ING Deutschland öffnet Depots für Bitcoin-ETPs – BitMine akkumuliert massiv Ethereum

Während eine der größten deutschen Retail-Banken mit neun Millionen Kunden erstmals Bitcoin und Altcoin-Produkte ins klassische Wertpapierdepot integriert, kauft das Treasury-Unternehmen BitMine aggressiv Ethereum auf und kontrolliert bereits 3,55 Prozent des zirkulierenden Angebots. Die institutionelle Adaption beschleunigt sich trotz schwieriger Marktlage.
Institutionelle Adaption erreicht deutsche Retail-Banken in voller Breite
Die Landschaft institutioneller Krypto-Investments durchläuft eine fundamentale Transformation. Während Treasury-Unternehmen wie BitMine aggressive Akkumulationsstrategien verfolgen und bereits Prozentanteile ganzer Netzwerke kontrollieren, integrieren etablierte Retail-Banken erstmals Krypto-Produkte in ihre klassischen Depot-Infrastrukturen. Diese parallelen Entwicklungen markieren einen Wendepunkt: Krypto-Exposure wird zum Standardprodukt im traditionellen Finanzwesen – und das ausgerechnet in einer Phase fallender Kurse.
Die ING Deutschland macht mit über neun Millionen Kunden einen bedeutenden Schritt und bietet Exchange Traded Products (ETPs) sowie Exchange Traded Notes (ETNs) auf Bitcoin, Ethereum, Solana und weitere Kryptowährungen an. Gleichzeitig demonstriert BitMine Immersion Technologies mit dem Kauf von weiteren 41.788 Ether innerhalb einer Woche, wie Treasury-Strategien im Krypto-Bereich zunehmend den Charakter langfristiger Akkumulationsprogramme annehmen.
Die Fakten
Die ING Deutschland hat ihr Wertpapierdepot für Krypto-Investments geöffnet und ermöglicht Kunden den Handel mit ETNs und ETPs auf Bitcoin, Ethereum und Solana direkt über die bestehende Banken-Infrastruktur [3]. Das Angebot umfasst physisch hinterlegte Produkte etablierter Emittenten wie 21Shares, Bitwise, VanEck, WisdomTree und BlackRocks iShares [2][3]. Kunden können diese Produkte über regulierte Börsenplätze auf der Direct-Depot-Plattform der ING handeln, wobei die Verwaltung externer Wallet-Systeme oder privater Keys entfällt [3].
Ab Februar können ING-Kunden Bitwise Krypto-ETPs mit Mindestordergrößen von 1.000 Euro ohne Ausführungsgebühren handeln, während kleinere Orders mit einer Provision von etwa 4,60 Dollar belegt sind [2]. Die Produkte sind auch für Sparpläne ohne Ausführungsgebühren nutzbar [2]. VanEcks Angebot auf der ING-Plattform umfasst zehn ETNs, die an Bitcoin, Ethereum, Algorand, Avalanche, Chainlink, Polkadot, Polygon und Solana gekoppelt sind, sowie zwei Basket-ETNs [2]. Martijn Rozemuller, CEO von VanEck Europe, bezeichnete die Partnerschaft als "niederschwelligen Zugang", der Krypto-Exposure direkt ins Wertpapierdepot bringe [3].
Steuerlich werden die ETNs bei der ING analog zu direkten Krypto-Investments behandelt, was bedeutet, dass Veräußerungsgewinne nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr in Deutschland potenziell steuerfrei bleiben können [3]. Die Bank warnt jedoch explizit vor den spezifischen Risiken der Assetklasse, darunter extreme Volatilität, Marktmanipulationen sowie Emittentenrisiken, die im Insolvenzfall zum Totalverlust führen können [3]. Die ING ordnet Kryptowährungen als spekulative Produkte ohne intrinsischen Wert ein, deren Preisentwicklung stark von psychologischen Effekten getrieben sei [3].
Parallel zu diesen Retail-Entwicklungen verfolgt das börsennotierte Unternehmen BitMine Immersion Technologies eine aggressive Ethereum-Akkumulationsstrategie. In der vergangenen Woche kaufte BitMine 41.788 Ether zu einem durchschnittlichen Preis von rund 2.317 US-Dollar pro Coin [1]. Damit erhöhte sich der gesamte Ether-Bestand des Unternehmens auf 4,285 Millionen ETH, was etwa 3,55 Prozent des derzeit im Umlauf befindlichen Ethereum-Angebots entspricht [1]. Das Unternehmen hat damit bereits mehr als 70 Prozent seines internen Ziels erreicht, langfristig rund fünf Prozent aller verfügbaren Ether zu halten [1]. Der Gesamtwert der Ethereum-Position lag zum 1. Februar bei rund 9,9 Milliarden US-Dollar [1].
BitMine intensiviert zudem seine Staking-Aktivitäten erheblich: Inzwischen sind rund 2,9 Millionen ETH gestakt, fast 900.000 ETH mehr als noch eine Woche zuvor [1]. Auf Basis der aktuellen Staking-Renditen rechnet das Unternehmen mit jährlichen Einnahmen von etwa 188 Millionen US-Dollar [1]. Vorstandschef Tom Lee begründet die aggressive Kaufstrategie mit einer deutlichen Diskrepanz zwischen der Nutzung von Ethereum und dem aktuellen Marktpreis: Die Zahl der Transaktionen und aktiven Adressen im Ethereum-Netzwerk sei zuletzt auf Rekordwerte gestiegen, während der ETH-Kurs seit Jahresbeginn von knapp 3.000 auf rund 2.300 US-Dollar gefallen ist [1]. Die Marktkapitalisierung von BitMine liegt mit rund 11,4 Milliarden US-Dollar weiterhin unter dem Wert der gehaltenen Ether-Bestände, was eine signifikante Bewertungslücke darstellt [1].
