Regulatorische Weichenstellungen: Ukraine blockiert Polymarket, USA wollen Blockchain-Entwickler schützen

Während die Ukraine die Prognoseplattform Polymarket als illegales Glücksspiel einstuft und sperrt, arbeiten US-Senatoren an einem Gesetzentwurf zum Schutz von Blockchain-Entwicklern. Gleichzeitig erhält mit Firefish erstmals eine Bitcoin-Kreditplattform eine MiCA-Lizenz in Europa.
Ukraine verbietet Polymarket als Glücksspielangebot
Die ukrainischen Behörden haben den Zugang zur Prognoseplattform Polymarket landesweit gesperrt. Die Nationale Kommission für die Regulierung elektronischer Kommunikation beschloss am 10. Dezember 2025, dass die Plattform als nicht lizenziertes Glücksspielangebot einzustufen ist [1]. Internetprovider sind nun verpflichtet, Online-Dienste zu blockieren, die ohne gültige Lizenz Glücksspiele organisieren oder ermöglichen [1].
Die Domain polymarket.com wurde in das staatliche Register gesperrter Websites aufgenommen, wodurch ukrainische Nutzer keinen Zugriff mehr auf die Plattform haben [1]. Polymarket ermöglicht den Handel mit Kontrakten auf reale Ereignisse, deren Kurse die vom Markt erwarteten Wahrscheinlichkeiten abbilden. Das Angebot umfasst Sportereignisse sowie politische und wirtschaftliche Entwicklungen [1].
Besonders kritisch sehen ukrainische Behörden Wetten auf geopolitische Ereignisse im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg [1]. Die Ukraine reiht sich damit in eine Liste von mehr als dreißig Ländern ein, in denen Polymarket eingeschränkt ist, darunter Deutschland, Frankreich, das Vereinigte Königreich, Italien und Australien [1]. Auch in den USA nehmen regulatorische Eingriffe auf Ebene einzelner Bundesstaaten zu [1].
Zusätzlich steht die Plattform wegen möglicher Insidergeschäfte in der Kritik. Ein Fall sorgte kürzlich für Aufsehen, bei dem ein Nutzer wenige Stunden vor dem Zugriff der USA auf den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro eine entsprechende Wette platzierte und dadurch 430.000 US-Dollar gewann [1].
US-Senatoren legen Gesetzentwurf zum Schutz von Blockchain-Entwicklern vor
Am 12. Januar 2026 haben die US-Senatoren Cynthia Lummis und Ron Wyden den "Blockchain Regulatory Certainty Act" vorgestellt [3]. Die überparteiliche Gesetzesinitiative zielt darauf ab, klare rechtliche Rahmenbedingungen für Entwickler und Anbieter von Blockchain-Software zu schaffen und sie vor der Einstufung als "Money Transmitter" zu schützen, sofern sie keine Kontrolle über Nutzergelder ausüben [3].
Bislang wurden Entwickler und Anbieter von Blockchain-Anwendungen, die lediglich Code schreiben und Open-Source-Infrastruktur pflegen, häufig wie Finanzintermediäre behandelt und mussten dieselben Regeln wie Börsen und Broker befolgen [3]. "Es ist an der Zeit, Softwareentwickler nicht mehr wie Banken zu behandeln, nur weil sie Code schreiben", erklärte Senatorin Lummis [3].
Der Gesetzentwurf sieht Ausnahmeregelungen für Entwickler und Anbieter vor, die keine Kontrolle über Nutzergelder haben – also weder das Recht noch die einseitige Befugnis besitzen, Transaktionen mit digitalen Vermögenswerten ohne Zustimmung Dritter zu kontrollieren, zu initiieren oder durchzuführen [3]. Konkret dürfen Personen oder Unternehmen nicht als Zahlungsdienstleister eingestuft werden, wenn sie lediglich Software für Distributed Ledger veröffentlichen oder pflegen, Hardware oder Software zur Self-Custody bereitstellen oder Infrastruktur-Support für dezentrale Open-Source-Netzwerke leisten [3].
Der Entwurf stellt jedoch klar, dass der Schutz nur für die genannten Entwickler-Tätigkeiten gilt. Gesetze zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung bleiben vollständig anwendbar [3]. Vor dem Hintergrund der Strafverfahren gegen Tornado Cash und Samourai Wallet verdeutlicht der Gesetzentwurf den politischen Willen, Code nicht länger pauschal mit kriminellem Handeln gleichzusetzen [3].
Firefish erhält MiCA-Lizenz für Bitcoin-besicherte Kredite
Die Bitcoin-Kreditplattform Firefish verfügt seit dem 2. Januar 2026 offiziell über eine MiCA-Lizenz und zählt damit zu den ersten Bitcoin-nativen Anbietern in Europa, die unter dem neuen regulatorischen Rahmen operieren [2]. CEO und Co-Founder Martin Matejka ordnete die Lizenzierung nüchtern ein: "Ich sehe MiCA nicht als Fortschritt für Bitcoin selbst, sondern vor allem als ein Signal für mehr regulatorische Klarheit im europäischen Markt. Diese Klarheit erleichtert zwar formale Planungssicherheit, geht aber spürbar zulasten der Geschwindigkeit und Offenheit, mit der Innovationen entstehen können" [2].
Trotz regulatorischer Herausforderungen verzeichnete Firefish 2025 ein starkes Wachstum. Nach Unternehmensangaben wurden bislang über 3.600 BTC als Kollateral hinterlegt, was einem Kreditvolumen von rund 145 Millionen US-Dollar entspricht [2]. Die Plattform zählt inzwischen mehr als 25.000 Nutzer aus 69 Ländern [2].
Besonders bemerkenswert ist die Performance während des jüngsten Marktabschwungs. Trotz eines Bitcoin-Preisrückgangs von rund 35 Prozent kam es nach Unternehmensangaben bisher zu keiner einzigen Preisliquidation [2]. Dies war durch das konservativ gewählte Loan-to-Value-Verhältnis von 50 Prozent möglich [2]. Kreditgeber erhielten bislang insgesamt über 12,5 Millionen US-Dollar an Zinsen [2].
Quellen
KI-gestützter Inhalt
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