Strategy und Bitmine trotzen Bärenmarkt mit 260-Millionen-Dollar-Zukäufen

Während Bitcoin und Ethereum deutlich unter ihren Höchstständen notieren, bauen die beiden größten Treasury-Unternehmen ihre Bestände massiv aus. Strategy hält nun über 717.000 BTC, Bitmine kontrolliert 3,62 Prozent des zirkulierenden Ethereum-Angebots.
Treasury-Strategien unter Druck: Warum die größten Krypto-Unternehmen jetzt nachkaufen
Während der Kryptomarkt mit erheblichen Kursrückgängen konfrontiert ist, setzen die beiden größten börsennotierten Treasury-Unternehmen ein deutliches Signal: Strategy und Bitmine Immersion Technologies haben innerhalb einer Woche kombiniert rund 260 Millionen US-Dollar in Bitcoin und Ethereum investiert. Diese Akkumulationsstrategie erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem beide Unternehmen erhebliche unrealisierte Verluste in ihren Büchern tragen – und wirft grundlegende Fragen über die Nachhaltigkeit des Treasury-Modells auf. Zugleich demonstriert das konsequente Nachkaufen einen bemerkenswerten Kontrast zur vorherrschenden Marktstimmung.
Die Fakten
Strategy hat seine Position als weltweit größter institutioneller Bitcoin-Halter weiter ausgebaut. Das von Michael Saylor geleitete Unternehmen erwarb zwischen dem 9. und 16. Februar weitere 2.486 BTC für insgesamt 168,4 Millionen US-Dollar [1]. Der durchschnittliche Kaufpreis lag bei 67.710 US-Dollar pro Bitcoin – deutlich unter dem Durchschnittseinstiegspreis des Unternehmens von 76.027 US-Dollar [2]. Damit erhöht sich der Gesamtbestand auf 717.131 BTC, was mehr als 3,4 Prozent der zirkulierenden Bitcoin-Menge entspricht [1].
Die Gesamtanschaffungskosten für die Bitcoin-Bestände belaufen sich auf rund 54,5 Milliarden US-Dollar. Bei einem aktuellen Marktwert von etwa 48,8 Milliarden US-Dollar ergibt sich ein unrealisierter Verlust von 5,7 Milliarden US-Dollar [1]. Die jüngsten Käufe wurden durch den Verkauf von 660.000 MSTR-Aktien für 90,5 Millionen US-Dollar sowie 785.354 Vorzugsaktien der Serie STRC für 78,4 Millionen US-Dollar finanziert [4]. Diese Kapitalmaßnahmen sind Teil des sogenannten "42/42"-Plans, mit dem Strategy bis 2027 insgesamt 84 Milliarden US-Dollar über Eigenkapital und wandelbare Anleihen aufnehmen will [1].
Parallel dazu hat Bitmine Immersion Technologies seinen Ethereum-Fokus weiter intensiviert. Das Unternehmen erwarb in der vergangenen Woche 45.759 ETH und hält nun insgesamt 4.371.497 ETH – entsprechend 3,62 Prozent des zirkulierenden Ethereum-Angebots [3]. Von diesem Bestand sind 3.040.483 Token gestakt, was laut Unternehmenschef Tom Lee annualisierte Staking-Einnahmen von 176 Millionen US-Dollar generiert [3]. Bei vollständiger Implementierung der eigenen Staking-Infrastruktur stellt Bitmine jährliche Erlöse von bis zu 252 Millionen US-Dollar in Aussicht.
Neben den Ethereum-Beständen verfügt Bitmine über 193 Bitcoin, eine Beteiligung von 200 Millionen US-Dollar an Beast Industries sowie 17 Millionen US-Dollar an Eightco Holdings. Die gesamten Reserven beziffert das Unternehmen auf 9,6 Milliarden US-Dollar, darunter 670 Millionen US-Dollar liquide Mittel [3]. Tom Lee verglich die aktuelle Marktstimmung mit den Tiefpunkten von November 2022 und dem Krypto-Winter 2018, bekräftigte aber die fortgesetzte Akkumulationsstrategie [3].
