MicroStrategy wehrt sich gegen geplante Bitcoin-Treasury-Beschränkungen von MSCI

Der Indexanbieter MSCI plant ab Januar 2026 den Ausschluss von Unternehmen mit hohen Krypto-Beständen aus seinen Indizes. MicroStrategy kritisiert diese Maßnahme scharf und befürchtet Kapitalabflüsse in Milliardenhöhe.
MSCI plant Ausschluss von Bitcoin-Treasury-Unternehmen
Der globale Indexanbieter MSCI will seine Kriterien im Januar 2026 aktualisieren und künftig Aktien von Unternehmen ausschließen, bei denen digitale Vermögenswerte mehr als 50 Prozent der Bilanzsumme ausmachen [1]. Die geplante Regeländerung würde unmittelbar die Bitcoin-Treasury-Firma von Michael Saylor treffen, die nach dem jüngsten Kauf 660.624 BTC im Gesamtwert von 59 Milliarden US-Dollar hält [1].
Da Indexkonzepte wie der MSCI World hohe Popularität genießen und von zahlreichen ETFs abgebildet werden, könnte die geplante Regeländerung laut MicroStrategy Kapitalabflüsse in Höhe von bis zu 2,8 Milliarden US-Dollar verursachen [1]. Andere Prognosen gehen sogar von rund 8 Milliarden US-Dollar an Kapitalverlusten aus, wenn weitere Indexanbieter dem MSCI-Vorstoß folgen sollten [1].
CEO Lee kritisiert Maßnahme als "falsch informiert"
Im Gespräch mit Marlen Kayden von Schwab Network wehrt sich der amtierende CEO Phong Lee gegen die angedachten Restriktionen. "Ich habe großen Respekt vor Indizes wie MSCI, FTSE, S&P und NASDAQ, aber dieser Schritt ist ziemlich falsch informiert und irreführend", beginnt Lee seine Ausführungen [1].
Lee nennt drei Hauptkritikpunkte: Erstens sei es ein Fehler, dass Digital Asset Treasuries als "Fonds" und nicht als "operative Unternehmen" klassifiziert werden. MicroStrategy sei seit 1998 börsennotiert und rechtlich gesehen eindeutig ein operatives Unternehmen [1]. Zweitens sei die Schwelle von 50 Prozent sehr willkürlich und ließe sich in Realität kaum umsetzen, nicht zuletzt wegen der hohen Volatilität von Kryptowährungen [1].
Den dritten Punkt nennt Lee den "besorgniserregendsten": Indizes sollten neutral sein, doch nun könnten politische Überlegungen in die Indexerstellung einfließen [1].
Vergleich mit traditionellen Rohstoffunternehmen
Der MicroStrategy-Geschäftsführer argumentiert, dass man mit der gleichen willkürlichen Beschränkung auch Chevron aus Indizes ausschließen könnte, weil Öl knapp 67 Prozent der Assets ausmacht, oder Newmont, weil die Bergbaufirma 61,5 Prozent ihrer Reserve in Gold hält [1]. Es sei absolut nicht nachvollziehbar, warum MSCI sich ausgerechnet auf Bitcoin einschieße und die Innovation in einer so jungen Industrie eindämmen wolle [1].
Michael Saylor, der MicroStrategy bereits 1989 als Softwareunternehmen gründete, fasst die Argumentation zusammen: "Eine Beschränkung passiver Indexanlagen in BTC heute wäre vergleichbar mit einer Beschränkung von Investitionen in Öl und Ölplattformen in den 1900er Jahren, Frequenzen und Mobilfunkmasten in den 1980er Jahren oder Rechen- und Datenzentren in den 2000er Jahren" [1].
Aktienkurs leidet unter Unsicherheit
Die Auseinandersetzung um die Bitcoin-Treasuries belastet bereits den Aktienkurs. Am Freitag schloss die MSTR-Aktie bei 176 US-Dollar und verzeichnet damit ein Minus von 41 Prozent seit Jahresbeginn [1]. So günstig wie heute war das Unternehmen zuletzt im Oktober 2024, als es noch über einen deutlich geringeren Bitcoin-Bestand verfügte [1].
Die Marktkapitalisierung liegt mit 51 Milliarden US-Dollar sogar unter dem Wert der von MicroStrategy gehaltenen BTC, sodass mutige Anleger derzeit indirekt mit einem Rabatt in die Kryptowährung investieren können [1].
Quellen
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