Wenn Influencer lügen: Kiyosaki und Samani erschüttern Glaubwürdigkeit der Krypto-Branche

Widersprüchliche Aussagen von Bestseller-Autor Robert Kiyosaki und fragwürdige Kritik von Ex-Multicoin-Chef Kyle Samani offenbaren ein grundlegendes Problem der Krypto-Industrie: Mangelnde Integrität prominenter Akteure untergräbt das Vertrauen in einen ohnehin regulatorisch umkämpften Markt.
Wenn Influencer lügen: Kiyosaki und Samani erschüttern Glaubwürdigkeit der Krypto-Branche
Die Krypto-Industrie kämpft seit jeher mit einem Imageproblem. Regulatoren werfen der Branche Intransparenz vor, Skeptiker warnen vor Betrug, und traditionelle Finanzakteure zweifeln an der Seriosität des gesamten Sektors. Umso verheerender wirken sich öffentliche Widersprüche und fragwürdige Aussagen prominenter Branchenstimmen aus. Zwei aktuelle Fälle zeigen exemplarisch, wie einflussreiche Persönlichkeiten durch unglaubwürdiges Verhalten das Vertrauen in Bitcoin und Kryptowährungen beschädigen – und damit letztlich allen Marktteilnehmern schaden.
Die Fakten
Robert Kiyosaki, Autor des Finanz-Bestsellers "Rich Dad Poor Dad" und selbsternannter Bitcoin-Befürworter, steht aktuell wegen widersprüchlicher Aussagen zu seinen Bitcoin-Käufen massiv in der Kritik. Auf X (ehemals Twitter) behauptete der 78-Jährige kürzlich, bei einem Bitcoin-Kurs von 6.000 US-Dollar mit weiteren Käufen aufgehört zu haben [1]. Diese Aussage steht jedoch im direkten Widerspruch zu zahlreichen öffentlichen Bekundungen der vergangenen Jahre, in denen Kiyosaki erklärte, aktiv Bitcoin zu erwerben – und das bei deutlich höheren Kursniveaus.
Die Diskrepanz ist eklatant: Noch am 1. Juli 2025 schrieb Kiyosaki auf X, er habe "heute einen weiteren Bitcoin gekauft", als der Kurs bei rund 110.000 US-Dollar notierte [1]. Wenige Wochen später kündigte er nach dem Anstieg über 117.000 US-Dollar erneut Bitcoin-Käufe an. Anfang 2026 betonte er in einem Tweet, Bitcoin unabhängig vom Preis kontinuierlich nachzukaufen [1]. Der letzte Zeitpunkt, zu dem Bitcoin tatsächlich bei 6.000 US-Dollar gehandelt wurde, war während des Corona-Crashs im Jahr 2020 [1]. Marktbeobachter Mark McGrath veröffentlichte daraufhin eine Übersicht früherer Falschaussagen Kiyosakis und bezeichnete ihn öffentlich als "lying grifter" – lügender Betrüger [1].
Ein zweiter Fall erschüttert zeitgleich das Vertrauen in prominente Krypto-Investoren: Kyle Samani, der vor wenigen Tagen als Mitbegründer von Multicoin Capital zurücktrat, attackiert nun öffentlich die dezentrale Exchange Hyperliquid. Auf X erklärte Samani, Hyperliquid verkörpere "alles, was an Krypto falsch ist" [2]. Er behauptete, der Gründer sei "buchstäblich aus seinem Heimatland geflohen, um das Projekt aufzubauen", und auf der Plattform werde "offen Kriminalität und Terrorismus gefördert" [2]. Zudem kritisierte er den nicht öffentlich einsehbaren Quellcode.
Die unbelegten Anschuldigungen provozierten scharfe Gegenreaktionen aus der Community. Krypto-Analyst Jon Charbonneau konterte: "Wenn ein Gründer tatsächlich ein Land verlassen muss, um ein Projekt wie Hyperliquid aufzubauen, ist das ein Zeichen für ein Problem mit dem Land, nicht mit dem Gründer." Er warf Samani vor, mit "Angstmache à la Elizabeth Warren" zu arbeiten [2]. Besonders brisant: Ende Januar hatte Multicoin Capital selbst in Hyperliquid investiert, On-Chain-Daten zeigen HYPE-Käufe im Wert von über 40 Millionen US-Dollar [2]. Auf die Frage nach diesem Widerspruch entgegnete Samani lediglich: "Ich arbeite dort nicht" [2].
