Geopolitische Spannungen drücken Bitcoin – Gold-Token profitieren

Die Eskalation im Nahen Osten zeigt erneut: Bitcoin reagiert kurzfristig empfindlich auf geopolitische Schocks, während goldgedeckte Token als defensive Assets profitieren. Langfristig könnte sich das Bild jedoch wandeln.
Geopolitische Spannungen als Lackmustest für Bitcoin als Wertspeicher
Die militärische Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran offenbart ein bekanntes Muster: In unmittelbarer Reaktion auf geopolitische Unsicherheit zeigt sich Bitcoin zunächst volatil und fällt – während traditionelle Safe-Haven-Assets wie Gold an Wert gewinnen. Die aktuelle Situation ist jedoch mehr als eine kurzfristige Marktbewegung. Sie wirft grundsätzliche Fragen über Bitcoins Rolle als Wertspeicher in Krisenzeiten auf und zeigt die Doppelnatur des Assets zwischen digitalem Gold und risikobehaftetem Investment.
Die Reaktion am Kryptomarkt war eindeutig: Während Bitcoin und Altcoins unter Druck gerieten, verzeichnete der goldgedeckte Token PAX Gold (PAXG) deutliche Zugewinne – ein Zeichen dafür, dass Investoren innerhalb des Kryptomarktes aktiv in defensive Positionen umschichten.
Die Fakten
Die USA und Israel haben am Wochenende koordinierte Angriffe auf den Iran gestartet, die sich gegen militärische Infrastruktur, das iranische Atomprogramm und Führungspersonal richteten [1]. US-Präsident Donald Trump bestätigte in einem Videostatement die aktive Beteiligung der USA und erklärte, das Ziel sei es, "unmittelbare Bedrohungen durch das iranische Regime zu beseitigen" [1]. Mehrere Explosionen wurden aus der Hauptstadt Teheran und weiteren Städten gemeldet, wobei anscheinend auch die Residenz des iranischen Staatschefs Ajatollah Ali Chamenei attackiert wurde [1].
Der Iran reagierte mit Raketenangriffen auf Israel und US-Militärbasen in der Golfregion, wobei bereits mindestens ein Zivilist ums Leben kam [1]. Die Wahrscheinlichkeit eines US-Angriffs auf den Iran war auf der Wettplattform Polymarket bereits am Freitag von 6,5 auf über 20 Prozent gestiegen, nachdem Trump gegenüber Reportern erklärt hatte, er wolle den Iran eigentlich nicht attackieren, man müsse es aber manchmal tun [1].
Der Bitcoin-Kurs rutschte in Reaktion auf die Eskalation auf ein Tagestief von knapp über 63.000 US-Dollar ab [1]. Das Zwischentief vom Dienstag derselben Woche wurde jedoch nicht unterschritten [1]. Mit einem möglichen Wochenabschluss im Minus würde es die sechste rote Wochenkerze in Folge geben – ein Muster, das zuletzt im Krypto-Winter 2022 zu beobachten war, als es letztlich neun wurden [1]. Bitcoin befindet sich bereits seit mehreren Monaten in einem übergeordneten Abwärtstrend, wobei der Februar mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der fünfte Verlustmonat in Folge wird [1].
Während Bitcoin und der Gesamtmarkt um vier Prozent an Marktkapitalisierung verloren, entwickelte sich PAX Gold (PAXG) entgegengesetzt [2]. Der durch physisches Gold besicherte Token stieg auf 5.458,04 US-Dollar, was einem Plus von rund 151,81 US-Dollar gegenüber dem Vortagesschluss entspricht [2]. Besonders auffällig: Das Handelsvolumen explodierte um 302 Prozent auf 1,04 Milliarden US-Dollar – ein deutliches Zeichen für aktive Umschichtungen [2]. Der Token durchbrach das Intraday-Hoch von 5.600 US-Dollar und näherte sich dem Allzeithoch von 5.619,09 US-Dollar [2].
Technische Indikatoren bestätigten die bullische Tendenz bei PAXG: Der RSI lag bei 68,12 und signalisierte kräftiges Kaufmomentum ohne extremes Überkauft-Niveau, während das MACD-Histogramm positive Beschleunigung aufwies [2]. Der Kurs notierte deutlich oberhalb des EMA-20 bei 5.255,62 US-Dollar [2].
