Makrodruck und Tech-Schwäche: Bitcoin in der Warteschleife

Makrodruck und Tech-Schwäche: Bitcoin in der Warteschleife

Während die Makroökonomie Bitcoin unter Druck setzt, könnte eine mögliche Überbewertung von AI-Aktien mittelfristig für Kapitalrotation in Richtung BTC sorgen. Doch zunächst steht eine längere Konsolidierungsphase bevor.

Wenn AI-Aktien überhitzen, könnte Bitcoin profitieren

Bitcoin bewegt sich derzeit in einem schwierigen makroökonomischen Umfeld: Steigende Renditen, hartnäckige Inflation und nachlassende Tech-Dynamik belasten den Kurs. Doch ausgerechnet die Überhitzung der AI-Aktien könnte mittelfristig zum Katalysator für die nächste Bitcoin-Rally werden. Makroökonomin Lyn Alden sieht in einer möglichen Kapitalrotation aus überbewerteten Tech-Titeln eine Chance für BTC – auch wenn der Weg dorthin noch holprig werden dürfte.

Die aktuelle Situation zeigt exemplarisch, wie sehr Bitcoin mit dem breiteren Risikoappetit der Märkte verwoben ist. Die jüngsten US-Wirtschaftsdaten zeichnen ein unangenehmes Bild: Schwächeres Wachstum bei gleichzeitig steigender Inflation – eine Kombination, die Risikoanlagen selten guttut.

Die Fakten

Bitcoin notiert zum aktuellen Zeitpunkt bei rund 67.849 US-Dollar und liegt damit fast 46 Prozent unter seinem Allzeithoch von 126.100 US-Dollar aus dem Oktober [1]. In den vergangenen 30 Tagen verlor die Kryptowährung 24,49 Prozent an Wert [1]. Doch Makroökonomin Lyn Alden sieht gerade in dieser Schwächephase eine potenzielle Chance: "Es könnte sein, dass die AI-Aktien irgendwann ihren Höhepunkt erreichen – sie werden so lächerlich groß, dass sie realistischerweise nicht mehr viel höher steigen können", erklärte Alden im Coin Stories Podcast [1].

Wenn Vermögenswerte ein Preisniveau erreichen, bei dem weitere Gewinne schwer zu rechtfertigen sind, fließt Kapital oft in andere Gelegenheiten mit mehr Aufwärtspotenzial [1]. Genau diese Rotation könnte Bitcoin zugutekommen. Der Chipriese Nvidia, das größte Unternehmen an der Nasdaq nach Marktkapitalisierung, steht dabei besonders im Fokus. Jason Ware, Chief Investment Officer der Albion Financial Group, bezeichnete Nvidia als "wahrscheinlich das wichtigste Unternehmen und die wichtigste Aktie in Amerika" [1]. Die Aktie legte in den vergangenen zwölf Monaten um 35,48 Prozent zu [1], doch die Frage bleibt: Kann dieses Wachstum die Bewertung weiter stützen?

Bitcoin-Entwickler Mark Carallo brachte es auf den Punkt: Bitcoin konkurriert nun um Kapital auf eine Weise, wie es noch nie zuvor der Fall war [1]. Die gestiegene Aufmerksamkeit für künstliche Intelligenz bindet Investorengelder, die früher möglicherweise in Kryptowährungen geflossen wären.

Doch Alden relativiert: Bitcoin benötige keine massiven Kapitalzuflüsse für eine Erholung. "Es braucht nur ein geringes Maß an neuer Nachfrage", so die Ökonomin [1]. Langfristige Holder würden im Wesentlichen den Boden bilden, während kurzfristige Trader ausrotieren. "Die Coins wandern von schnellen Händen zu stark gehaltenen Händen – das sind Käufer, die sich wirklich nicht davon trennen wollen, es sei denn, der Preis steigt um das Fünffache oder mehr" [1].

Parallel verschlechtert sich das makroökonomische Umfeld. Die aktuellen US-Wirtschaftsdaten zeigen eine problematische Mischung: Das BIP für Q4 2025 fiel mit 1,4 Prozent deutlich unter den Erwartungen [2]. Gleichzeitig stieg die PCE-Inflation auf 2,9 Prozent, während die Kern-PCE auf 3,0 Prozent anzog – der höchste Stand seit November 2023 und über den Erwartungen [2]. Diese Kombination aus schwachem Wachstum und zäher Inflation erschwert der Federal Reserve eine lockere Geldpolitik. Der Zinsmarkt preist für das nächste Fed-Meeting am 18. März mit 94-prozentiger Wahrscheinlichkeit unveränderte Zinsen ein, nur sechs Prozent entfallen auf eine Senkung [2].

