Behördendruck nimmt zu: Polymarket und KuCoin im Visier der Regulierer

Die Niederlande verhängen Zwangsgelder gegen Polymarket, während Österreich KuCoin das Neugeschäft untersagt. Die Fälle zeigen: Die europäische Krypto-Regulierung wird konkret – mit weitreichenden Folgen für die Branche.
Behördendruck nimmt zu: Polymarket und KuCoin im Visier der Regulierer
Die europäische Regulierungsoffensive gegen Krypto-Plattformen gewinnt an Fahrt. Binnen weniger Wochen haben Behörden in den Niederlanden und Österreich gegen zwei prominente Anbieter durchgegriffen – und dabei unterschiedliche Schwachstellen der Branche offengelegt. Während Polymarket wegen fehlender Glücksspiellizenz mit drastischen Zwangsgeldern konfrontiert wird, hat die österreichische Finanzmarktaufsicht KuCoin das Neugeschäft untersagt. Die Fälle markieren einen Wendepunkt: Die Zeit, in der Krypto-Plattformen in regulatorischen Grauzonen operieren konnten, geht in Europa endgültig zu Ende.
Die jüngsten Maßnahmen verdeutlichen, dass Regulierungsbehörden nicht nur Regeln aufstellen, sondern diese nun auch konsequent durchsetzen. Für die Branche bedeutet dies eine fundamentale Veränderung der Spielregeln – mit potenziell weitreichenden Auswirkungen auf Geschäftsmodelle, Nutzer und die gesamte Krypto-Infrastruktur in Europa.
Die Fakten
Die niederländische Glücksspielbehörde Kansspelautoriteit (Ksa) hat eine Zwangsgeldverfügung gegen Adventure One QSS Inc., den Betreiber der Prognose-Plattform Polymarket, erlassen. Die Behörde wirft dem Unternehmen vor, ohne erforderliche Lizenz Glücksspiele auf dem niederländischen Markt anzubieten [1]. Bei Nichtbefolgung der Anordnung droht ein Zwangsgeld von 420.000 Euro pro Woche, gedeckelt auf 840.000 Euro. Zusätzlich kann zu einem späteren Zeitpunkt eine umsatzabhängige Geldbuße verhängt werden [1].
Besonders brisant: Trotz behördlicher Anordnung wurde der Zugang für niederländische Nutzer bisher nicht eingeschränkt [1]. Ella Seijsener, Direktorin für Lizenzen und Aufsicht bei der Ksa, erklärte unmissverständlich: "Prognosemärkte sind im Aufschwung, auch in den Niederlanden. Diese Art von Unternehmen bietet Wetten an, die auf unserem Markt unter keinen Umständen erlaubt sind" [1]. Mit Blick auf mögliche gesellschaftliche Risiken wie "die Beeinflussung von Wahlen" stelle die Plattform "illegales Glücksspiel" dar [1]. Polymarket war zuletzt besonders wegen Wetten auf niederländische Wahlen in die Kritik geraten [1].
Der Fall ist kein Einzelfall: Die Ukraine hat den Zugang zu Polymarket ebenfalls kürzlich gesperrt [1]. Die Branche der Prognosemärkte boomt dabei weiterhin – laut einem Bericht von Dune und Keyrock vom November 2025 überschreiten die kombinierten monatlichen Handelsvolumina führender Prognose-Plattformen 13,5 Milliarden US-Dollar bei mehr als 43 Millionen Transaktionen [1].
Parallel dazu hat die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) der KuCoin EU Exchange GmbH mit sofortiger Wirkung das Neugeschäft untersagt. Der Grund: Das in Wien ansässige Unternehmen verfügt nicht mehr über "geeignete Schlüsselfunktionen im Bereich der Prävention von Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung sowie der Einhaltung von Finanzsanktionen" [2]. Konkret sind die Positionen des Geldwäschebeauftragten und des Sanktionenbeauftragten derzeit unbesetzt, ebenso die vorgesehenen Stellvertretungen [2].
