Datenschutz-Tools werden zur Lebensader für iranische Demonstranten, während Entwickler Haftstrafe antritt

Datenschutz-Tools werden zur Lebensader für iranische Demonstranten, während Entwickler Haftstrafe antritt

Während iranische Demonstranten mit staatlichen Internetblockaden konfrontiert sind, ermöglichen Bitcoin-basierte Kommunikations-Apps die Offline-Koordination, während der Mitgründer von Samourai Wallet eine fünfjährige Bundesstrafe wegen der Entwicklung von Datenschutz-Tools antritt.

Zwei parallele Geschichten veranschaulichen die hohen Einsätze rund um Datenschutztechnologie und Internetfreiheit: iranische Demonstranten, die Offline-Kommunikationstools einsetzen, um staatliche Zensur zu umgehen, und ein Bitcoin-Entwickler, der ins Bundesgefängnis geht, weil er Finanzdatenschutz-Software entwickelt hat.

Bitcoin-basierte Apps durchbrechen iranische Internetblockade

Während der jüngsten intensiven Proteste gegen das Regime der Islamischen Republik verhängten die iranischen Behörden eine landesweite Telekommunikationsblockade und störten Satellitendienste einschließlich Starlink, um die Koordination der Demonstranten zu verhindern [2]. Als Reaktion darauf haben sich Demonstranten Freiheitstechnologie-Tools zugewandt – Bitchat, Noghteha und Delta Chat – für die Offline-Kommunikation [2].

Zwei dieser Anwendungen stammen direkt aus der Bitcoin-Community [2]. Bitchat, entwickelt von Bitcoin-Pionier Jack Dorsey und Open-Source-Entwickler Calle, funktioniert über Bluetooth-Mesh-Netzwerke und das Nostr-Protokoll ohne Internetverbindung [2]. Dorsey kündigte das Projekt erstmals am 6. Juli 2025 an und beschrieb es als Wochenend-Erkundung von Bluetooth-Mesh-Netzwerken [2].

Noghteha stellt einen Closed-Source-Fork von Bitchat dar, der speziell für iranische Bedürfnisse angepasst wurde und vollständige Persisch/Farsi-Sprachunterstützung, eine verbesserte Benutzeroberfläche und lokal angepasste Funktionen bietet [2]. Der digital-politische Aktivist Nariman Gharib entwickelte die Anwendung unabhängig ohne staatliche oder private Finanzierung als Antwort auf die Taktiken des Regimes [2].

Schnelle Akzeptanz unter Druck

Google Play verzeichnete innerhalb von drei Tagen während der ersten Januarwoche 2026 über 70.000 Noghteha-Downloads, bevor die vollständige Internetabschaltung erfolgte [2]. Die tatsächliche Nutzung übertrifft diese Zahlen wahrscheinlich aufgrund von Peer-to-Peer-Weitergabe, Sideloading und Bluetooth-Übertragungen nach der Blockade [2].

Die Verbreitung erreichte ein breites Publikum durch Iran International, einen oppositionellen Satellitenfernsehsender, der aus dem Ausland sendet [2]. Der Sender dient als wichtige Informationsquelle und Koordinationsplattform für Oppositionsfiguren, darunter Anführer Reza Pahlavi [2].

Bitchat hatte bereits während nepalesischer Proteste inmitten von Social-Media-Beschränkungen seine Wirksamkeit unter Beweis gestellt und verzeichnete an einem einzigen Tag fast 50.000 Downloads [2].

Sicherheitsspannungen und taktische Entscheidungen

Die Entscheidung, Noghteha als Closed-Source statt vollständig offen zu veröffentlichen, hat Kontroversen ausgelöst. Bitcoin-Forscher und ehemaliger politischer Gefangener Ziya Sadr erklärte den ausgeklügelten Informationskriegsansatz des Regimes: "Das Regime richtet Phishing-Angriffe ein, erstellt gefälschte Download-Links und nutzt Influencer in sozialen Medien, um Menschen in die Irre zu führen, damit sie bösartige Versionen derselben App installieren" [2].

Diese Bedrohungsumgebung motivierte wahrscheinlich die Closed-Source-Strategie und den Zeitpunkt der Veröffentlichung von Noghteha kurz vor der erwarteten Blockade, was die Verteilung vor einer Einmischung des Regimes ermöglichte [2]. Die Anwendung bleibt konform mit Bitchats MIT-Lizenz, die Modifikationen und Weiterverbreitung mit angemessener Quellenangabe erlaubt [2].

Bitchat-Mitentwickler Calle hat Bedenken hinsichtlich der Closed-Source-Elemente, Spendenanfragen und Sicherheitsrisiken in feindlichen Umgebungen geäußert [2]. Eine Redaktionsnotiz, die die Berichterstattung begleitete, warnte ausdrücklich, dass Calle von der Nutzung von Noghteha abgeraten hat, da er weder Code noch Sicherheit überprüfen kann, obwohl Berichte vor Ort auf eine weitverbreitete erfolgreiche Nutzung durch Demonstranten hindeuten [2].

Samourai-Entwickler tritt Bundesstrafe an

Unterdessen stellte sich Keonne Rodriguez, Mitgründer von Samourai Wallet, am 19. Dezember im Federal Prison Camp Morgantown in West Virginia, um eine 60-monatige Haftstrafe anzutreten [1]. Rodriguez schilderte seine Ankunftserfahrung in einem Brief, der den grundlegend unnatürlichen Akt beschreibt, freiwillig die Freiheit aufzugeben [1].

Er kam in Aufnahmeuniform an, die ihn als Neuankömmling kennzeichnete, und sah sich mit Schwierigkeiten beim Zugang zu Geldern konfrontiert, weil er sich an einem Freitag vor Weihnachten stellte [1]. Rodriguez machte Richterin Cote, die ihn verurteilte, für diese Schwierigkeiten verantwortlich [1].

Trotz der Umstände beschrieb Rodriguez, auf unerwartete Freundlichkeit von Mitgefangenen zu stoßen, die Essen, Kleidung und Anleitung ohne Erwartung einer Gegenleistung bereitstellten [1]. Mehrere Gefangene, darunter ehemalige Ärzte und Wissenschaftler, boten Hilfe als Akte der Großzügigkeit an, die ihre eigenen frühen Erfahrungen widerspiegelten [1].

Rodriguez wurde in der Bates Unit B Wing untergebracht, die für Neuankömmlinge und jüngere Insassen vorgesehen ist [1]. Er beschrieb die Umgebung als beherrschbar, wenn auch unbequem, mit respektvollen Insassen und professionellem Vollzugspersonal [1].

Diese parallelen Erzählungen unterstreichen, wie Datenschutztechnologie weiterhin lebenswichtige Funktionen in repressiven Umgebungen erfüllt, während Entwickler in demokratischen Rechtsordnungen rechtliche Konsequenzen dafür tragen, solche Tools zu entwickeln.

KI-gestützter Inhalt

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Alle Fakten stammen aus verifizierten Nachrichtenquellen.

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