Für Bitcoin ist das ein schwieriges Regime: "Wenn Märkte die Mischung aus weniger Wachstum und zäher Inflation spielen, werden Risikoaufschläge teurer, Liquidität vorsichtiger eingesetzt und High-Beta-Positionen zuerst reduziert", analysiert BTC Echo [2]. Auch die Tech-Führungsaktien zeigen Schwächezeichen. Der Nasdaq 100 weist einen Wechsel zu früheren Hochs auf – ein Warnsignal für nachlassende Aufwärtsdynamik [2]. Besonders der Software-Sektor steht unter Druck, während selbst AI-Leader wie Nvidia weniger Trenddynamik zeigen als zuvor [2].

Alden warnt vor überzogenen Erwartungen an eine schnelle Erholung: "Bitcoin bildet selten V-förmige Böden außerhalb von COVID-Stimulus-artigen Ereignissen", erklärt sie [1]. Normalerweise erreiche Bitcoin ein niedriges Niveau und bewege sich dann längere Zeit seitwärts. "Ich denke, wir befinden uns eher in einer Mahlphase", so Alden, die weitere Bewegungen um 10.000 bis 20.000 US-Dollar nach unten für möglich hält [1].

Analyse & Einordnung

Die aktuelle Situation fügt sich in ein bekanntes Muster: Bitcoin als High-Beta-Asset folgt in Phasen makroökonomischer Unsicherheit typischerweise den breiteren Risikoanlagen. Die Entkoppelungsthese – Bitcoin als unkorrelierter Vermögenswert – zeigt sich in solchen Phasen als fragil. Besonders relevant ist die Beobachtung zum Midterm-Zyklus: Historisch kam es in Jahren mit US-Midterm-Wahlen häufig zu spürbaren Rücksetzern, bevor sich die Märkte im Folgejahr stabilisierten [2]. Da die Midterm Elections im November 2026 stattfinden, könnte 2026 ein Jahr erhöhter Volatilität werden, während der Zeitraum bis Juni 2027 historisch konstruktiv war.

Für Bitcoin-Investoren ist diese Einordnung wichtig: Eine belastbare Bodenbildung ist unwahrscheinlich, solange die US-Aktien instabil bleiben und die Finanzierungsbedingungen sich nicht entspannen. Doch genau diese Bereinigungsphase könnte mittelfristig die Grundlage für eine nachhaltigere Erholung schaffen.

Aldens Kernthese zur Kapitalrotation aus überbewerteten AI-Aktien ist schlüssig, aber der Zeitpunkt bleibt unklar. Die Geschichte zeigt, dass Überbewertungen länger anhalten können als rational erscheint. Gleichzeitig hat Bitcoin in früheren Zyklen immer wieder von Rotationen aus anderen Assetklassen profitiert – sei es aus Gold während der COVID-Pandemie oder aus Tech-Aktien nach deren Höhepunkten. Die Tatsache, dass Bitcoin nur "marginale" neue Nachfrage benötigt, ist ein struktureller Vorteil: Die Supply-Seite ist durch Langfrist-Holder stark absorbiert, während das begrenzte Angebot jeden Nachfrageschub verstärkt.

Die nächsten Monate dürften entscheidend sein: Stabilisieren sich die Tech-Schwergewichte oder weitet sich die Schwäche aus? Kippt die Zinssenkungserwartung zurück oder bleiben die Renditen hoch? Die Antworten auf diese Fragen werden darüber entscheiden, ob Bitcoin die von Alden skizzierte Bodenbildungsphase durchläuft oder noch tiefer rutscht. Für langfristig orientierte Investoren könnte diese Phase der Konsolidierung jedoch genau die Akkumulationsgelegenheit bieten, die retrospektiv als attraktiv erscheinen wird.

Fazit

• Bitcoin befindet sich in einer längeren Konsolidierungsphase, die laut Alden noch Monate andauern und weitere Abwärtsbewegungen um 10.000 bis 20.000 US-Dollar beinhalten könnte – V-förmige Erholungen sind historisch die Ausnahme

• Eine mögliche Überbewertung von AI-Aktien wie Nvidia könnte mittelfristig Kapitalrotation in Richtung Bitcoin auslösen, doch der Zeitpunkt bleibt ungewiss und hängt stark von der Tech-Marktentwicklung ab

• Die Kombination aus schwachem Wirtschaftswachstum und hartnäckiger Inflation erschwert eine lockere Fed-Politik und belastet Bitcoin als High-Beta-Asset – eine nachhaltige Erholung ist unwahrscheinlich, solange sich die makroökonomischen Rahmenbedingungen nicht verbessern

• Der historische Midterm-Zyklus deutet auf erhöhte Volatilität in 2026 hin, könnte aber 2027 ein konstruktiveres Umfeld schaffen – Geduld und eine längerfristige Perspektive erscheinen derzeit wichtiger als der Versuch, kurzfristige Bewegungen zu timen

• Strukturell bleibt Bitcoin aufgrund seiner begrenzten Verfügbarkeit und der starken Holder-Basis gut positioniert: Es benötigt nur marginale neue Nachfrage, um signifikante Preisbewegungen auszulösen, sobald sich das makroökonomische Regime dreht

KI-gestützter Inhalt

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Alle Fakten stammen aus verifizierten Nachrichtenquellen.

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