Marktstimmung auf dem Tiefpunkt: Bitcoin fällt aus den Top 10 Assets – während Leverage-Trader eine riskante Wette eingehen

Marktstimmung auf dem Tiefpunkt: Bitcoin fällt aus den Top 10 Assets – während Leverage-Trader eine riskante Wette eingehen

Bitcoin ist erstmals seit Jahren nicht mehr unter den zehn wertvollsten Vermögenswerten weltweit, während gleichzeitig die Margin-Long-Positionen auf Bitfinex ein Zweijahreshoch erreichen. Diese widersprüchlichen Signale offenbaren eine zutiefst verunsicherte Marktstimmung in einem schwierigen makroökonomischen Umfeld.

Marktstimmung auf dem Tiefpunkt: Bitcoin fällt aus den Top 10 Assets – während Leverage-Trader eine riskante Wette eingehen

Die Bitcoin-Community erlebt derzeit eine paradoxe Situation: Während die größte Kryptowährung aus den Top 10 der wertvollsten Vermögenswerte weltweit herausfällt, erreichen gehebelte Long-Positionen auf der Exchange Bitfinex gleichzeitig ein Zweijahreshoch. Diese scheinbar widersprüchlichen Entwicklungen zeichnen das Bild eines Marktes, der zwischen Hoffnung und Kapitulation schwankt – und offenbaren tiefe Unsicherheit über die weitere Entwicklung in einem zunehmend risikoscheuen globalen Investmentumfeld.

Die Positionierung der Marktteilnehmer und die relative Performance von Bitcoin im Vergleich zu traditionellen Assets liefern wichtige Hinweise darauf, wie Investoren das digitale Gold derzeit einordnen – und welche Risiken in den kommenden Wochen lauern könnten.

Die Fakten

Bitcoin ist nach Angaben von CompaniesMarketCap erstmals seit längerer Zeit nicht mehr unter den zehn wertvollsten Vermögenswerten der Welt vertreten [1]. Mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von 1,651 Billionen US-Dollar wurde BTC vom saudi-arabischen Ölkonzern Saudi Aramco (1,663 Billionen US-Dollar) überholt. Auch der Halbleiterhersteller TSMC sowie die Tech-Giganten Meta, Amazon, Microsoft, Apple und Alphabet rangieren mittlerweile vor Bitcoin [1]. An der Spitze der wertvollsten Assets liegt Gold mit 36,182 Billionen US-Dollar, gefolgt von Silber (6,140 Billionen US-Dollar) und dem Chipkonzern Nvidia (4,687 Billionen US-Dollar) [1].

Der Bitcoin-Kurs brach am Donnerstag auf den tiefsten Stand seit über zwei Monaten ein und testete erneut die Unterstützungsmarke bei 84.000 US-Dollar [2]. Dies entspricht einem Rückgang von 26 Prozent innerhalb der vergangenen 90 Tage [2]. Ethereum, die zweitgrößte Kryptowährung, fiel im Asset-Ranking sogar auf Platz 47 zurück [1].

Parallel zu diesem Preisverfall erreichte die Nachfrage nach gehebelten Long-Positionen auf der Exchange Bitfinex mit 83.933 BTC den höchsten Stand seit November 2023 [2]. Diese Positionen repräsentieren einen nominalen Wert von 7,3 Milliarden US-Dollar. Die Kreditkosten für diese Margin-Positionen bleiben jedoch mit unter 0,01 Prozent jährlich extrem niedrig, da Bitfinex Sicherheiten verlangt, die den Wert des Kredits übersteigen [2]. Viele Trader nutzen Margin-Positionen anstelle von Futures, um die sogenannten "Carry Costs" zu vermeiden, die bei BTC-Futures derzeit bei etwa 5 Prozent pro Jahr liegen [2].

Am Donnerstag wurden Bitcoin-Futures-Positionen im Wert von 360 Millionen US-Dollar zwangsliquidiert [2]. Marktbeobachter führen den breiten Ausverkauf von Risiko-Assets auf geopolitische Spannungen im Nahen Osten zurück, wobei Medienberichte über mögliche militärische Optionen der Trump-Administration im Iran-Konflikt die Nervosität verstärkten [1]. Zusätzlich belasteten Sorgen über Überbewertungen im Technologiesektor die Stimmung: Microsoft-Aktien fielen um 11 Prozent, nachdem das Unternehmen erhöhte Kapitalausgaben und enttäuschende Umsatzzahlen bei Cloud-Servern gemeldet hatte [2].

Bemerkenswert ist auch die Entwicklung bei Edelmetallen: Gold verzeichnete am Donnerstag innerhalb von 30 Minuten einen Absturz um 8 Prozent, erholte sich aber schnell wieder zur Hälfte [2]. Der SPDR Gold Shares ETF verzeichnete laut Bloomberg-Analyst Eric Balchunas ein Rekord-Handelsvolumen von über 25 Milliarden US-Dollar [2]. Die kombinierte Marktkapitalisierung von Gold und Silber erreichte 43,4 Billionen US-Dollar [2].