Die FMA begründet ihre Maßnahme eindeutig: "Die nachhaltige Besetzung der genannten Schlüsselfunktionen ist eine zentrale Voraussetzung für den ordnungsgemäßen Geschäftsbetrieb" [2]. Bis zur Nachbesetzung darf KuCoin EU keine neuen Geschäftsbeziehungen eingehen sowie keine neuen Verträge oder Produkte im Rahmen bestehender Geschäftsbeziehungen abschließen [2]. Besonders pikant: Die FMA hatte KuCoin erst im November 2025 die MiCA-Zulassung erteilt [2] – nur wenige Wochen später folgte das Neugeschäftsverbot.
Analyse & Einordnung
Die beiden Fälle offenbaren zwei zentrale Schwachstellen der Krypto-Branche im regulatorischen Umfeld: unklare Geschäftsmodelle und mangelnde Compliance-Strukturen. Polymarket steht exemplarisch für das Problem der Grauzone zwischen Innovation und Regulierung. Prognosemärkte operieren an der Schnittstelle zwischen Informationsaggregation, Finanzmarkt und Glücksspiel – eine Kombination, die Regulierungsbehörden zunehmend skeptisch betrachten. Die niederländische Ksa argumentiert nicht nur mit formalen Lizenzanforderungen, sondern mit grundsätzlichen gesellschaftlichen Bedenken zur Wahlbeeinflussung. Dies deutet auf eine härtere regulatorische Gangart hin, die über technische Compliance-Fragen hinausgeht.
Der Fall KuCoin ist anders gelagert, aber nicht weniger aufschlussreich. Hier geht es nicht um die Frage, ob ein Geschäftsmodell zulässig ist, sondern darum, ob ein Unternehmen die selbst eingegangenen Verpflichtungen erfüllen kann. Die Tatsache, dass kritische Compliance-Positionen unbesetzt sind, wirft Fragen zur operativen Reife selbst etablierter Krypto-Plattformen auf. Für eine Exchange mit über 40 Millionen Nutzern weltweit [2] ist das Fehlen eines Geldwäschebeauftragten und Sanktionenbeauftragten ein gravierendes Versäumnis – insbesondere im Kontext der neuen MiCA-Regulierung.
Die MiCA-Verordnung schafft erstmals ein harmonisiertes Regelwerk für Krypto-Dienstleister im Europäischen Wirtschaftsraum [2]. Die KuCoin-Geschichte zeigt jedoch, dass eine MiCA-Lizenz keine dauerhafte Absolution ist, sondern kontinuierliche Compliance erfordert. Für Bitcoin-Investoren bedeutet dies: Die Unterscheidung zwischen regulierten und unregulierten Plattformen wird wichtiger. Während Bitcoin selbst als dezentrales Protokoll von dieser Entwicklung unberührt bleibt, müssen Nutzer bei der Wahl ihrer Börsen und Dienstleister zunehmend auf regulatorische Zuverlässigkeit achten. Die Zeiten, in denen große Nutzerzahlen und Handelsvolumina als alleiniges Qualitätsmerkmal galten, sind vorbei.
Fazit
• Die europäischen Regulierungsbehörden gehen von der Regel-Setzung zur konsequenten Durchsetzung über – sowohl bei unlizenzierten Geschäftsmodellen wie Polymarket als auch bei Compliance-Verstößen etablierter Plattformen wie KuCoin
• Krypto-Plattformen müssen nicht nur formale Lizenzen erwerben, sondern diese durch nachhaltige Compliance-Strukturen untermauern – die MiCA-Regulierung erhöht die Anforderungen dauerhaft
• Für Bitcoin-Nutzer wird die sorgfältige Auswahl regulierter und operativ stabiler Plattformen wichtiger, während Bitcoin selbst als dezentrales Protokoll von diesen regulatorischen Entwicklungen nicht betroffen ist
• Die Fälle markieren einen Wendepunkt: Regulatorische Grauzonen schließen sich in Europa, was kurzfristig zu Marktbereinigung führen könnte, langfristig aber Vertrauen und institutionelle Akzeptanz stärkt
Quellen
- [1]btc-echo.de
- [2]btc-echo.de
KI-gestützter Inhalt
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