Analyse & Einordnung
Die Marktreaktion auf die militärische Eskalation folgt einem vertrauten Muster, das sich bereits mehrfach beobachten ließ: Bitcoin reagiert kurzfristig empfindlich auf geopolitische Schocks, erholt sich mittelfristig jedoch häufig stärker als traditionelle Anlageklassen. BlackRock hatte auf dieses Muster in einem Report hingewiesen [1]. Ein konkretes Beispiel: Als die USA im Juni 2025 das iranische Atomprogramm mit einem Luftangriff attackierten, geriet Bitcoin ebenfalls zunächst unter Druck, stieg aber binnen weniger Wochen auf ein neues Allzeithoch [1].
Die aktuelle Situation unterscheidet sich jedoch in einem wesentlichen Punkt: Bitcoin befindet sich bereits in einem mehrmonatigen Abwärtstrend und technisch angeschlagenen Zustand. Die geopolitische Unsicherheit trifft auf einen ohnehin geschwächten Markt, was die Erholungsdynamik verzögern könnte. Die Frage ist weniger, ob Bitcoin sich erholen wird, sondern vielmehr wie lange die Eskalation andauert und wie nachhaltig die wirtschaftlichen Folgen sein werden.
Besonders relevant ist die potenzielle Bedrohung der Straße von Hormuz, über die circa 20 Prozent der weltweiten Rohöllieferungen laufen [1]. Eine Schließung durch den Iran würde höhere Ölpreise und möglicherweise steigende Inflationsraten zur Folge haben [1]. In einem solchen Szenario könnte Bitcoin mittelfristig von seiner nicht-staatlichen Natur und begrenzten Menge profitieren – kurzfristig würden jedoch die breiteren Kapitalmärkte unter Druck geraten und Bitcoin als liquides Asset möglicherweise mit nach unten ziehen.
Die Umschichtung in goldgedeckte Token wie PAXG offenbart eine interessante Entwicklung: Investoren suchen defensive Positionen, wollen aber offenbar die technologischen Vorteile und die 24/7-Handelbarkeit des Kryptomarktes nicht aufgeben. Das Handelsvolumen von über einer Milliarde US-Dollar bei PAXG zeigt, dass es eine signifikante Nachfrage nach Gold-Exposure in tokenisierter Form gibt. Dies könnte langfristig ein Hinweis darauf sein, dass traditionelle Safe-Haven-Eigenschaften zunehmend in Blockchain-basierte Strukturen migrieren.
Für Bitcoin selbst bleibt die zentrale Herausforderung, sich als glaubwürdiger Wertspeicher in akuten Krisenmomente zu etablieren. Die 24/7-Handelbarkeit ist hier Fluch und Segen zugleich: Sie ermöglicht sofortige Reaktionen auf Schocksituationen in einem hochliquiden Markt [1], führt aber auch zu unmittelbarer Volatilität, während traditionelle Märkte geschlossen sind und Panikverkäufe erst verzögert stattfinden können.
Fazit
• Bitcoin zeigt erneut das bekannte Muster: kurzfristige Schwäche bei geopolitischen Schocks, aber historisch betrachtet starke mittelfristige Erholungskraft – die aktuelle Situation testet jedoch, ob dieses Muster auch in einem bereits angeschlagenen Marktumfeld Bestand hat
• Die Umschichtung in goldgedeckte Token wie PAXG mit einem Volumenzuwachs von 302 Prozent zeigt, dass Investoren defensive Assets in tokenisierter Form bevorzugen und die Infrastruktur des Kryptomarktes auch für traditionelle Safe-Haven-Strategien nutzen
• Die weitere Entwicklung hängt maßgeblich von der Dauer und Intensität der Eskalation ab – insbesondere die Straße von Hormuz und mögliche Auswirkungen auf Ölpreise und Inflation könnten mittelfristig die Wahrnehmung von Bitcoin als Inflationsschutz stärken
• Mit potenziell sechs roten Wochen in Folge und fünf Verlustmonaten befindet sich Bitcoin in einer kritischen technischen Phase – historische Vergleiche mit 2018 und 2022 mahnen zur Vorsicht, auch wenn die fundamentalen Rahmenbedingungen unterschiedlich sind
• Die 24/7-Handelbarkeit von Bitcoin bleibt eine Doppelschneide: Sie ermöglicht unmittelbare Reaktionen, führt aber auch zu erhöhter Volatilität in Schockmomenten, während traditionelle Märkte geschlossen sind
Quellen
KI-gestützter Inhalt
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Alle Fakten stammen aus verifizierten Nachrichtenquellen.