Analyse & Einordnung

Die aktuellen Marktdaten offenbaren eine tiefe Verunsicherung unter Bitcoin-Investoren, die zwischen verschiedenen Narrativen hin- und hergerissen sind. Einerseits signalisiert der Abstieg von Bitcoin aus den Top 10 der wertvollsten Assets einen bedeutenden Vertrauensverlust. Dies ist besonders bemerkenswert, da Bitcoin in bullischen Phasen oft als aufstrebendes Asset positioniert wurde, das traditionelle Unternehmen in der Bewertung überholen würde. Die Tatsache, dass selbst ein einzelner Ölkonzern nun wertvoller ist als das gesamte Bitcoin-Netzwerk, verdeutlicht die Dimensionen des jüngsten Abverkaufs.

Andererseits zeigt das Zweijahreshoch bei den Margin-Long-Positionen auf Bitfinex, dass eine Gruppe von Tradern weiterhin auf steigende Kurse setzt – oder zumindest Arbitrage-Strategien nutzt. Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Wie Cointelegraph richtig analysiert, nutzen professionelle Trader häufig "Cash-and-Carry"-Strategien, bei denen sie gleichzeitig Margin-Longs aufbauen und Futures-Kontrakte verkaufen [2]. Der Nettoeffekt dieser steigenden Margin-Aktivität ist daher vermutlich neutral und sollte nicht als rein bullisches Signal interpretiert werden. Die niedrigen Kreditkosten bei Margin-Positionen im Vergleich zu den Carry Costs bei Futures machen solche Arbitrage-Geschäfte attraktiv, unabhängig von der tatsächlichen Markterwartung.

Das makroökonomische Umfeld könnte kaum herausfordernder sein. Die extreme Volatilität bei Gold – traditionell als sicherer Hafen betrachtet – zeigt, dass selbst etablierte Schutzassets unter Druck geraten. Das Rekordvolumen beim Gold-ETF deutet darauf hin, dass institutionelle Investoren hektisch umschichten und nach Orientierung suchen. In diesem Umfeld wird Bitcoin zwischen zwei Narrativen zerrieben: Einerseits der Anspruch, digitales Gold und Inflationsschutz zu sein, andererseits die Realität, dass BTC in Krisenphasen oft wie ein hochvolatiles Tech-Asset gehandelt wird. Die Sorgen über Überbewertungen im KI-Sektor und die enttäuschenden Microsoft-Zahlen verstärken die Risikoaversion zusätzlich, da sie Zweifel an der Nachhaltigkeit der Tech-Bewertungen säen.

Historisch betrachtet waren Phasen extremer Hebelwirkung bei gleichzeitig fallenden Kursen oft Vorboten weiterer Volatilität. Die 360 Millionen US-Dollar an Zwangsliquidierungen an einem einzigen Tag sind ein Warnsignal: Sollte der Kurs weiter fallen, könnten Kaskadeneffekte durch weitere Liquidierungen entstehen. Gleichzeitig könnten solche Kapitulationsphasen auch Kaufgelegenheiten markieren – allerdings nur, wenn sich das makroökonomische Umfeld stabilisiert und die Risikobereitschaft zurückkehrt.

Fazit

• Bitcoin hat im aktuellen Umfeld sowohl gegen traditionelle Unternehmen als auch gegen Edelmetalle an Boden verloren – ein deutliches Zeichen dafür, dass das Asset derzeit als risikobehaftete Tech-Investition und nicht als sicherer Hafen wahrgenommen wird.

• Die hohen Margin-Long-Positionen auf Bitfinex sind wahrscheinlich weniger ein bullisches Signal als vielmehr Ausdruck von Arbitrage-Strategien, bei denen gleichzeitig Futures verkauft werden – der Nettoeffekt auf den Markt dürfte neutral sein.

• Das volatile Verhalten von Gold und die Rekordvolumina bei Edelmetall-ETFs zeigen, dass die gesamten Märkte in einem Regime der Unsicherheit operieren, in dem selbst traditionelle Safe-Haven-Assets keine Stabilität bieten.

• Die Kombination aus hoher Hebelwirkung und fallendem Kurs birgt das Risiko weiterer Zwangsliquidierungen und damit zusätzlicher Abwärtsvolatilität, sollte die Unterstützung bei 84.000 US-Dollar nicht halten.

• Mittelfristig wird entscheidend sein, ob Bitcoin seine Positionierung als alternatives Wertaufbewahrungsmittel wiedergewinnen kann – dafür müsste sich jedoch zunächst das makroökonomische Umfeld beruhigen und die Risikobereitschaft der Investoren zurückkehren.

KI-gestützter Inhalt

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Alle Fakten stammen aus verifizierten Nachrichtenquellen.

Marktanalyse

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