Analyse & Einordnung
Beide Fälle offenbaren ein strukturelles Problem der Krypto-Industrie: Die mangelnde Rechenschaftspflicht prominenter Meinungsführer untergräbt systematisch die Glaubwürdigkeit eines Marktes, der ohnehin mit regulatorischen Herausforderungen und öffentlichem Misstrauen kämpft. Während Bitcoin als dezentrales, trustless System konzipiert wurde – gerade um Vertrauen in Intermediäre überflüssig zu machen – bleibt die Realität ernüchternd: Viele Investoren orientieren sich an Influencern und selbsternannten Experten, deren Aussagen sich im Nachhinein als inkonsistent oder gar manipulativ erweisen.
Kiyosakis Fall ist besonders problematisch, weil er über Jahre hinweg eine konsistente Investmentstrategie propagierte, die er nun nachträglich umschreibt. Solches Verhalten schadet nicht nur denjenigen, die seinen Ratschlägen folgten, sondern nährt auch die Narrative von Krypto-Kritikern, die der gesamten Branche Unseriosität vorwerfen. Historisch betrachtet hat Kiyosaki bereits mehrfach dramatische Finanzcrashs prognostiziert, die nie eintraten [1]. Ein Muster zeichnet sich ab: Aufmerksamkeitsökonomie trumpft Integrität.
Samanis öffentlicher Angriff auf Hyperliquid wirft hingegen Fragen nach Interessenkonflikten auf. Dass ein ehemaliger Mitbegründer eines Fonds kurz nach dessen bedeutender Investition in ein Projekt dieses scharf kritisiert, lässt auf interne Konflikte schließen. Die zeitliche Nähe zwischen den 40-Millionen-Dollar-Käufen und Samanis Rücktritt deutet darauf hin, dass strategische Differenzen innerhalb von Multicoin Capital eine Rolle gespielt haben könnten [2]. Für außenstehende Investoren entsteht dadurch maximale Verunsicherung: Welcher Aussage kann man noch trauen?
Die Krypto-Industrie befindet sich an einem kritischen Punkt ihrer Entwicklung. Institutionelle Investoren treten zunehmend in den Markt ein, regulatorische Rahmenbedingungen werden geschaffen, und Bitcoin etabliert sich als alternative Vermögensklasse. Gerade in dieser Phase können öffentliche Glaubwürdigkeitskrisen prominenter Akteure den Fortschritt erheblich behindern. Während die technologischen Grundlagen von Bitcoin robust bleiben, wird das Vertrauen in das Ökosystem durch solche Vorfälle nachhaltig beschädigt.
Fazit
• Robert Kiyosakis widersprüchliche Aussagen zu seinen Bitcoin-Käufen demonstrieren, wie problematisch die Abhängigkeit vieler Anleger von Finanz-Influencern ist – kritisches Hinterfragen bleibt unerlässlich
• Kyle Samanis unbelegte Attacken auf Hyperliquid kurz nach Multicoin Capitals millionenschwerer Investition offenbaren potenzielle Interessenkonflikte und schaden der Glaubwürdigkeit professioneller Krypto-Investoren
• Beide Fälle unterstreichen ein grundlegendes Problem der Branche: Fehlende Rechenschaftspflicht prominenter Akteure untergräbt das Vertrauen in einen Markt, der gerade um institutionelle Akzeptanz kämpft
• Für Bitcoin-Investoren gilt mehr denn je: "Don't trust, verify" – auch bei prominenten Befürwortern sollten Aussagen kritisch geprüft und nicht blind übernommen werden
• Die Krypto-Industrie muss Standards für Transparenz und Integrität entwickeln, um langfristig Vertrauen aufzubauen – andernfalls bleiben solche Skandale wiederkehrende Belastungen für die gesamte Branche
Quellen
- [1]btc-echo.de
- [2]btc-echo.de
KI-gestützter Inhalt
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Alle Fakten stammen aus verifizierten Nachrichtenquellen.