Die Aktienperformance beider Unternehmen spiegelt den Marktdruck wider: Strategy-Aktien handeln aktuell bei etwa 129 US-Dollar – ein Rückgang von rund 72 Prozent gegenüber dem Höchststand von 455,90 US-Dollar im Juli 2025 [4]. Bitmine verzeichnet einen noch drastischeren Einbruch von etwa 85 Prozent gegenüber seinem Juli-Hoch von 135 US-Dollar, notiert aber immer noch rund 175 Prozent höher als vor einem Jahr [4].
Analyse & Einordnung
Die divergierenden Strategien von Strategy und Bitmine offenbaren zwei grundlegend unterschiedliche Ansätze im Treasury-Modell. Während Strategy ausschließlich auf Bitcoin als langfristiges Wertaufbewahrungsmittel setzt, nutzt Bitmine Ethereums Staking-Mechanismus zur Generierung laufender Erträge. Diese Einnahmenkomponente verleiht Bitmines Modell eine zusätzliche Dimension: Mit geschätzten 176 bis 252 Millionen US-Dollar jährlichen Staking-Erträgen verfügt das Unternehmen über einen Cashflow, der unabhängig von Kursbewegungen existiert – ein fundamentaler Unterschied zu Strategys rein spekulativem Ansatz.
Die unrealisierten Verluste von 5,7 Milliarden US-Dollar bei Strategy werfen jedoch kritische Fragen zur Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells auf. Das Unternehmen finanziert seine Bitcoin-Käufe primär über Aktienverkäufe und Wandelanleihen – ein Modell, das nur funktioniert, solange Investoren bereit sind, dem Unternehmen Kapital zur Verfügung zu stellen. Der 72-prozentige Kursverlust der MSTR-Aktie deutet darauf hin, dass dieses Vertrauen schwindet. Michael Saylors Behauptung, Strategy könne einen Bitcoin-Kurseinbruch von 90 Prozent verkraften [1], mag technisch zutreffen – praktisch würde ein solches Szenario jedoch die Refinanzierungsfähigkeit des Unternehmens massiv beeinträchtigen.
Historisch betrachtet haben aggressive Akkumulationsstrategien in Bärenmärkten langfristig orientierte Investoren belohnt – vorausgesetzt, die betreffenden Unternehmen überleben die Durststrecke. Die Tatsache, dass Strategy im Januar über 90 Prozent aller Bitcoin-Käufe börsennotierter Unternehmen tätigte [2], macht das Unternehmen zu einem systemrelevanten Akteur im institutionellen Bitcoin-Ökosystem. Ein Scheitern von Strategys Modell könnte erhebliche Auswirkungen auf die Bitcoin-Akzeptanz im traditionellen Finanzsektor haben. Bitmines vergleichsweise diversifiziertes Portfolio mit Staking-Erträgen, Bitcoin-Beständen und strategischen Beteiligungen erscheint in diesem Kontext als risikoärmere Variante des Treasury-Ansatzes.
Fazit
• Strategy und Bitmine setzen trotz massiver unrealisierter Verluste auf konsequente Akkumulation – ein klares Bekenntnis zur langfristigen Werthaltigkeit von Bitcoin und Ethereum, das jedoch erhebliche Risiken birgt
• Der fundamentale Unterschied zwischen beiden Ansätzen liegt in der Ertragsgenerierung: Bitmines Staking-Einnahmen von bis zu 252 Millionen US-Dollar jährlich bieten einen Cashflow-Puffer, den Strategy nicht besitzt
• Die dramatischen Aktienkursverluste beider Unternehmen verdeutlichen, dass Treasury-Modelle nicht vor Marktvolatilität schützen – im Gegenteil wirkt die Hebelwirkung durch Fremdkapital in beide Richtungen
• Mit kontrollierten 3,4 Prozent der Bitcoin-Umlaufmenge hat Strategy eine systemrelevante Position erreicht, deren Schicksal erhebliche Auswirkungen auf die institutionelle Bitcoin-Adoption haben könnte
• Die aktuellen Nachkäufe zu niedrigeren Preisen verbessern zwar die durchschnittlichen Anschaffungskosten, setzen aber voraus, dass die Refinanzierung über Aktienmärkte auch bei anhaltendem Bärenmarkt funktioniert – eine zunehmend fragile Annahme
Quellen
KI-gestützter Inhalt
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