige Unterstützungsniveaus nahe 70.000 US-Dollar zurückzuerobern [1].

Analyse & Einordnung

Die Reaktion Bitcoins auf die Eskalation im Nahen Osten ist ein weiterer Datenpunkt in einer mittlerweile gut dokumentierten Entwicklung: Bitcoin verhält sich in akuten Krisensituationen wie ein Risiko-Asset, nicht wie digitales Gold. Die Korrelation von 0,75 mit dem S&P 500 ist bemerkenswert hoch und widerlegt die oft gehörte These, Bitcoin sei ein unkorreliertes Asset oder gar ein sicherer Hafen in turbulenten Zeiten.

Historisch gesehen folgt Bitcoin einem klaren Muster bei geopolitischen Schocks: Initiale Verkäufe durch Risikoabbau, gefolgt von einer potenziellen Erholung, sobald sich die Lage stabilisiert oder zumindest vorhersehbar wird. Dies war bei früheren Iran-Konflikten im Jahr 2025 der Fall, auf die die Trading-Ressource The Kobeissi Letter verwies [1]. Entscheidend wird sein, ob sich die Situation zu einem langanhaltenden Konflikt entwickelt oder ob es bei begrenzten Militärschlägen bleibt.

Die massive Liquidation überhebelter Long-Positionen im Umfang von über 75 Millionen US-Dollar zeigt, dass viele Trader mit einer Fortsetzung der Aufwärtsbewegung gerechnet hatten. Die negativen Finanzierungsraten deuten jedoch darauf hin, dass die Stimmung im Derivatemarkt nun gekippt ist. Kurzfristig könnte dies paradoxerweise bullisch sein: Wenn überhebelte Positionen abgebaut sind, verringert sich das Risiko weiterer Zwangsliquidationen. Mittelfristig hängt die Entwicklung jedoch stark von der weiteren geopolitischen Entwicklung und den Reaktionen der traditionellen Märkte ab, sobald die US-Futures am Montag wieder öffnen.

Die Tatsache, dass Bitcoin mit dieser Eskalation seinen fünften aufeinanderfolgenden Verlustmonat besiegeln könnte, verstärkt die ohnehin fragile technische Situation. Die psychologisch wichtige Marke von 70.000 US-Dollar bleibt weiterhin außer Reichweite, während die Unterstützung bei 63.000 US-Dollar nun auf dem Prüfstand steht. Ein nachhaltiges Unterschreiten dieser Marke könnte weitere Verkaufswellen auslösen und das Niveau um 60.000 US-Dollar oder darunter ins Visier nehmen.

Fazit

• Bitcoin reagiert auf geopolitische Krisen weiterhin wie ein klassisches Risiko-Asset mit einer Korrelation von 0,75 zum S&P 500 – die These vom sicheren Hafen findet in der Praxis keine Bestätigung

• Die Liquidation von über 75 Millionen US-Dollar an Long-Positionen deutet auf einen Stimmungsumschwung im Derivatemarkt hin, könnte aber paradoxerweise den Boden für eine Stabilisierung bereiten

• Die technische Situation bleibt angespannt: Mit einem drohenden fünften Verlustmonat in Folge und gescheiterten Versuchen, die 70.000-US-Dollar-Marke zurückzuerobern, ist die Marktstruktur fragil

• Entscheidend für die weitere Entwicklung wird die Reaktion der traditionellen Märkte sein, wenn die US-Futures am Montag wieder öffnen – Bitcoin dürfte dieser Bewegung folgen

• Investoren sollten die Unterstützung bei 63.000 US-Dollar genau beobachten: Ein nachhaltiges Unterschreiten könnte weitere Verkaufswellen auslösen und niedrigere Niveaus um 60.000 US-Dollar oder darunter ins Spiel bringen

KI-gestützter Inhalt

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Alle Fakten stammen aus verifizierten Nachrichtenquellen.

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