Der breitere Markt für Krypto-ETPs verzeichnete einen schwierigen Start ins Jahr 2026: Globale Krypto-ETPs verloren in den ersten zwei Wochen 3,43 Milliarden US-Dollar und wiesen seit Jahresbeginn Abflüsse von einer Milliarde US-Dollar auf [2]. Bitcoin-ETFs erholten sich jedoch am Montag mit Zuflüssen von 562 Millionen US-Dollar [2]. Bitcoin selbst notiert zehn Prozent unter dem Jahresanfangsniveau [2].
Analyse & Einordnung
Die Entscheidung der ING Deutschland, Krypto-ETPs in ihr Kernprodukt zu integrieren, ist ein fundamentaler Meilenstein für die Adaption digitaler Assets im traditionellen Bankwesen. Mit neun Millionen Kunden gehört die ING zu den größten Retail-Banken Deutschlands – ein Markt, der traditionell als besonders regulatorisch vorsichtig und risikosensibel gilt. Dass eine solche Institution Krypto-Produkte nicht als Randangebot, sondern als vollintegrierte Depotposition anbietet, signalisiert einen Paradigmenwechsel in der Wahrnehmung digitaler Assets.
Besonders bemerkenswert ist der Zeitpunkt: Die Integration erfolgt während einer Phase fallender Kurse und negativer Flows in globalen Krypto-ETPs. Dies deutet darauf hin, dass etablierte Finanzinstitutionen zunehmend langfristig und unabhängig von kurzfristigen Marktzyklen denken. Die strategische Logik ist nachvollziehbar: Infrastruktur wird während Bärenmärkten aufgebaut, um bei der nächsten Nachfragewelle bereits positioniert zu sein. Die steuerliche Gleichstellung mit direkten Krypto-Investments durch die einjährige Haltefrist macht die Produkte für deutsche Anleger attraktiv, während die Integration ins klassische Depot erhebliche Einstiegshürden abbaut.
BitMines aggressive Ethereum-Akkumulation folgt einem Muster, das bereits von MicroStrategy im Bitcoin-Bereich etabliert wurde: Treasury-Unternehmen nutzen schwache Marktphasen für systematische Käufe und bauen dabei Positionen auf, die relevante Prozentanteile der zirkulierenden Supply erreichen. Mit 3,55 Prozent des Ethereum-Angebots hat BitMine eine Position erreicht, die bei steigenden Kursen erheblichen Einfluss auf die Marktdynamik ausüben kann. Die Kombination aus Holding und Staking generiert dabei kontinuierliche Cashflows von geschätzt 188 Millionen US-Dollar jährlich – ein Geschäftsmodell, das bei institutionellen Investoren zunehmend Beachtung findet.
Die von Tom Lee angeführte Diskrepanz zwischen On-Chain-Aktivität und Preisentwicklung ist ein klassisches Value-Argument: Wenn fundamentale Nutzungsmetriken steigen, während Preise fallen, entsteht aus Sicht langfristiger Investoren eine Einstiegsgelegenheit. Historisch betrachtet waren solche Phasen – etwa im Winter 2018/2019 oder im Frühjahr 2020 – tatsächlich attraktive Akkumulationsfenster. Die Bewertungslücke zwischen BitMines Marktkapitalisierung und dem Wert der gehaltenen Assets ist dabei ein zweischneidiges Schwert: Sie kann sich bei steigenden Kursen schnell schließen, birgt aber auch das Risiko weiterer Kompression bei anhaltender Schwäche.
Fazit
• Die Integration von Krypto-ETPs in klassische Retail-Banking-Infrastrukturen durch Großbanken wie die ING markiert den Übergang von Krypto als Nischenprodukt zur Standardassetklasse im deutschen Markt – trotz volatiler Marktbedingungen
• Treasury-Unternehmen wie BitMine etablieren mit systematischer Akkumulation ein neues institutionelles Investmentmodell: Die Kombination aus langfristigem Holding und Staking generiert kontinuierliche Erträge und baut gleichzeitig marktrelevante Positionen auf
• Der Zeitpunkt der ING-Integration während fallender Kurse und negativer ETP-Flows deutet auf langfristige strategische Positionierung hin, unabhängig von kurzfristigen Marktzyklen – Infrastruktur wird während Bärenmärkten gebaut
• Die steuerliche Gleichstellung von ETNs mit direkten Krypto-Investments in Deutschland macht institutionelle Produkte für Retail-Investoren attraktiv, während die Depot-Integration wesentliche technische Hürden beseitigt
• BitMines Position von 3,55 Prozent des zirkulierenden Ethereum-Angebots demonstriert, wie Treasury-Strategien zunehmend Supply-relevante Dimensionen erreichen – ein Faktor, der bei zukünftigen Preisbewegungen erheblichen Einfluss ausüben könnte
Quellen
KI-gestützter Inhalt
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